Marie am anderen Ende der Welt

Geschichten von Kiwis, Kiwis, Kiwis und mir...

30März
2012

Und wieder ist es Zeit Goodbye zu sagen - meine letzten Tage in Neuseeland 2012

Hallo Ihr Lieben,

statt viel Text zu lesen gibt es diesmal einfach nur Bilder zum gucken. In 1h hebt mein Flieger ab Richtung zu Hause und irgendwie freue ich mich auch drauf. Neuseeland 2012 war eine wunderschöne Zeit und natürlich hasse ich es zu gehen, aber ich weiß jetzt wie einfach es ist hier wieder herzukommen. Meine Sehnsucht nach Neuseeland ist ersteinmal befriedigt und ich kann mich beruhigt meinem neuen alten Leben in Deutschland widmen.

Ich freue mich auf euch und hoffe ihr freut euch auf meine Bilder von Waiheke Island, einer kleinen Insel vor Auckland. 30 Minuten von der Großstadt ins Paradies, das geht (fast) nur in Neuseeland.

Blick von Waiheke auf AucklandMateitei Hafen - die Einfahrt zu WaihekeShannon und ich in Waihekeund noch mehr WaihekeParadies :-)komische Skulpturennoch mehr Waihekenoch mehr ParadiesSommer!Der Beweis: Ich war dieses Jahr schon schwimmen......und Eis essenShannon mit lecker Eisnach dem Schwimmen - mit meinem RIESEN Handtuch :-)

In 29 Stunden hat Deutschland mich zurück.

Bis bald,

Marie 

 

26März
2012

Ein Wiedersehen im Paradies – Eine Woche Sommer in Northland

Unglaublich, es ist schon wieder eine ganze Woche vergangen seit meinem letzten Blogeintrag – kaum zu glauben!!! Inzwischen ist meine letzte Woche (bzw. die letzten 5 Tage) angebrochen und ich bin bereits wieder langsam auf dem Weg Richtung Auckland, von wo aus am Freitag mein Flug nach Hause geht. In der letzten Woche ist viel passiert, von Christchurch auf der Südinsel habe ich mich einmal quer durch Neuseeland bewegt und bin inzwischen im hohen Norden angekommen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn Anfang letzter Woche gab es für Auckland und Northland (mal wieder) Sturm und Regenwarnungen mit Gefahr der Überschwemmung. Mein Flugzeug von Christchurch aus schaffte es gerade so in Auckland zu landen, die Seitenwinde dort – grenzwertig (Insbesondere wenn man im Flugzeug sitzt und es sich plötzlich nicht mehr nur vorwärts, sondern seitwärts bewegt – scary!). However, nicht nur ich habe es nach Auckland geschafft, sondern auch Shannon, der sich von einem Kurzbesuch im Norden aus mutig durch die Überschwemmungen wieder nach Auckland gekämpft hat, um mich am Flughafen abholen zu können (Ich kann es nur immer wieder sagen: Die Neuseeländer sind  wirklich und einfach unglaublich freundlich und hilfsbereit). Einen entspannten Tag in Auckland später machten sich Shannon und ich dann auf den Weg weiter Richtung Norden (oder für ihn wieder zurück).

Strandspaziergang in Devonport (Auckland)Ich beim Strandspaziergang in Devonport (Auckland)Auckland Skyline bei Nacht von Devonport aus

Selbst wenn wir gewollt hätten, hätten wir an diesem Tag wohl nicht viel anderes machen können, denn es regnete ununterbrochen. Die wunderschöne Bay of Islands hinter einem dicken Wolkenschleier… Trotzdem, je weiter gen Norden unsere Reise ging, desto bekannter wurde die Gegend. Kerikeri, Kaeo, Whangaroa – zu Hause. Große Wiedersehensfreude in der Sunseeker Lodge mit Karin und Lindsay und neuen freundlichen Gesichtern. Das erste Glas Wein hatten wir bereits nach 5 Minuten in der Hand und der Abend sollte so weitergehen… Jeder kochte, jeder teilte, alle tranken, gegen 23Uhr war es laut und Lindsay (der Hostelbesitzer) packte den lokalen selbstgebrauten Rum aus ;-) Es hätte kaum ein schöneres und lustigeres Wiedersehen geben können. Entsprechend schwierig der nächste Morgen, aber die Sonne half uns zumindest am Vormittag ein wenig auf die Sprünge. Irgendwie verging der Tag ohne dass wir großartig produktiv irgendwas getan hätten – wie immer in Sunseeker ;-) Aber trotz der Müdigkeit machte ich am Abend noch einen kurzen Ausflug an die Warf zum Baitfishing (Ein paar Köder fischen für den Bootstrip am nächsten Tag). Gebraucht hätten wir es wahrscheinlich nicht, aber Spaß macht es trotzdem immer wieder, nachts im Dunkeln am Meer zu stehen und zu angeln. Anstatt wie geplant früh im Bett zu verschwinden hatten die anderen im Hostel aber angefangen ein lustiges Schweinewürfelspiel zu spielen und bevor wir uns versahen hatte uns das Spiel gepackt und es wurde wieder keine frühe Nacht, aber dafür eine umso lustigere. Aufgeregt wachte ich am nächsten morgen trotzdem früh auf. Heute würde ich endlich wieder auf dem Wasser sein, in der Sonne, beim Fischen. Nichts hielt mich im Bett. Wie vorhergesagt (und geplant) war draußen wunderschöner Sonnenschein, der perfekte Tag für einen Ausflug mit dem Boot. Shannon hatte schon alles bereit gemacht und so legten wir (Karin, Shannon und ich) pünktlich um 11 ab Richtung Ozean.

So sieht Urlaub aus!

Viel weiter raus als bis Stevies Island wagten wir uns nicht, aber das war auch gar nicht nötig. Bereits auf dem Hinweg hatten wir einige gute Fischschwärme entdeckt und mal eben 4 good sized Kahavai gefangen – das Abendessen war gerettet, der Rest war Spaß.

Ein kleines Fischmassaker... Schmeckt aber besser, wenn man ihnen gleich den Hals umdreht und sie ausbluten lässt... Und so wie dieses Bild aussieht habe ich danach gerochen :-)

Wir saßen hier und da in der Sonne, angelten, fingen noch den ein oder anderen weiteren Fisch und kehrten schließlich gegen 18Uhr hungrig und glücklich zurück in den Hafen von Whangaroa.

..und auch das ist Urlaub!Oder vielleicht lieber so? Shannon im Dauerurlaub... :-)Das Meer ist jedenfalls ein Traum... Die zwei Käptinnen oder Kapiteusen oder wie man es gerne hätte...Sonnenuntergang in Whangaroa - aus jedem Blickwinkel ein Erlebnis!auch hier geht die Sonne unter....

Nach einer guten ¾ Stunde Fisch filettieren und ausnehmen und schuppen, war meine Arbeit für diesen Tag getan, das kochen würden andere übernehmen. Ich brauchte allerdings auch dringend eine Dusche, denn zu diesem Zeitpunkt war ich mir nicht mehr sicher, ob der Fisch oder ich stärker nach Fisch rochen. Mal abgesehen davon konnte ich dann spätestens unter der Dusche das Wunder auf meinen Beinen bewundern, denn die Mücken hatten mich regelrecht aufgefressen – meine Leggins anscheinend kein großes Hindernis. Es hat ein bisschen was von Masern an den Beinen oder einem abstrakten Kunstwerk, schlimmer aber noch – einer der 40 Stiche juckt seit dem immer J.  Frischer Fisch, frischer Salat, Ofenkartoffeln und Wein halfen mir dann aber relativ schnell über die Schmerzen hinweg – ein perfekter Abschiedsabend für meinen Kurzbesuch im Paradies. Am nächsten Morgen (Inzwischen schon Samstag) zog es mich dann weiter (bzw. zurück) nach Paihia. In Erinnerung an meine gute Zeit hier letztes Jahr wollte ich noch einmal 2-3 Tage in dem süßen Küstenstädtchen in der Bay of Islands verbringen. Man hätte meinen können eine schlechte Wahl, denn kaum dort angekommen begann es zu schütten und zu winden, und wollte und wollte nicht aufhören für diesen Tag. Ungünstigerweise war ich am anderen Ende des Ortes unterwegs und so blieb mir nicht viel anderes übrig als ein Regenspaziergang zurück zu meinem Hostel. Da ich nun aber sowieso schon einmal nass war beschloss ich diesen einfach gleich an den Strand zu verlegen und wanderte so nass und glücklich durch das Wasser nach Hause. Wieder trockengelegt belohnte ich mich (für was eigentlich?) mit einem traumhaften Abendessen: gebratener frischer Fisch, grüner Spargel und Mais – lecker und gesund, da viel es nicht schwer den Teller leerzumachen und prompt wurde ich am nächsten Morgen vom wunderschönsten, strahlendsten Sonnenschein geweckt, den man sich vorstellen kann. Genau so hatte ich das vorgestellt. Noch aus dem Bett hörte ich das Meer rauschen, schaute auf das glitzernde Wasser und wusste, es würde ein guter Tag werden. Ein Urlaubstag, mit Sonne, Strand, Meer, guten Freunden (Karin kam mich nachmittags besuchen und wir haben zusammen gekocht und einen kleinen Barausflug gemacht). Was will man mehr?

Regenspaziergang am Strand von Paihia Frühstück mit Blick aufs Meer und den Strand von Paihia bei Sonnenschein

Heute nun geht es mit dem Bus wieder zurück nach Auckland. Allerdings erst am Nachmittag, damit noch genügend Zeit bleibt zum in der Sonne sitzen, lesen, Blog schreiben und entspannen. Das Leben ist schön und man sollte jede Minute davon genießen!

Freut euch auf einen wahrscheinlich letzten Blogeintrag gegen Ende der Woche, denn wenn das Wetter so bleibt werde ich am Mittwoch oder Donnerstag noch Waiheke Island erkunden, bevor ich dann die Sonne in den Koffer packe und mit nach Deutschland bringe (nicht dass ihr sie brauchen würdet im Moment, aber man weiß ja nie).

Ganz viele liebe Grüße nach Hause,
Marie  

Und hier noch ein Nachtrag zu meinem Gefängnisaufenthalt:

I was there - Christchurch Prison - March 2012

18März
2012

Auf der Suche nach Orten, die auch ich noch nicht gesehen habe

Ja, so unglaublich es ob meines langen Neuseelandaufenthaltes letztes Jahr klingt – es gibt tatsächlich noch einige Orte die ich noch nicht gesehen habe. Genaugenommen gibt es davon eine ganze Menge, aber vor allem was touristische Sehenswürdigkeiten angeht bin ich wohl doch schon ganz gut rumgekommen ;-)  Jedenfalls habe ich es in den letzten Tage ganz ungeplant geplant geschafft noch einige neue Orte zu entdecken. Zunächst einmal musste ich schweren Herzen meinen guten Freund Chris in Tuatapere zurücklassen. Letzten Donnerstag gegen Nachmittag hatte ich mich entschieden weiterzuziehen, und da sich auch Chris’ Zeit in Neuseeland nun langsam dem Ende nährt wird das wohl unser vorerst letztes Treffen auf Neuseeländischem Boden gewesen sein – da darf ruhig ein bisschen Wehmut in der Luft liegen. Lange hielt dieser allerdings nicht an, denn es war wunderschöner, strahlender Sonnenschein und mein Fortbewegungsmittel waren wieder mal die netten Einheimischen Autofahrer – keine Zeit für trübe Gedanken also. Bewaffnet mit einem stilechten Anhalter Schild mit dem Ziel „Invercargill“ machte ich mich auf den Weg zu einer wie ich meinte besser gelegenen Straßenkreuzung etwa 800m von unserer Lodge entfernt… Allerdings schaffte ich es nicht mal bis dorthin, denn schon unterwegs sammelt mich ein netter Herr aus dem Nachbarort auf und nahm mich ein gutes Stück des Weges mit. Wie ich befürchtet hatte war unsere Reise allerdings mal wieder im Nirgendwo zu ende und ich konnte nur hoffen, dass hier in absehbarer Zeit überhaupt noch das ein oder andere Auto vorbeikommen würde. Die meisten vorbeifahrenden Autos ignorierten mich dann auch geflissentlich, bis mich zwei nette Surfer aus Queenstown dann aber netterweise in ihrem umgeklappten Kofferraum neben den Surfbrettern unterbrachten – es geht doch.Hitchhiking von Tuatapere nach Invercargill - mit Schild

In Invercargill angekommen buchte ich mir ein zentrales Hostel und versuchte so schnell wie möglich noch ein bisschen in die Sonne zu kommen. Ein schöner Spatziergang durch den – zugegebenermaßen wirklich nicht besonders attraktiven Ort – führte mich unter anderem an diesem attraktiven Wasserturm vorbei – welcher wohl schöner ist, unser Mannheimer oder dieser hier? Die Abstimmung ist eröffnet :-)

Wasserturm Invercargill - schöner als der Mannheimer Wasserturm?

Zum Abendessen gab es diesmal eine eigenwillige aber unglaublich leckere Kombination aus Zitronen-Kräuter-Couscous, Kumara (Süßkartoffel), Zucchini, Paprika und Tomate – sehr lecker, probierts mal aus – und dann ging es ins Bett, denn am nächsten Tag war frühes Aufstehen angesagt. Ein Bus brachte mich am frühen morgen ins 30km entfernte Bluff, von wo aus mehrfach täglich eine Fähre nach Steward Island übersetzt. Eine ebensolche setzte mich dann gegen 10 Uhr in Oban, dem einzigen Ort(chen) der kleinen Insel ab und zunächst wusste ich gar nicht, was ich mit meinem Glück jetzt anfangen sollte. Die Fähre kostet mit 60$ (einfahce Fahrt) ein gefühltes kleines Vermögen, bringt einen aber geradewegs ins Paradies. Ein Traum aus grünen Hügel, gelben Sandstränden, malerischen Buchten und dem klarsten Wasser, was ich jemals gesehen habe. Ich fürchte das wird auf den Fotos nicht so wirklich rauskommen – aber ich konnte mich einfach nicht sattsehen. Auf meiner 4.stündigen Wanderung zum Achers Point und zurück über die Deep Bay musste ich immer wieder einfach stehen (oder sitzen) bleiben und die Aussicht (und natürlich den wunderbaren Sonnenschein) genießen. Steward Island gilt als ein unbeständiges, windiges und auf Grund der Polarnähe eher kühles Gebiet, aber an diesem Tag war kein Wölkchen am Himmel und gegen Nachmittag konnte man es in Jeans und T-Shirt gut aushalten. Während ich alle die angekündigten Sehenswürdigkeiten Steward Islands nicht bewundern konnte (ich habe keinen der nur hier tagaktiven Kiwi-Vögel gesehen, mir ist kein Pinguin begegnet und der beste Seafood Imbiss in ganz Süd-Neuseeland hatte zu als ich meinen Spaziergang beendet hatte) und dennoch, ich habe einen wunderschönen Tag im Paradies erlebt. Danke Selma für diesen Tipp!

Blick vom Observation Rock - Oban - Steward IslandAuf dem Weg zum Achers Point - Steward IslandLovely Bay auf dem Weg zum Achers Point - Steward IslandKristallklares Wasser - ein Traum!Szenic Picture - Deep Bay - Steward IslandDeep Bay - Steward Islandand another Scenic view :-) Stewar Island

Zurück ging es dann wieder mit der Fähre. Und von Bluff mittlerweile geübt per Anhalter (zweimal einen Bus für 22$, das war mir dann doch zu viel :-) ).  Von hier aus ging es dann gestern ganz ungewohnt weiter per Bus. Über 500km hitchhiken, das war mir dann doch zu stressig, immerhin sollte man den oder die nette Fahrer/in ja auch ein bisschen unterhalten unterwegs…  An einem ebenso strahlendem und unglaublichen Sonnentag sah ich die Landschaft Southlands an mir vorbeiziehen. Gore, Balclutta, Dunedin, Oamaru, Timaru. Nach 9 Stunden Fahrt erreichte ich gegen Abend mit einem leicht unguten Gefühl im Magen Christchurch. Es war nicht einfach in der vom Erdbeben gebeutelten Stadt überhaupt eine Unterkunft zu finden, aber im gerade wiedereröffneten YMCA (eigentlich das Fitnessstudio, aber auch mit Unterkunft für lokale Studenten und Backpacker) war es mir gelungen. Nur wenige 100m vom noch immer gesperrten City-Center liegt das YMCA zwar wunderschön am Hagely Park. Aber unheimlich ist es doch in einem Gebäude zu schlafen, dem man von außen noch die geflickten Risse in der Wand ansieht. Und als ich es dann endlich irgendwie geschafft hatte einzuschlafen weckte mich doch tatsächlich gegen 0:55 Uhr mein allererstes Erdbeben. 4.3 auf der Richterskala und bei dieser Stärke nicht annähernd so furchterregend, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ein bisschen wie in einem Doppelstockbett (diese Nacht hatte ich ein Einzelbett), wenn sich eine große schwere Person im Oberen Bett ein wenig hin und her dreht. Extrem-Stabile IKEA-Doppelstockbetten natürlich ausgenommen. :-)  Ich drehte mich also lediglich auf die andere Seite und schlief weiter – ganz harmlos. Dafür wird es heute dann umso spannender, denn ich werde im historischen Gefängnis von Christchurch übernachten. Mal abgesehen davon, dass das hoffentlich so stabil ist wie es klingt ist es nett hergerichtet und mal etwas besonderes zum Übernachten.

Christchuch historic Jail Hostel von außenDas historische Gefängnis von innenMeine Zelle für heute Nacht.. Das war früher nicht so komfortabelund nochmal von innen.. Im Gefängnis kann es auch gemütlich sein :-)

Seit heute morgen treibe ich mich nun hier schon rum und fühle mich schon ganz zu Hause. Heute Tagsüber fand meine erste Skype WG Party zu Hause in Deutschland an – und mal abgesehen davon, dass es in echt natürlich viel lustiger ist – war es ein großer Spaß morgens um 10 Uhr schon mit dem feiern anzufangen. So gar nicht Stimmungsmäßig passend – aber ich bin da ja nicht empfindlich -  nutzte ich den Rest des Vormittags dann für einen Spaziergang ins Stadtzentrum. Wie schon erwähnt ist dieses immer noch gesperrt, ausgenommen ein kleiner, streng bewachter Fußgängerpfad zur Cathedral, in der letztes Jahr leider einige Menschen ihr Leben lassen mussten. Die Menschen hier scheinen aber nicht aufzugeben. Direkt neben den gespenstisch leeren, da abgesperrten Einkaufsstraßen hat sich eine neue kleine Container-Einkaufswelt niedergelassen in der man relativ stilecht und wie gewohnt shoppen gehen kann.. Man muss wohl nach vorne schauen.

In Erinnerung an das 2011 Erdbeben - nachdenkliche BilderWas so ein bisschen Erdbewegung ausrichten kann...In Erinnerung an die Menschen die 2011 in dieser Katedrale ihr Leben lassen mussten!Stay positive - die neue Container-Einkaufsstadt Re:Start

Jetzt werde ich mich an mein Abendessen machen und noch die letzten Sonnenstrahlen genießen, bevor der Wind diese endgültig vertrieben hat und bevor morgen der angekündigte große Regen kommt. Wir werden sehen.

Liebe Grüße von der fast schon Halbzeit und auch an dieser Stelle noch mal tausend Dank für eure lieben Kommentare. Ich freue mich jedes Mal sehr von euch zu lesen!

Marie

14März
2012

Zwischen Urlaub und Backpacking

There weg  go – schon nährt sich meine erste Woche fast dem Ende und es wird Zeit meine ersten Erlebnisse in Worte zu fassen. Und zu berichten gibt es durchaus schon das ein oder andere – nicht zuletzt weil ich mich bereits einmal quer durch Neuseeland bewegt habe und inzwischen am fast südlichsten Zipfel angekommen bin. Aber davon im Laufe des Berichtes mehr. Zunächst einmal bin ich letzten Samstag gegen Mittag müde, heil und aufgeregt in Auckland aus dem Flieger gestiegen und wurde am Flughafen von Shannon begrüßt. Wunderbar. Wie nach Hause kommen. Ich kenne die Straßen, und die Häuser, die Läden und die Menschen.

Zumindest fast alles… Shannon ist inzwischen umgezogen in ein süßes Zimmer in einer ruhigeren Wohngegend von Devonport. Großer Vorteil: es sind nur etwa 300m zum Strand und so spazierte ich bereits 2 Stunden nach meiner Ankunft barfuss am Strand von Auckland/Devonport entlang. Schneller (und schöner) lässt sich Urlaub eigentlich kaum beginnen!! Auf dem Rückweg trafen wir im Ort dann noch ein paar Freunde von Shannon und verabredeten uns zum Abendessen. Insgesamt sehr entspannt, so wie ich das von Neuseeland erwartet hatte! Am frühen Abend, nach dem Essen, war mir dann die Flugmüdigkeit aber doch deutlich anzumerken und so endete dieser erste schöne Abend vergleichsweise früh für mich im Bett. Das war aber auch dringend nötig, denn ich hatte nicht nur einiges an Schlaf nachzuholen, nein, in einer unbedachten Minute hatte ich auch bequem von zu Hause aus tatsächlich für 7 Uhr am nächsten Tag einen Flug von Auckland nach Queenstown auf die Südinsel gebucht. Nicht das das grundsätzlich schlecht wäre, aber nach 27 Stunden fast ohne Schlaf und danach gerade mal 18 Stunden ohne Flugzeug war ich morgens um 5 Uhr nur mittelmäßig begeistert wieder aufzustehen um zum Flughafen zu fahren. Aber wer A sagt muss wohl auch B sagen, und so saß ich um 7 Uhr morgens bereits pünktlich wieder im nächsten Flieger: Meine Reise auf die Südinsel konnte beginnen. Bei regnerischem Wetter und einem Gangplatz war von der Schönheit Neuseelands diesmal für mich nicht viel zu sehen, lediglich der spektakuläre Anflug auf den Flughafen von Queenstown blieb auch mir nicht verborgen. Zwischen den tief in den Wolken versteckten Bergen manövrierte uns der Pilot sicher (wenngleich gefährlich nah an den Bergen entlang) gen Landebahn. Beim aussteigen blickt man dann rechts und links auf das beeindruckende Bergpanorama der „Remarkables“ – Eine Landung in Queenstown gehört meines Erachtens auf jeden Fall zu den Neuseelanderlebnissen die man nicht missen sollte (bevorzugt allerdings wohl bei schönem Wetter). A pro pos Wetter, dieses meinte es den Rest des Tages nicht so besonders gut mit mir. Während wir es gerade noch geschafft hatten halbwegs trocken zu landen hörte es danach den Rest des Tages einfach nicht mehr auf zu regnen – oder besser: zu schütten. In Queenstown musste man fast durch die Pfützen schwimmen und nach meinen ersten Erledigungsspaziergängen zum Supermarkt und zur I-Site waren nicht nur meine Schuhe, sondern auch meine Socken und Hosenbeine nass und ich war froh, als ich gegen Mittag endlich mein Hostelzimmer beziehen konnte. Trotz 9 Monate Hostelerfahrung gab es aber auch hier wieder eine Premiere: Das erste Mal in einem gemischten Dorm mit ausschließlich Männern (ein 6-Bett-Zimmer mit 4 Jungs und mir). Das konnte ja heiter werden. Hatte man mich nicht vorher gewarnt, dass Queenstown DIE Partyhochburg sei und dass man in den Zimmern sowieso schon nicht schlafen konnte? Ich war gespannt. Die Jungs schienen alle nett und gesittet, das beruhigte mich schon mal etwas. Bereits am frühen Nachmittag drohte mich die Müdigkeit zu übermannen, aber ich hielt tapfer durch und löste am Nachmittag mein erstes Versprechen ein: Ich machte einen Abstecher zum berühmten „Fergburger“ und bestellte mir den mit Abstand besten Burger den ich jemals gegessen habe. Etwa 6 mal so groß, wie bei Mc-Donalds, 10 Mal so  gut und nur doppelt so teuer – ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Trotz des Regens setzte ich mich zum essen in einen überdachten Hauseingang mit Blick auf den See und hätte kaum glücklicher sein können. Außer vielleicht etwa eine Stunde später, als ich gegen 18 Uhr in mein Hochbett krabbelte und endlich zu meinem wohlverdienten Schlaf kam!

Flughafen Queenstown bei Nebel Lake Wakatipu bei Regen - trotzdem schön Fergburger mit AUssicht auf den Lake Wakatipu (Queenstown)Lake Wakatipu auf dem Weg zum FlughafenLake Wakatipu und die Die Remarkables ein letztes Mal vor meiner Abreise aus Queenstown

Nach ca. 13,5 Stunden Erholung ging es mir am nächsten Morgen schon viel besser und nach einem kurzen Frühstück machte ich mich gegen 8 Uhr bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg Richtung Queenstown Airport, denn dort führt der Highway 6 Richtung Süden vorbei und ich hatte heute eine ganz besondere Mission: Mein erstes mal hitchhiking, oder wie wir in Deutschland sagen trampen oder Anhalter fahren. Wie auch immer man es nennt, es bleibt ein großes Abenteuer. Neuseeland gilt zwar als eines der sichersten Länder zum Anhalter fahren, aber sicherstes ist nicht gleich sicher. However, ich musste es probieren und es funktionierte wunderbar. Nach etwa 5-10 Minuten hielt bereits das erste Auto und nahm mich die ersten 100km bis Lumsden mit. Ein netter älterer Herr der Eisenstäbe transportierte und sich über die Unterhaltung freute. Etwa eine Stunde später stand ich dann inmitten von Nichts mit klopfendem Herzen wieder am Straßenrand. Jetzt würde es spannend werden. Die Anzahl der vorbeifahrenden Autos hatte deutlich abgenommen und ich stellte mich auf eine längere Wartezeit ein.

Hitchhiking in the middle of nowhere - kurz nach Lumsden

Aber auch hier hatte ich Glück und wurde nach etwa 10-15 Minuten bereits von einem englischen Erntehelfer, der eine größere Erntemaschine nach Invercargill transportiere, eingesammelt. Perfekt, denn das wäre mein nächstes Ziel gewesen. Von Invercargill aus waren es nur noch läppische 85km bis zu meinem eigentlichen Ziel: Tuatapere. Keine 5 Minuten später saß ich im nächsten Auto und war sehr froh darum, denn es begann wenig später furchtbar zu regnen. Leider gelangte ich auf diesem Weg noch nicht bis an mein Ziel. Ca 30km vor Tuatapere in einem winzigen Nest Namens Orepuki endete meine Reise. Zum Glück hatte es aufgehört zu regnen, denn jetzt sollte es wirklich schwierig werden. Bei einer Auto-Vorbeifahr-Freuquenz von 1 Auto pro 5-10 Minuten hatte ich auch nach 30 Minuten noch kein Glück, zumal die Hälfte der Autos lokal zu sein schien und in einer der Seitenstraßen des Ortes verschwand. Ein netter Arbeiter der hinter mir einen Tracktor mit Benzin und Reifenluft versorgt hatte erbarmte sich dann aber meiner und nahm mich auf seinem Rückweg das kleine Stück nach Tuatapere mit. Geschafft! Eine aufregende Reise hat sein Ziel in der Last Light Lodge gefunden, wo ich gerade Chris, einen alten Freund vom letzten Jahr, besuche. Die nächsten Tage werde ich nun erstmal nicht reisen, sondern wirklich im Urlaub ankommen. Es ist zwar recht kühl hier, dafür aber größtenteils sonnig und gemütlich. Ich bin endlich zurück im Backpackerleben. Schön. Nicht weit von der Lodge hier liegt der Humpridge Track – eigentlich eine 3-tages-Wanderung – auf dem wir gestern ein Stück entlang gewandert sich. Ich freue mich schon auf meine weiteren Erlebnisse und hoffe ihr glaubt mir dank meiner ersten Fotos, dass ich endlich zurück bin im Paradies.

Blick von Tuatapere auf MilfordHumpridge Track - ein Spaziergang im ParadiesHump Ridge Track - CoastlineMarie ist glücklich ;-)kleine Marie vor großer KulisseMeeting old friends - Chris und ich auf dem HumpRidge Track am Meer

Bis bald wieder – ich freue mich von euch zu lesen, Marie

 

PS: Meine weiteren „Pläne“: Ende der Woche geht es zurück nach Invercargill/Bluff und von dort nach Steward Island. Samstag fahre ich dann voraussichtlich mit dem Bus von Invercargill nach Christchurch und bleibe dort 1 Tag bis ich am Montag wieder nach Auckland fliege – mal schauen wie das so klappt. Alles weitere dann später…

10März
2012

Marie auf dem Weg zurück ins Paradies

Unfassbar. Es ist kaum zu glauben. Wer hätte gedacht, dass ich tatsächlich heute diesen Blogeintrag schreiben würde. Fast genau 8 Monate nach der Rückkehr von meiner letzten Reise sitze ich gerade wirklich und wahrhaftig wieder in einem Flugzeug ins Land meiner Träume. Würde ich es nach bisherigen 21h Reisezeit nicht überall am Körper spüren, ich könnte es noch immer nicht glauben. So viel hat sich verändert, eine neue Situation, ein neues Leben, ein neues Ich? Naja, so schlimm ist es vielleicht auch nicht. Dennoch fühlt es sich anders an dieses Mal und wahrscheinlich braucht es ein Weilchen bis ich mich daran gewöhnt habe. Ich bin stolz und verwirrt und oh mein Gott ich freue mich so unbändig auf den Moment wenn Northlands  türkiesblaue Küstenlinie unter uns am Fenster auftauchen wird; auf die grünen Hügel von Auckland, den Skytower und die Vulkaninseln, einfach auf alles. Aber bis dahin dauert es noch ein bisschen. Im Moment ist vor meinem Fenster nur schemenhaft eine dichte Wolkendecke im Dunkel erkennbar - anscheinend ist es Nacht. Mein Gefühl für Tag und Nacht habe ich schon lange verloren und Hunger habe ich auch schon wieder ;-) Dabei sollte man meinen wir werden hier gut versorgt. Gestern abend auf dem Flug nach Dubai gab es Gebratenen Lachs mit Zitronenrisotto und einen Schokotraum als Nachtisch und heute morgen/Mittag (je nachdem welche Zeit man betrachtet) gab es dann Hühnchen mit Spinatspaetzle, aber auch das ist schon ein Weilchen her und so langsam sollte ich mir Gedanken machen, ob ich zum Frühstück Rüherei oder Omlette haben möchte ;-)

Seit meinem Abflug habe ich nun schon 4 Filme (My Girlfriends Boyfriend, Tower Hoist, Footloose, Crazy, Stupid, Love) und 4 Episoden Big Bang Theory gesehen, 2 Mal die Elton John Playlist durchgehört und in das neue Album von Olly Murs reingehört. Ich habe geschlafen und gegessen und mich mit meinen Nachbarn unterhalten, mir die Füße vertreten und mich frisch gemacht. Langsam gehen mir wirklich die Ideen aus. In Dubai am Flughafen bin ich zum Zeitvertreib mehrfach die Treppen hoch und runter gelaufen, aber auch das hat mich nur 30 Minuten von 5 Stunden beschäftigt. Irgendwie ist es surreal nach 6,5 Monaten harter Arbeit Tag für Tag auf einmal so viel Zeit zu haben und überhaupt auf dieser Reise zu sein. Ich warte immer noch auf den Moment in dem mein Wecker klingelt und ich mich zu Hause im Bett wiederfinde (nach 21h Sitzen nicht die schlechteste Vorstellung J). 

Ich habe mich so an mein neues Leben in Deutschland gewöhnt, es wird ein spannendes Experiment diese beiden Lebensabschnitte nun mit diesem Urlaub zusammenzubringen. Das erste Mal ist mein Flug selbst bezahlt und verdient, worauf ich mehr als stolz bin. Ich kann diesmal selbst entscheiden, wie viel Geld ich wofür ausgebe und was ich mir leisten möchte und obwohl ich alle Freiheiten und Flexibilität eines Backpackers haben werde weiß ich doch jederzeit, dass meine Zeit diesmal begrenzt ist. 3 Wochen habe ich Zeit meinen Traum zu Leben, Neuseeland zu tanken und einfach zu genießen und dann wartet auf mich wieder mein zu Hause, mein Leben, meine Familie, meine Freunde. Ich finde das klingt nach der perfekten Kombination. In Anbetracht der Tatsache, dass ihr alle wohl gerade keine 30Stunden mal eben übrig habt, soll das an dieser Stelle aber erstmal genug philosophiert sein. Ich freue mich euch wieder in meinem Neuseelandblog begrüßen zu können und werde euch auf diesem Wege die nächsten 21 Tage up to date halten, was meine Erlebnisse und Abenteuer angeht.

Wenn ich diesen Eintrag poste werde ich voraussichtlich irgendwo heil angekommen sein. Das ist doch schon mal ein guter Start. Bis ganz bald wieder.

Ganz liebe Grüße

Marie

PS: "Irgendwo" ist gerade Queenstown, und ich verspreche jetzt mindestens 5 Tage kein Flugzeug mehr anzurühren... Gestern habe ich schon einen wunderschönen Spaziergang am Strand von Devonport (Auckland) gemacht und jetzt sitze ich im Flughafen Queenstown vor einer athemberaubenden aber sehr verregneten Bergkulisse... Freut euch auf mehr. ;-)

06Juli
2011

Die letzten Worte…

Zwei Wochen ist es her, seit ich begonnen habe mich langsam, Stück für Stück von meinem Leben der letzten 8 Monate zu verabschieden. Zwei Wochen voller wunderbarer Erlebnisse und immer mal wieder nachdenklicher Stunden. Wie wird es sein wieder in Deutschland? Was wird mir am meisten fehlen?

Wie ich es in den letzten Monaten in meinem Blog beschrieben habe, hatte ich nicht nur eine wunderbare Zeit und habe wunderschöne Landschaften kennengelernt – nein ich habe darüber hinaus auch ein Land gefunden, ich dem ich mich zu Hause und sehr, sehr wohl fühle. Ich habe neue Lebenseinstellungen gewonnen und meinen Horizont erweitert und ich habe Menschen getroffen, die mich als gute Freunde hoffentlich noch ein weiteres gutes Stück auf meinem Lebensweg begleiten werden. All das zusammen macht es nicht einfach, diesem Land – wenn gleich möglicherweise nur für eine begrenzte Zeit – den Rücken zuzukehren. Viele schöne Dinge warten in Deutschland auf mich und mit Sicherheit auch eine gute Zeit, aber ein Teil meines Herzens wird in Neuseeland bleiben und darauf warten, dass ich zurückkehre. 

Meine Freunde, Susi, Sandra, Chris, Felix und Matze haben mich am Samstag gemeinsam zum Flughafen gebracht und es war ein irgendwie unreales Gefühl mich von ihnen zu verabschieden. Obwohl das ein oder andere feuchte Auge nach den wunderbaren Dingen, die wir zusammen erlebt haben, im Spiel war, war ich überraschenderweise nicht ganz so am Boden, wie ich es erwartet hatte. Es hatte sich ein Gefühl in mein Herz geschlichen, was mir den Abschied ein wenig erleichterte: Die Gewissheit, dass ich mit diesen Freunden für die nächsten Monate immer noch eine Verbindung nach Neuseeland haben werde. Ich bin mir sicher, dass wir den Kontakt halten werden und ich noch viele tolle Geschichten zu hören und zu lesen bekomme und ich werde mich immer ein bisschen fühlen, als wäre ich noch dabei ;-)
Und wer weiß, vielleicht bin ich schneller zurück, als gedacht! 

Mit meiner Work and Travel Reise nach Neuseeland endet auch dieser Blog. Fast 9 Monate habt ihr mir die Treue gehalten und mir immer wieder mit lustigen, lieben, offenen und herzlichen Kommentaren ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Vielen Dank dafür, ihr wart eine wunderbare Begleitung auf meiner Reise und ich hoffe ihr habt trotzdem noch Lust darauf das ganze noch einmal persönlich erzählt zu bekommen. Bei knapp 15000 Fotos und Videos sollte es uns nicht langweilig werden – ich verspreche auch vorher auszusortieren ;-)

Ein letzter Dank meinerseits gilt dem Land Neuseeland selbst, welches mir so viel geschenkt hat. Meine Gedanken und Gefühle dazu habe ich in einem kleinen Abschieds-Liebesbrief festgehalten, mit dem ich diesen Eintrag und diesen Blog beschließen möchte (*englische und deutsche Version s.u.).

Wie sagt man so schön im Kiwi-Land: See you later!

 

__________________________englische Version___________________________

Dear New Zealand,

these will be our last days together for a long time. You and me - that has been a special relationship right from the beginning. I always knew that you were out there, but till I first met you I could just guess your beauty and loveliness. Seeing you in real though, exceeded all my expectations. With your soft green hills surrounded by deep blue ocean from all sides, your impressive shaped snowy mountains, your boundless natural powers, your big yellow sanddunes, your million-year old forests and your lovely people you conquered my hearth in an instant.

Everything is so much easier with you – it’s like flying. You seem to be so content with yourself. You don’t need to show off, no, you know that your beauty speaks for itself. Well, I know you just have to do it here and there. But didn’t you realize what this is doing to me? I remember this one afternoon when you showed me Taputoputo Bay, the most perfect beach you created. You created this enchanted atmosphere, where we could see each single sun beam over the shimmering waves and you know that this was the moment I fell in love with you head over heels. I certainly had a crush on you before, but this was the moment you burned your name deep in my heart.

Looking back now I have to thank you for 8 wonderful months together. Without saying a word you made each single day I spend with you more happy, more joyful and more valuable than it would have been without you. When I was restless, you calmed me down with your peaceful, deep, green-blue-turquoise oceans and when I was contemplative I always lost my thoughts somewhere in between the uncountable richness of plants in your forests; when I was tired from hard work you showed me that its worth to persist because it may create something beautiful like the caves, glaciers or blowholes you’ve built over million of years. When I was lonely you’ve sent me these wonderful, open minded, helpful, friendly people to give me the best company I could wish for and when I was sad it never held for long because within less than an hour you changed rain into sunshine for me.

New Zealand, I have seen you from almost every angle - from high above your mountains, from the air, from the water, from under water, from inside (the caves), walking, driving, swimming, climbing, paddling, many times trough my camera and quite often not just once -  and with every step I made I took you more to my heart. It will be hard to live without you around me, but I have so many beautiful remembrances that you’ll be always with me. Please don’t forget me, New Zealand, as I will never forget you.

I love you.

Marie

___________________________deutsche Version_____________________________

Liebes Neuseeland,

dies sind unsere letzten gemeinsamen Tage für eine lange Zeit. Du und ich, das war von Anfang an etwas Besonderes. Ich wusste immer, dass es dich gibt, aber bis ich dich das erste mal getroffen hatte, konnte ich  deine Schönheit und Liebenswürdigkeit nur erahnen. Dich in echt zu sehen hat jedoch all meine Erwartungen übertroffen. Mit deinen sanften grünen Hügeln von allen Seiten umgeben von tiefblauem Meer, mit deinen grenzenlosen Naturkräften, deinen riesigen gelben Sanddünen, deinen Jahrmillionen alten Wäldern und natürlich mit deinen liebenswürdigen Menschen hast du mein Herz im Sturm erobert

Alles ist so viel einfacher, wenn du bei mir bist – es ist als würde ich fliegen. Du bist so zufrieden mit dir selbst. Du hast es nicht nötig dich zu profilieren, nein, du weißt, das deine Schönheit für sich spricht. Ja, ich weiß, hier und da kannst du einfach nicht anders. Aber merkst du nicht, was das in mir auslöst? Ich erinnere mich an diesen einen Nachmittag, als du mir Taputoputo Bay gezeigt hast – den perfektesten Strand, den du hervorgebracht hast. Du hast damals diese verzauberte Stimmung kreiert, in der wir jeden einzelnen Sonnenstrahl über den glitzernden Wellen sehen konnten und du weißt, dass dies der Moment war, als ich mich Hals über Kopf in dich verliebt habe. Ohne Frage hatte ich auch vorher schon ein Auge auf dich geworfen, aber dies war der Moment, als du deinen Namen tief in mein Herz gebrannt hast.

Wenn ich jetzt zurückblicke kann ich dir nur Danken für 8 wunderbare, Monate zusammen. Ohne ein Wort zu sagen hast du jeden einzelnen Tag, den ich mit dir verbracht habe, glücklicher, fröhlicher und wertvoller gemacht, als er ohne dich gewesen wäre. War ich rastlos, hast du mich mit deinem friedlichen, tiefen, türkisen Meer beruhigt und war ich nachdenklich habe ich meine Gedanken meistens irgendwo zwischen der unzählbaren Vielfalt an Pflanzen in deinen Wäldern verloren; war ich von harter Arbeit erschöpft, hast du mir gezeigt, dass es wert ist dranzubleiben, weil man nur dann etwas so schönes wie die Höhlen, Gletscher oder Wasserspritzlöcher die du über Millionen von Jahren kreiert hast, erschaffen kann; war ich einsam, hast du mir all diese wundervollen, offenherzigen, hilfsbereiten, freundlichen Menschen geschickt, die die beste Begleitung waren, die ich mir hätte wünschen können, und wenn ich traurig  war hat es sowieso nie lange angehalten, weil du jedes Mal für mich in weniger als einer Stunde Regen in Sonnenschein verwandelt hast.

Neuseeland, ich habe dich aus fast jedem Winkel gesehen – aus der Luft, aus dem Wasser, vom Boot aus, von hoch über den Bergen, von innen (die Höhlen), laufend, fahrend, schwimmend, kletternd, paddelnd, viele Male durch meine Kamera und an vielen Stellen nicht gleich mehrfach – und mit jedem Schritt den ich gemacht habe, habe ich dich mehr in mein Herz geschlossen. Es wird schwer ohne dich um mich zu leben, aber ich habe so viele wunderbare Erinnerungen an unsere Zeit, dass du immer bei mir sein wirst. Bitte vergiss mich nicht, Neuseeland, denn auch ich werde dich niemals vergessen.

Ich liebe Dich.

Marie

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02Juli
2011

Wie man aus einer Woche gefühlte zwei macht – meine letzte(n) Woche(n) Neuseeland

Was würdet ihr tun wenn ihr nur noch 1 Stunde hättet, bevor der Wecker klingelt und ihr aus einem wunderschönen Traum erwacht? Richtig – jede Sekunde und Minute genießen. Genau so ging es mir mit meiner letzten Woche Neuseeland. Seit letztem Freitag hat sich mein Schlafpensum radikal reduziert, während der Erlebnisfaktor meiner Tage exponentiell in die Höhe gestiegen ist. Endlich wieder „on the road“ konnte ich dank tausender neuer Eindrücke sogar größtenteils meinen Abschiedsschmerz ein wenig vergessen und meine letzten Tage wirklich genießen.

Alles begann letzten Samstag mit dem endgültigen Abschied aus der Sunseeker Lodge. Trotz furchtbarer Wettervorhersage (Regen ohne Ende) kehrte ich meinem Zuhause der letzten Monate an einem wunderschönen, sonnigen Morgen den Rücken zu. In  Shannons schnittigem Angeberauto ging es mit gemischten Gefühlen Richtung Westküste, aber spätestens beim ersten Eis am Strand in Coopers Beach war jegliche Abschiedsmelancholie verschwunden. Es folgten zwei Tage voller wunderschöner Strände, süßer Westküstenstädtchen und wie immer traumhafter Landschaften – also Neuseeland pur.

Eis in/am Coopers BeachWonderful Maitai BayShannons Auto und ich hoch über der Küste von KaitaiaHokianga HarbourIch und das Delfindenkmal in Opononi

Besonders beeindruckend und eines der Highlights der Westküste von Northland sind die massigen, über 100000 Jahre alten Kauri-Baumriesen im Kauri Forest und der wunderschöne Hokianga Harbour.

The Tane Mahuta - der größte Kauri der WeltTe Matua Ngahere - der zweitgrößte, aber breiteste, Kauri der Welt

Nach einem kurzen Abstecher über Mangawhei Heads, einem zauberhaften kleinen Küstenstädtchen an der Ostküste, endete unser Roadtrip Sonntag Abend im wunderschönen Devonport. Shannons Gastfreundschaft ist wieder mal ein einzigartiges Beispiel für die Freundlichkeit der Kiwis. Nicht nur mir hat er für meine letzten Tage seine Türen geöffnet, sondern auch meinen Freunden Chris und Susi, die bereits frühzeitig in Auckland angekommen waren. Unsere neue Wohngemeinschaft machte sich am Montag dann auch gemeinsam auf den Weg zu einem kleinen Tagesausflug an die Westküste von Auckland. Unser Ziel war Piha, einer der schönsten Strände von Neuseeland. Mit einem malerischen Felsen in der Mitte des Strandes und dem typischen Westcoast-Wellengang hat er diesen Titel ohne Zweifel verdient und landet auch in meiner persönlichen Hitliste ganz weit vorne.

Piha-Beach Panorama

Wasserdunst über Piha BachPiha Beach zur linken SeiteIch am Piha Beach

Ebenso beeindruckend der nahegelegene „Ort“ Karekare, den man nur über eine der neuseeland-typischen engen Serpentinenstraßen durch dichten grünen Wald erreicht und der selbst inmitten malerischer grün bewachsener Hügel liegt. Inmitten dieser sowieso schon wunderschönen Kulisse entspringt dann noch einer der perfektesten Wasserfälle – ohne Frage, dass hier eine unser extensiven Foto-Sessions fällig war ;-)

Ein kleiner Wasserfall vor dem großen..      Unsere Mini-WG am Karekare Wasserfall

Die nächsten Tage waren geprägt von kleinen alltäglichen Abenteuern unserer kleinen Truppe. Wir machten einen Ausflug zum nahegelegenen Takapuna Beach (hauptsächlich weil ich dort meine Neuseeländische Steuerunterlagen abgeben musste) und spielten lustiges Bilderraten im Sand, wir plünderten alle Geschäfte von Auckland City bis Albany und wir kochten das perfekteste Dinner, das Shannons kleine Küche je gesehen hatte. Letzteres war so perfekt, dass die Stimmung immer feierlicher wurde und wir schließlich bei Kerzenlicht und Wein auf Weihnachtsmusik umstiegen und unser ganz eigenes Mitte-Juni-Neuseeland-Weihnachten feierten (was bei einigen unser Freunden verständlicherweise zu Verwirrungen bezüglich der „Merry Christmas“ SMS führte :-)). Aber auch dieses Abenteuer Mini-WG sollte noch nicht mein letztes gewesen sein. Geplant war ein letzter Ausflug mit meiner geliebten Chaos-Reisegruppe. Nachdem Chris und Susi ja bereits bei mir waren, gesellten sich auch die anderen nach und nach zu uns. Felix und Sandra campten am Mittwochabend bereits bei Shannon vor der Tür und Matze sammelten wir am Donnerstagmorgen in Hamilton ein. Endlich wieder vereint ging es weiter Richtung Waitomo, zu den bekannten Waitomo-Glowworm-Caves. Das sind mehrere kleine und große Tropfsteinhöhlen, mit mehr oder weniger Glühwürmchen, die in ihnen leben. Wir hatten uns für die Combo aus  zwei Höhlen entschieden: Die wunderschöne Ruakui Höhle, die mit einem schön gemachten Spiraleingang beginnt und sich dann entlang unterirdischer Wasserfälle und Flüsse durch den Berg zieht. Im Gegensatz zu allen Tropfsteinhöhlen die ich bisher kenne, wurde hier – definitiv und absolut zum Vorteil dieser Höhlen – mit Licht gespart. Nur die wichtigsten Gebilde sind mit warmen, angenehmen Licht bestrahlt und teilweise weisen sogar nur kleine blaue Lichter am Boden den Weg, damit die Glühwürmchen an der Decke auch sichtbar werden. Diese beeindruckende Stimmung lässt sich leider kaum in Fotos wiedergeben, ebenso wie der Glühwürmchen-Sternenhimmel in der zweiten Höhle. Man fährt dort mit einem Boot auf einem unterirdischen See entlang, in totaler Stille, kompletter Dunkelheit und mit abertausenden von Glühwürmchen über einem – wunderschön!!

Gruppenfoto vor den Waitomo CavesRuakui Cave von innenNochmal Ruakui Cave

Nach 3 Stunden voller zauberhafter Eindrücke ging es danach dann wieder zurück Richtung Auckland – ganz entspannt mit Live-Gitarren Musik im Auto zum perfekten Sonnenuntergang am Horizont, so lässt es sich leben. Für den Freitag, also meinen letzten kompletten Tag in Neuseeland, war nichts Größeres geplant, abgesehen von einem frühmorgendlichen Besuch auf dem Auckland Fish Market. Trotz der unmenschlichen Aufstehzeit von 5:30Uhr (wohlgemerkt nach 2h Schlaf) haben wir es nicht geschafft rechtzeitig zur Fisch-Auktion da zu sein. Um 7 Uhr waren die Händler bereits dabei ihr Fische einzuladen und uns blieben zum staunen nur noch ein paar einzelne große Kingfish und Snapper. Nun ja, einziges Trostpflaster: wir wurden Zeuge eines wunderschönen Sonnenaufgangs und ich konnte mehr Stunden meines letzten Tages wach nutzen. Wir nutzen diese zusätzlichen Stunden zum Packen und uns Organisieren, zum Rumgammeln und Quatschen und erst zum Abend hin war wieder gemeinsames Programm in Form von Party angesagt. Nach ein bisschen Vorglühen im Zimmer zogen wir weiter um meine Sammlung von Freigetränksgutscheinen ein wenig zu reduzieren. Es war schön an meinem letzten Abend noch mal meine Lieblingsreisetruppe um mich zu haben und wir hatten wie immer viel, viel Spaß zusammen – auch wenn den ein oder anderen irgendwann die Müdigkeit übermannte :-).

Sandra und ichSusi und ichFelix und ichMatze und ichChris und ich

Ganz getreu meinem Motto „In den letzten Tagen NZ wird nicht mehr geschlafen“ war ich, begleitet von Chris, am nächsten morgen schon um 7 Uhr wieder auf den Beinen, um ein neues Parkticket für das Auto zu ziehen (manche Dinge müssen einfach sein) und um mir kostenlos einen neuen Haarschnitt verpassen zu lassen (andere Dinge ergeben sich einfach spontan).

Damit enden dann wohl meine Neuseeland Erlebnisse. Chris, Susi, Sandra, Felix und Matze haben mich noch zum Flughafen gebracht, aber davon mehr in meinem Abschiedsblog.
Ich denke ich habe meine letzte Woche gut genutzt und obwohl die Zeit viel zu schnell vergangen ist, hat sie sich doch angefühlt wie doppelt so lang (vielleicht ist doch was dran, dass sich Freude verdoppelt, wenn man sie teilt!).
Ihr fünf Chaoten, lasst euch gesagt sein, es war noch mal eine wunderschöne Zeit mit euch – ich werde euch sehr vermissen. Haltet mich auf dem Laufenden, was eure Abenteuer in Neuseeland angeht, ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen! 

Marie

21Juni
2011

Alles hat ein Ende, die Wurst hat zwei und meine Zeit in Neuseeland hat gleich mehrere davon: Abschied vom Kiwi-Packen, vom Fischen und vom schönsten Ort der Welt – Whangaroa.

Es ist zwecklos. Ich habe schon seit Wochen allen Menschen in meiner Umgebung verboten davon zu sprechen und trotzdem holt es mich immer wieder ein. Alles ist wie immer und irgendwie liegt trotzdem etwas in der Luft. So viel ich es auch versuche zu ignorieren, es wird kommen - Das Ende einer wunderschönen Zeit – und ganz tief im Herzen weiß ich das auch. 

Ich bin mir sicher, es wird mich auch danach eine wunderschöne Zeit zurück bei meinen Freunden und meiner Familie erwarten, aber alles zu seiner Zeit. Jetzt befinden wir uns erstmal im Kapitel „Abschiednehmen“ und das will, so seltsam es klingt, genauso wie alles andere genossen werden. Es gibt nur wenige Augenblicke im Leben, in denen man so intensiv spürt wie wichtig einem etwas ist, wie beim Abschiednehmen. Ganze zwei Wochen bleiben mir noch im schönen Neuseeland, bevor der finale Abschied am Flughafen auf mich wartet, aber Stück für Stück nähern sich schon jetzt die kleinen Abschiede von den Dingen, die mich in den letzten Monaten begleitet haben. 

Letzten Montag endete die Hauptsaison im Packhaus. Vielleicht nicht der dramatischste Abschied, aber in knapp zwei Monaten  kann man sich auch an die schlimmste Arbeit gewöhnen. Der erste Abend alleine, zu Hause, war seltsam und ungewohnt und schlafen vor 12 - sowieso unmöglich nach 7 Wochen Nachtschicht. Zum Glück stehen hier in der Lodge  noch diverse Kisten voller Kiwis und Mandarinen rum, so dass die tägliche Ration Vitamine noch nicht unter dem Arbeitsende leiden musste. Natürlich wissen auch andere längst, dass Abschiede gefeiert gehören und so gab es am Freitag eine große Break-Up-Party, organisiert von unserem Arbeitgeber Kerifresh. Mal in anderer Atmosphäre lernten wir „unser“ Packhaus und unsere Mitarbeiter bei einem gemeinsamen Abschluss-Snack kennen, bevor wir alle gemeinsam in eine nahegelegene Bar umzogen. Ich bin mir sicher, dass der tiefere Sinn des angebotenen Freibiers und -weines war, unsere Erinnerung an die chaotischen Zustände, die gähnende Langeweile und die viel zu geringe Bezahlung unser Arbeit zu löschen und damit die Chancen zu erhöhen, das irgendjemand von uns im nächsten Jahr wiederkommt. Ob das funktioniert hat? Keine Ahnung – ich kann mich nicht erinnern J Wir hatten jedenfalls einen grandiosen Abend, zogen nach der offiziellen Party im Pioneer noch weiter nach Kerikeri ins Homestead und waren dank der frühen Partyendzeiten in NZ pünktlich zum üblichen Arbeitsende schon auf dem Weg nach Hause ins Bett bzw den Schlafsack – allerdings um einiges (feucht)fröhlicher als gewohnt.

 Party im PackhausAbschied von den Arbeitskollegen - Toni, ich, David und Matt (v.l.)Wir und unser Stacker-Chef - ich, Heppy, Susi (v.l.)und noch mehr Party-Bilder - Chris, Matias und ich (v.l.)

Ein schönerer, aber auch traurigerer Abschied fand dagegen letzten Mittwoch statt. Mein letztes Mal fischen in Neuseeland für eine ganze Weile. Natürlich durfte es für diesen Anlass schon mal wieder etwas besonderes sein: Ein Fishing-Trip mit Marty (ihr erinnert euch, unser Guide für Cape Reinga). Ziel war es nicht nur überhaupt einen Fisch zu fangen, sondern endlich mal den lange ausstehenden Monster-Snapper aus dem Wasser zu ziehen. An meiner Seite, ohne Frage, meine Lieblings-Chaos-Packhaus-Crew, bestehend aus Sandra, Susi, Chris und Felix (Matze hatten wir ein paar Tage zuvor nach Hamilton verabschiedet).

Da bekanntlich nur der frühe Vogel den Wurm fängt, waren wir mal wieder zu ungewohnt früher Uhrzeit on the Road Richtung Norden. Bei Marty angekommen wurde all unser Kram wasserdicht verpackt, sein Auto angeschoben (nein, so was schockt uns schon lange nicht mehr) und dann ging es los Richtung Hohoura Heads. Mit dem Boot ging es um die Ecke zu einer weitläufigen Felsenküste und nachdem wir unseren ganzen Shit dort abgeladen hatten kam endlich der spannende Moment, als die erste Angel ausgeworfen wurde. Es dauerte keine 3 Minuten, bis die erste von uns einen Fisch (und gar keinen schlechten) am Haken hatte und so waren wir guter Dinge für den Rest des Tages. Gott sei Dank hatte unserer cleverer Guide diesen Ort sehr vorausschauend ausgesucht. Wir sollten noch den ein oder anderen Fisch (18 an der Zahl) fangen und was gäbe es für eine bessere Lagerungsmöglichkeit, als die Fische lebend in Mini-Seen in den Felsen „schwimmen“ zu lassen. Der GANZ große Monster Fisch, ist es letztendlich nicht geworden. Aber ein guter 8-10 Pfund Snapper war mein größter Fang und macht sich auf jeden Fall gut in meiner Fishing-History. Fishing-Queen war an diesem Tag jedoch Susi, die unter Einsatz all ihrer Kräfte einen beeindruckenden 12-15 Pfund Snapper, und damit den tagesgrößten Fisch, aus dem Wasser gezogen hat. Für Anglerglück und so weiter haben wir diesen allerdings nach einer kleinen Fotosession wieder freigelassen – man muss auch geben können J. Für meine letzten Neuseeland Wochen bin ich nun also versorgt mit Frisch- und Räucherfisch – wieder etwas von dem ich mich in dieser Form wohl bald verabschieden muss…. 

Fishing of the Rocksein etwas größerer Natural Rock-Pools mit InhaltStolze Angler - Snadra und ich mit unserem FangDie Fishing-Queen Susi mit dem Riesen-SnapperFish-Art - unsere GesamtausbeuteEin Kuss für meinen Snapper

Ein weiterer Abschied steht mir nun bald bevor: Der Abschied von meinem geliebten Whangaroa. Es bleiben mir noch knappe zwei Tage, dann geht es wieder auf Reisen. Am Freitag führt mich mein Weg voraussichtlich über die Westküste von Northland Richtung Auckland, wo ich ab Sonntag noch meine letzte Woche verbringen werde. Es ist dann noch ein letzter Ausflug mit meinen Freunden geplant, bevor ich am Samstag, den 2.Juli um 17:15Uhr (NZ time) mit Flug EK 435 auf eine lange Reise Richtung Dubai und dann weiter Richtung Frankfurt aufbreche (falls da nicht noch ein paar Aschewolken aus Chile im Weg rumschweben). Am 3. Juli werde ich dann erstmal von meiner Family empfangen, ab dem 4.Juli bin ich dann aber für jegliche Willkommen-zurück-NZRevival-Kaffee-Frühstück-Weggeh-Termine zu haben.

Aber jetzt verabschiede ich mich erstmal noch gebührend von einem Land und einem Lebensabschnitt, denen ich viel zu verdanken habe! Wer noch Mitbringselwünsche hat kann diese noch bis Ende der Woche bei mir per Mail oder Facebook oder Blog-Kommentar einreichen ;-) Bis bald mit neuen Erlebnissen.

Marie

01Juni
2011

Cape Reinga die Dritte in neuer Besetzung oder Ein Tag um das Leben lieben zu lernen

Logisch gesehen macht es nicht wirklich Sinn auf einer Reise drei Mal die gleiche Tour an den gleichen Ort zu machen – betrachtet man aber die Tatsachen wie sie sind so hat es durchaus mehr als Spaß gemacht diese Woche noch ein drittes Mal eine Tour nach Cape Reinga zu machen. In neuer und bisher größter Besetzung (8 Personen mit mir) ging es gestern am frühen Morgen von der Sunseeker Lodge auf Richtung Norden. Wir, das ist ein bunter, lustiger, zusammengewürfelter Haufen Kiwi-Packhaus-Arbeiter und Gäste in der Sunseeker Lodge. Bereits seit knapp einer Woche ist es nicht nur die Arbeit, die mir den Schlaf raubt, sondern auch lustige Mensch-Ärger-Dich-nicht-, Weggeh- und Monopoly-Abende zur Unterhaltung der nicht arbeitenden Bevölkerung (aber natürlich auch zur freudigen Abwechslung der fleißigen Arbeiter).

Jedenfalls erreichten wir zu ungewohnt früher Uhrzeit  (8:30 Morgens) bereits Houhora, wo unsere gebuchte Tour mit Marty starten sollte. Es wurde also vom einen Van in den anderen umgezogen und weiter ging es Richtung Norden. Im Vergleich zu meinen letzten zwei Ausflügen ans Cape, die zwar bei ganz gutem aber nicht perfektem Wetter stattgefunden hatten, hätte das Wetter diesmal nicht besser sein können. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein ohne Ende und „Winter“-Temperaturen von knapp 18 Grad (Gefühlte 21 Grad) trugen das ihrige dazu bei den Tag zu einem perfekten Tag werden zu lassen. Dank fünf funktionsfähiger Kameras in acht fleißigen Händen wurde jede Sekunde dieses Tages (mehrfach) für die Ewigkeit (und für euch armen bei 30 Grad zu Hause sitzenden) festgehalten. Fotostopps auf dem Hinweg waren Camel-Mountain (weil er wie ein Kamel aussieht, aber angeblich nur vom Wasser gut sichtbar), Henderson Bay mit den White Silicia Sands, die so fein sind, dass sie nicht mal an der Haut hängen bleiben und ein Blick auf Parengarenga Harbour (wo ich schon Nächte mit Fischen verbracht habe).

Henderson Bay White SandsHenderson Bay White Sands mit unsParengarenga Harbour von weitem

Definitiv genügend Fotos besitze ich jetzt außerdem vom Cape Reinga Lighthouse aus jeder erdenklichen Position, von Nah und von Fern und natürlich auch als Gruppenfoto und erstmals in meiner Sammlung von diversen Fotos die ich vom Leuchtturm schon besitze gibt es nun auch Fotos mit blauem Himmel, die die beeindruckende Landschaft am Cape nur noch besser wiedergeben können. Weiter ging es dann zu einem kurzen Ausblick auf Tapotupotu Bay, einem der schönsten Strände Neuseelands (ihr erinnert euch – bei meinem ersten Ausflug haben wir hier gezeltet) und schließlich zum Tageshighlight: den Te Paki Sanddunes.

Cape ReingaBlick Richtung Tapotupotu BayBlick Richtung Cape Maria von DiemenGruppenfoto mit Leuchtturm im HintergrundMarie genießt den BlickGruppenfoto direkt am LeuchtturmBlick auf wilde Wellenbewegungen am Cape

Taputoputo Bay - einer der schönsten Strände NeuseelandsAuf den Weg zu den Sanddunes auf der einzigen Straße die ein Fluss istTe Paki Stream Straße von oben

Kaum zu glauben, aber ich habe mich tatsächlich 6-mal die Sanddunes runtergestürzt, vor allem aber sie auch 6 mal wieder erklommen. Es war eine Riesen-Gaudi und natürlich hatte nach 1,5h Sandboarding jeder von uns Sand ÜBERALL.

Das Wandern ist des Müllers Lust....Steil gehts hoch.. immer und immer wieder... Marie beim SandboardingWir auf den Te Paki SanddunesWüste in Neuseeland...Marie in der Wüsteund nochmal.. Marie ist Glücklich

Auf dem Rückweg über den 90Mile Beach entdeckten wir noch einen toten Wal, einen sehr seltenen schwarzen Albatross und Marty zeigte uns das Wrack eines ehemaligen Toyota Mietwagens, der wohl nicht ganz strandtauglich war.

Der 67Meilen lange 90Mile Beach aus dem Auto ein toter Wal.. roch gut!der schwarze Albatross am 90Mile BeachEin toter ToyotaDie Kraft des Wasser bei der Weg zurückAbschluss-Foto auf einem großen Kauri-Baumstamm

Unsere Tour endete schließlich mit ein bisschen Verspätung gegen 15:30Uhr bei Marty und obwohl wir schon mehr als genug erhalten hatten gab es als Zugabe noch eine Vorführung seiner Possum-Enthaarungs-Maschine (hauptsächlich für die Jungs) und zwei riesige Snapper Filets (für alle). Da wir uns auf Grund der fortgeschrittenen Uhrzeit bereits gemeinsam gegen Arbeit entschieden hatten, wurden letztere dann in Mangonui direkt zu Fish and Chips verarbeitet und von der hungrigen Meute in weniger als 5 Minuten weggeputzt. Einen besseren Abschluss für diesen mehr als gelungenen Tag hätte man sich kaum wünschen können und nach so viel Erlebnissen fiel auch das erste Mal früh ins Bett gehen nach 5 Tagen Schlafmangel nicht mehr wirklich schwer.

Ich bin gespannt welche Erlebnisse mich mit dieser tollen Truppe in den nächsten Tagen und Wochen noch erwarten - aber ich weiß schon jetzt, was immer wir machen, es wird ein großer Spaß und genau so sollte das Leben auch sein. Line 2 time to start please (der Satz aller Sätze aus dem Packhaus, der täglich 3 Mal unsere geliebte Pause beendet)!

26Mai
2011

Update von der Kiwi Front

Guten Morgen ihr Lieben,

einem sehr sehr regnerischen Tag heute habt ihr es zu verdanken, dass es in meinem zur Zeit sehr stillen Blog jetzt doch nochmal ein paar Updates gibt, denn mein Arbeitsweg ist überflutet (wie das hier immer bei zu starkem Regen passiert) und so habe ich an diesem Donnerstag unverhofft frei.

Da der letzte Blogeintrag aber mehr Text als Bilder enthielt werde ich diesmal den Spieß einfach umdrehen und mehr Bilder als Text posten, damit ihr auch mal einen bildlichen Eindruck von meinem Arbeitsplatz bekommt. Seit etwa 2 Wochen bin ich zudem nicht mehr nur noch Packer (also Kiwis in die Kiste) sondern auch an manchen Abenden Labeler (also Labels auf die Kisten kleben). Da das richtige Label auf die richtige Kiste muss ist dieser neue Job durchaus etwas anspruchsvoller und gleichzeitig auch etwas angenehmer zu tun, weil man nicht nur auf einer Stelle steht, sondern rumlaufen kann.

PackhausalltagSchicker Arbeitsdress... :-)Ein Packer-Arbeitsplatzgelabelte Boxen

Wenn die Abende nicht gerade so verrückt sind wie wir es schon ein paar mal hatten, so dass niemand hinterherkommt und sich bis zu 20 Kisten auf jedem Band stapeln, weil wir einfach viel zu wenige Leute sind, dann haben wir durchaus auch viel Spaß auf Arbeit. Seht selbst wie kreativ man wird, wenn man 9 Stunden Zeit zum langweilen hat..

 kreative Kiwi KunstKiwi Kunst Nummer 2

Da nunmehr seit 4 Wochen meine Tage immer gleich ablaufen versuche ich meine freien Tage umso mehr zu genießen. Letzten Sonntag ging es daher auf einen kleinen Boots-Fishing Trip (leider nicht so erfolgreich, was das Angeln anging, dafür aber umso schöner insgesamt) auf Shannons Boot. Wir hatten wunderschönes Wetter und das perfekte Ambiente, denn Matze hatte seine Gitarre mit aufs Boot genommen. Was kann es schöneres geben als bei strahlendem Sonnenschein, in einer Traumkulisse inmitten von türkisenem Meer auf einem Boot zu sitzen und bei Gitarrenmusik A capella die Angel ins Wasser zu halten.. Da wird es sogar unwichtig, ob etwas anbeißt oder nicht (die Tiefkühltruhe ist ja noch voll).

Ein Tag auf dem BootSzenerie mal wiederMatze und Felix auf dem BootEin altes Bild von Whangaroa Harbout bei Nebel

Musikalisch und perfekt endete dieser freie Tag auch mit wahrscheinlich DEM Highlight des Jahres in Whangaroa: einem Konzert von Don McGlashan im Big Gamefish Club. Tolle Lyrics und qualitativ sehr gute Musik. Ein gelungener Tag im Paradies mal wieder und motivation für 6 weitere Tage chaotische, langweilige, anstrengede Arbeit (oder eben weniger).

Einen lieben Gruß in den deutschen Sommer, bald schon bin ich auch wieder da und freue mich euch wiederzusehen, auch wenn mein Herz bluten wird, weil ganz Neuseeland wohl meine Freigepäckmenge überschreitet.

Bis bald,

Marie

03Mai
2011

Nach Kiwis und Kiwis nun endlich auch Kiwis – Neues von der Arbeitsfront

Es ist vollbracht. Nach Monaten unter Kiwis (wie die Neuseeländischen Einwohner liebevoll genannt werden) und ein paar gezielten Spähangriffen auf den scheuen Kiwi-Vogel in Zoo und Parks habe ich nun auch endlich die dritte und letzte Kiwi-Bedeutung erobert, nämlich die Kiwi-Frucht. Nachdem ich die letzten Wochen seit meiner Wieder-Ankunft in Whangaroa schon mit kleinen Gelegenheitsjobs wie Löcher buddeln und Hilfsarbeiten beim Bau einer Holz-Stützmauer mein doch langsam sehr schmales Budget aufgebessert habe bin ich nun seit Gründonnerstag stolze Nachtschicht Kiwi-Packerin im Packhaus der Firma KeriFresh und nach mehreren Stunden Arbeit auch schon durchaus routiniert. Angefangen hat alles mit einer ellenlangen Bewerbung vor knapp 3 Wochen. Für einen mit Mindestlohn bezahlten und durchaus nicht sehr anspruchsvollen Job lässt sich die Firma Turners&Growers (zu der KeriFresh gehört) einfach mal locker eine zehnseitige Bewerbung ausfüllen, die sowohl die Zusage einen Drogentest durchführen zu dürfen als auch eine Einwilligung zur Einholung eines Polizeilichen Führungszeugnisses beinhaltet (ob die das wirklich in Deutschland angefordert haben wage ich aber zu bezweifeln ;-)). Darüber hinaus sind die Schulbildung mit exakten Daten, die letzten 4 Jobs, zwei Referenzgeber und diverse Gesundheitsfragen anscheinend ausschlaggebend dafür, ob man zu den auserwählten Personen zählt, die am Ende Kiwifrüchte in eine Kiste packen dürfen. Nun ja, wie dem auch sei, anscheinend gehöre ich zu diesen auserwählten Personen und erhielt kurz vor Ostern einen Anruf mit der Info ich könne am nächsten Tag oder besser Abend anfangen zu arbeiten. Und so bin ich nun in der Nachtschicht gelandet und fühle mich pudelwohl. Unsere Arbeit beginnt täglich um 5 Uhr abends und endet in der Regel gegen 2 Uhr nachts und alles was wir tun müssen ist Kiwis in Kisten packen. So einfach das klingt ist es manchmal doch eine ganz schöne Herausforderung – abhängig von der Geschwindigkeit des Laufbandes und der Anzahl der arbeitenden Packer. In der Regel sind wir zwischen 30 und 50 Personen, wovon allerdings knapp die Hälfte deutsch ist. Da wir fast alle gemeinsam angefangen haben und uns jeden Abend sehen wird es von Tag zu Tag lustiger und manchmal vergisst man über ein gutes Gespräch glatt mal für ein paar Minuten, dass man gerade gar nicht in Deutschland am Fließband steht. Mein Job ist in der Regel der des Packers, d.h. die Kiwis kommen auf einem langen Fließband angefahren und werden von dort automatisch nach Größe und Anzahl an die einzelnen Packbänder verteilt. Es gibt zwei verschiedene Arten zu packen: Entweder man packt die bereits vom Computer abgezählte Anzahl Kiwis einfach in eine große Kiste und das möglichst schnell genug, bevor die nächste Ladung kommt oder man sortiert die ankommenden Kiwis in Reih und Glied in eine Kiste mit vorbereitetem Plastik-Einleger – immer fünf Reihen in die eine Richtung und dann einen Reihe in die andere Richtung ;-). Bei beiden Varianten sind wir als Packer dafür verantwortlich (egal bei welcher Geschwindigkeit) die Kiwis beim einpacken noch mal auf frische Verletzungen, Risse und auf Schimmelansatz zu kontrollieren. Alle auch nur im Geringsten nicht perfekten Kiwifrüchte kommen in einen (oder mehrere) große Abfallkörbe und wandern zu tausenden in den Müll (oder zu uns nach Hause, denn diese aussortierten Früchte dürfen wir abends mitnehmen). Hilfe bekommen wir „Packer“ von den so genannten Stackern, die die Aufgabe haben die Kisten zuzumachen und auf Paletten zu stapeln, nachdem sie zuvor von den Labelern mit einem Etikett versehen wurden. Gibt es an einem Abend nicht genug Stacker und wir Packer haben genug Zeit helfen wir oftmals mit die Kisten zuzumachen, das erhöht den Stressfaktor ein bisschen und die Zeit geht schneller rum… An manchen Abenden bleibt dafür allerdings wenig Zeit, denn wenn man ein schnelles Band erwischt hat, bleiben einem in der Regel gerade mal ein paar 20-30 Sekunden um ca. 60 Kiwis zu kontrollieren, in die Kiste zu verfrachten und Luft zu holen. Nach ein paar Tagen Übung stellt das aber kein Problem mehr da. Man erkennt „punctures“, wie die kleinen Risse oder Verletzungen genannt werden, auch bei einem 1-sekündigen Overlook über 4 Kiwis und die einzige Herausforderung beim Einsortieren ist, wenn der Kisten-Vorbereiter auf der anderen Seite bewusst oder unbewusst den Plastikeinleger umgedreht hat und auf einmal nicht mehr fünf Reihen nach links und eine nach rechts kommen, sondern auf einmal eine nach links und fünf nach rechts. Bei 9 Stunden immer der gleichen Arbeit ist das allerdings manchmal auch eine ganz willkommene Abwechslung, obwohl ich persönlich zumindest noch kein Problem mit Langeweile habe. Es gibt immer jemanden zum Reden und immer etwas zu beobachten - vor allem als Psychologe und irgendein kluger Mensch hat mal gesagt, die beste Inspiration bekommt man, wenn man einfacher, stupider, eintöniger Arbeit nachgeht. Wir werden sehen… 

Leider ist unser Job ein bisschen wetterabhängig. Wenn es regnet – wie das seit Donnerstag der Fall ist – werden nicht genug oder gar keine Kiwis geerntet und wenn nicht genug oder gar keine Kiwis geerntet werden gibt es keine Nachtschicht zum packen, so einfach ist das. So schaffe ich es also trotz meines neuen Jobs noch meine Leben im Paradies zu genießen, sofern nicht gerade zufällig auch noch Ostern ist. An Ostern hatten wir das Hostel voll und so bestand mein Tag  aus Betten machen vormittags und Kiwis packen nachmittags/abends – da blieb nicht mehr viel Zeit für anderes. Als Belohnung für so viel Arbeit waren ich dann letzte Woche an meinem ersten freien Abend Nachtkajaken und Fischen in Parengarenga Harbour und wie ihr sehen könnt nicht ganz unerfolgreich (ja Papi, das ist da wo ich mit euch auch hinwollte). Obwohl es nass und windig war und das am Horizont vorbeiziehende Gewitter ein bisschen furchteinflößend, war es ein einmaliges Erlebnis. Man steht einfach irgendwo im Nichts, auf einem kleinen Stückchen Land, was nur bei Ebbe zum Vorschein kommt, weit und breit kein Licht zu sehen außer der Phosphoreszenz der Algen im Wasser, die mehr als beeindruckend ist. Positiver Nebeneffekt dieses tollen Erlebnisses ist, der Kühlschrank ist wieder voll und es geht in die nächste Runde Fischpizza, Fish&Chips, Smoked Fish Sandwich, Sushi, Thai Green Curry mit Fish, etc.

Mein größter gefangener SnapperDas Gesamt-Ergebnis des Nachtfischensich und alle meine gefangenen Fische

So geht mein Leben also auch im schönen Neuseeland weiter wie gewohnt, ein bisschen Arbeit, ein bisschen Freizeit und alles im rechten Maß. 

Einen lieben Gruß in den beginnenden Frühling,
Marie

PS: Die Kiwis die wir im Moment packen sind Golden Kiwis der Marke Zespri mit den Nummern 3279 und 9414 6158, aber es dauert bestimmt noch ein bisschen, bis die bei euch in den Läden liegen.. Aber viel Spaß beim suchen.

Mein Arbeitshandbuch mit Kiwi-Stickern

 

22April
2011

Ein Leben im „Urlaub“ – von Kulturunterschieden, Traum und Alltag und Realität

Da bin ich nun wieder, zurück in der Sunseeker Lodge, meinem aktuellen „Fast-Zuhause“. Erstaunlicherweise sind schon wieder 1,5 Wochen vergangen, ohne dass ich davon großartig etwas gemerkt hätte. Alltag ist eingekehrt – ein seltenes Gefühl auf Reisen. Ich kenne den Ort und die Menschen hier, meine Tage beginnen und enden im gleichen Bett und sind gefüllt mit Arbeit und dem was eben zum Leben gehört – einkaufen, essen kochen, sich mit Freunden unterhalten, usw. Es gab Zeiten in den letzten 5 Monaten, da war das anders. Da war alles neu und aufregend und all meine Kraft und Energie und Aufmerksamkeit galt den vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen. Es fällt schwer, Neuseeland nicht mit Haut und Haar, mit jeder Faser und jedem Gedanken zu erleben und zu genießen. An jeder Ecke, in jeder neuen Region hat das Land unfassbare Schönheit zu bieten, die sich nicht annähernd mit Bildern wiedergeben lässt. Es ist so unfassbar hier sein zu können und das erleben zu dürfen. Manchmal möchte ich die Situationen und die Anblicke einfach einatmen. Dann mache ich die Augen zu, atme tief durch und genieße beim Augen aufmachen ganz bewusst das was sich mir bietet und speichere es für immer, für schlechte Zeiten, für mich. Dann schüttelt es mich manchmal und ich bekomme Gänsehaut und ich weiß: Ja, ich bin bis über beide Ohren verliebt; verliebt in dieses wunderbare Land. 

Aber das ist nur ein Teil dessen, was mein Leben aktuell ausmacht. Es ist der Teil, den ich größtenteils im Block beschreibe, weil ich diese wunderschönen Momente teilen möchte, weil ich sie weitergeben und in Worten noch einmal erleben möchte. Auf der anderen Seiten drehen sich viele Stunden meiner Tage aber auch um ganz banale Dinge, wie „was esse ich“, „wo schlafe ich heute“, „wie viel Geld habe ich noch“ und „wie geht es die nächsten Tage weiter“ oder um nicht ganz so banale Dinge, wie „Wie geht es nach der Reise weiter?“, „Was erwarte ich vom Leben“, „Was möchte ich mit meinem Leben machen“, „Was will ich und wer bin ich“ usw. Ja, das Leben als Reisende(r) bedeutet nicht immer nur schöne Erlebnisse zu haben, das Leben auf Reise ist vor allem davon begleitet sich selbst zu finden, kennen zu lernen, zu verändern und vor allem weiter zu entwickeln. Ganz offensichtlich ist diese Weiterentwicklung bei der Sprache zu sehen. Mir fällt es mittlerweile spielend leicht zwischen deutsch und englisch zu wechseln, ich brauche inzwischen keine 5 Minuten Vorbereitungszeit mehr bevor ich auf Englisch telefonieren kann und manchmal spreche ich sogar schon Deutsche versehentlich auf Englisch an (manchmal auch umgekehrt). Weniger offensichtlich aber jedem Reisenden bekannt sind die Erfahrungen die einfach zum Reisen dazugehören: Nach wie viel Tagen Nomadenleben braucht man mal wieder zwei Tage am Stück an einem Ort? Was braucht man wirklich zum Leben und auf was kann man auch gut verzichten (das lernt man wenn man all sein Hab und Gut auf dem Rücken tragen muss, oder sich täglich überlegen muss ob man Nudeln oder Kekse kauft)? Jeder Reisende hat zudem sein eigenes Päckchen zu schleppen, denn wer so lange mit sich selbst unterwegs ist kann seine eigenen Lebensfragen nicht ewig vor sich selbst verstecken. Worin bin ich schlecht? Was muss und möchte ich noch lernen? Wo liegen meine Grenzen (aber auch meine Möglichkeiten)? Es mag scheinen wie ein Leben ohne Ziel und ohne Aufgabe, aber es ist ein hartes Stück arbeit sich selbst kennen zu lernen und an sich selbst zu arbeiten. 

Bei so viel Gedanken bleibt natürlich auch das nicht aus, was alle daheimgebliebenen befürchten: Jeder Reisende überlegt sich im Laufe seiner Reise mindestens einmal, ob das Land, in dem man sich gerade befindet, nicht vielleicht eine dauerhafte Bleibe sein könnte. Nicht weil es so schön ist und man das Urlaubsgefühl nicht wieder hergeben möchte – das geht mit der Zeit vorbei – sondern vor allem, weil man neue Lebenskonzepte und eine neue Kultur kennenlernt, neue Perspektiven gewinnt, viele, viele unterschiedliche Menschen trifft und eben viel, viel Zeit hat, sich mit seinem Leben auseinanderzusetzen. Neuseeland selbst ist wohl eines der Reiseländer, die mal abgesehen von der Entfernung, gar nicht mal so unterschiedlich ist zu Deutschland, bzw. Europa. Die Southern Alps erinnern an die Schweiz, die Sounds/Fjiorde an Skandinavien und die Städte selbst oftmals an England oder Irland (nicht weiter verwunderlich für eine ehemalige englische Kolonie). Und trotzdem denken die Menschen hier ein bisschen anders. Es ist alles ein bisschen entspannter, die Menschen die man trifft sind in der Regel kommunikativer, freundlicher, hilfsbereiter und unvoreingenommener als der typische gestresste Europäer. Bei nur knapp der Einwohnerzahl von Berlin verteilt auf eine Landfläche von fast der Größe Deutschlands verwundert es nicht, dass Kontakte hier gerne gepflegt werden. Man trifft nicht nur die Reisenden oftmals zwei- oder dreimal, sondern man kann sich auch bei einer neuen Bekanntschaft fast sicher sein, dass man jemanden kennt der jemanden kennt der diese Person kennt. Neuseeland ist ein Dorf, mit viel, viel Platz für jeden. Dem Inselstatus zuzuschreiben ist ein Phänomen, was man positiv wie negativ bewerten kann: Der typische Neuseeländer versucht nicht aus der Menge herauszustechen. Community, Zusammenhalt und Gemeinsamkeit werden hier größer geschrieben als im sehr individualistisch geprägten Europa, wo jeder bestrebt ist aus der Menge herauszustechen, größer und besser zu sein als die anderen. „Niedrige“ Arbeit wird hier noch bewusster gewürdigt – ob Kellner, Busfahrer, Angestellter, Verkäuferin oder Architekt, es wird hier jeder gleich behandelt. Es zählt nicht was du machst, sondern ob du es gut machst und ob es dir gut geht damit. Ohne Zweifel wird auch hier hart gearbeitet und ohne Zweifel geht auch hier nicht jeder immer gerne zur Arbeit, aber ebenfalls ohne Zweifel machen das Land, die Natur und die Mentalität es hier einfacher sein Leben auch wirklich lebenswert zu leben. Angeln, Bootfahren, Segeln, Schwimmen, Triathlon, Wandern, Fahrradfahren, Skifahren, Wildwater-Rafting, Kajaken, die Liste der neuseeländischen Wochenend- und Feierabendaktivitäten ist schier endlos und spielt sich überwiegend im freien ab. Das alles ist natürlich ein subjektiver Eindruck. Es ist das Neuseeland was ich bisher kennengelernt habe. Nicht alles ist hier nur positiv, der Umgang mit Alkohol ist exzessiv und an vielen Stellen unreflektiert, die Maori-Kultur bringt an vielen Stellen ein gewisses Maß Aggression ins Spiel und auch hier hat man mit den normalen Problemen wie Armut, Umweltverschmutzung, seltsamen Politischen Entscheidung etc. zu kämpfen. Am Ende muss sich jeder sein eigenes Bild machen und genau das tue ich gerade. Die Welt ist groß und es gibt mit Sicherheit noch schönere - anders schöne – Orte, aber ganz realistisch betrachtet ist Neuseeland ein Land, in dem ich mir ohne den Rest anschauen zu müssen vorstellen könnte irgendwann einmal zu leben. Aber erstmal komme ich im Juli wieder nach Hause, in ein deutsches Leben, was auch wunderschön ist, weil es euch gibt.

Aus meinem Traumurlaub von der Realität ist traumhafte Urlaubsrealität geworden und wird vielleicht eines Tages ein realer Dauerurlaubstraum - wir werden sehen.

Ich wünsche euch allen Frohe Ostern und einen wunderschönen deutschen Frühling. Seit gestern habe ich einen neuen Job im (Kiwifruit-)Packhaus. Davon und von meinen Erfahrungen als Labourer (also Gehilfe im Baugewerbe) berichte ich beim nächsten Mal. Bis dahin sonnige, herbstliche, neuseeländische Grüße.

Marie

08April
2011

3300 km auf der Suche nach dem fehlenden Puzzleteil: Eine Reise in den Süden der Südinsel

Es ist vollbracht. Nach dem nördlichsten Norden (Cape Reinga) und dem östlichsten Osten (East Cape) habe ich nun auch den südlichsten Süden Neuseelands (Slope Point) gesehen. Ja, genaugenommen fehlt noch Steward Island und genau genommen ist Cape Reinga nicht der nördlichste, sondern nur der nördlichste begehbare Punkt – aber so genau wollen wir nicht sein. Bevor und nach diesem Ereignis habe ich natürlich noch viele andere tolle Orte gesehen, die mir bisher noch auf meiner Reiseliste gefehlt haben und 2 tolle und manchmal nachdenkliche Wochen mit Holger und seinem Papa verbracht. Am besten ich fange von vorne an zu erzählen, sonst wird es nämlich vermutlich irgendwann unübersichtlich…

Um die Südinsel erleben zu können musste ich dort natürlich erst einmal hinkommen. Von Auckland aus brachte mich eine schicke kleine AirNZ Maschine mit den unglaublichsten Ausblicken über Neuseeland nach Christchurch (ja, Fliegen ist auf die Distanz einfach günstiger als jede andere Reiseart), wo ich nach ein paar Stunden Wartezeit Holger und seinen Papa einsammelte.

Auckland Flughafen aus der LuftAbel Tasman aus der Luft

Da Christchurch immer noch mit den Auswirkungen vom letzten Erdbeben zu kämpfen hat machten wir uns mit unserem Mietwagen möglichst schnell auf den Weg raus aus der Stadt. In dem kleinen verschlafenen Örtchen  Darfield (30km westlich von Christchurch) verbrachten wir unsere erste Nacht, denn von hier aus hatten wir für den nächsten Tag eine Zugfahrt mit dem TranzAlpine über den ArthursPass nach Greymouth und zurück gebucht. Als Einstieg unserer Reise war diese szenische Fahrt durch die Southern Alps schon mal ein eindrucksvoller Vorgeschmack auf das was uns die kommenden Tage und Wochen noch erwarten sollte und für Wolfgang als eingefleischten Zugfan natürlich schon an sich ein absolutes Highlight.

 TranzAlpine Fahrt

Weiter ging es am nächsten Tag über den Inland Scenic Drive Richtung Lake Tekapo und Lake Pukaki (ihr erinnert euch an die türkisblauen Seen, die ich mit Johanna bereits besucht habe?). Natürlich führte nach dem unglaublichen Genuß vom letzten Mal auch diesmal kein Weg an der High Country Salmon Farm kurz nach Twitzel vorbei. Mit frischen Räucherlachs für die Nachmittags-Mittagspause im Gepäck ging es am Lake Belmore und dem Belmore Staudamm entlang wieder Richtung Küste, denn unser Tagesziel war das malerische Städtchen Oamaru. Oamaru ist bei Touristen besonders wegen seiner Pinguin-Kolonien beliebt. Gegen späten Nachmittag lassen sich hier die seltenen Yellow-Eyed Penguins (Gelbaugen-Pinguine) und die noch selteneren little blue penguins (Kleine blaue Pinguine, die kleinsten Pinguine der Welt) beim anlanden beobachten. Da dies bei Letzteren nur gegen Eintritt möglich ist bezogen wir gegen 19Uhr neben etwa 30 anderen Urlaubern unseren Beobachtungsposten auf den Klippen des Bushy Beach Lange passierte nichts, aber dann ließen sich ganz in der Ferne doch noch ein paar wenige Exemplare blicken und einer landete schließlich sogar direkt vor unserer Nase am Strand an, tappelte über den Strand und kletterte irgendwie (für uns immer noch unverständlich wie) die Klippen hinauf, nur um sich dann zur Freude der Touristen im fotogen im Gras zu trocknen und wahrscheinlich später in seinem Unterschlupf zu verschwinden.

Lake Pukaki mit Mount Cook im HintergrundEin Nebensee von Lake BelmoreEin Yellow-Eyed Penguin am Strand von Bushy Beach (Oamaru)Der selbe Pinguin in den Klippen

Am nächsten Morgen ging es entlang der Ostküste weiter Richtung Dunedin. Pflichtfotoprogramm auf dieser Strecke sind die Moeraki Boulders: Eine Ansammlung kugelrunder Felsbrocken, die wie überdimensionale Murmeln einfach am Strand rum liegen. Beeindruckend, was die Natur alles zu Stande bringt!

Moeraki BouldersIch auf einem der Moeraki Boulders

Fotogen ging es weiter, denn gegen Mittag erreichten wir Dunedin und seinen imposanten Bahnhof, der sich rühmt das meistfotografierteste Gebäude Neuseelands zu sein – ob das stimmt? Beurteilt selbst, ich finde es wäre es auf jeden Fall berechtigt.

 Dunedin Railway Station

Von hier aus ging es auf einen kurzen Nachmittagstrip mit der historischen Taieri Gorge Eisenbahn ins Inland nach Pukerangi und zurück und bevor wir uns am Abend noch Richtung unseres Nachtquartiers aufmachten statteten wir noch der steilsten Straße der Welt einen Besuch ab, der Baldwin Street.

Taieri Gorge Eisenbahn auf einem der Vielen ViadukteIrgendwie schief - die steilste Straße der Welt

Der nächste Tag sollte der Tag der Tage werden, uns erwarteten die angeblich schönsten Küstenabschnitte der Südinsel (Die Catlins), Leuchttürme und Wasserfälle, der SÜDLICHSTE Punkt der Südinsel….. und wir wachten auf bei dickem weißen Nebel. Da es zum Glück wenigstens (noch) nicht regnete machten wir uns zuversichtlich auf die Suche nach den Sehenswürdigkeiten der Catlins. Erster Halt war der Nugget Point, ein prominent auf einem Felskliff thronender Leuchtturm inmitten von türkisblauem Meer, welches sich an den Steinen der Felsküste bricht – so zumindest sollte es aussehen wenn man vor lauter Nebelsuppe kaum das  Meer 100m unter sich sieht ;-). Netterweise hatte aber immerhin der Regen ausgehalten bis wir wieder im Auto waren und so konnten wir uns dank genug Wasser von oben die Wanderung zu den Purakaunui-Falls und Jacks Blowhole, einem Wasser spritzenden Loch, sparen und fuhren gleich weiter zum unvermeidlichen nächsten Fotostopp, dem Slope Point – Neuseelands südlichstem Punkt (auf dem Festland). Da gewesen zu sein hat wohl eher ideellen Wert als wirklich szenischen. Weder der Weg über nacktes (und ziemlich nasses) Feld, noch der sehr einfache Wegweiser am Ende des Weges lohnen den Umweg wirklich – aber manche Dinge muss man einfach gemacht haben… Wer nicht ganz so enthusiastischer Neuseeland Fan ist begnügt sich da vermutlich auch mit dem wesentlich fotogenerem Wegweiser in Bluff – aber für mich ist das einfach nicht ganz das selbe. Dafür endet in Bluff der New Zealand State Highway 1, der Neuseeland vom äußersten Norden (Cape Reinga) bis zum fast äußersten Süden (Bluff) durchquert und den ich nun im Laufe der Zeit schon fast komplett einmal abgefahren habe.

Wie man sieht sieht man nix - Nugget Point Lighthouse bei NebelDer südlichste Punkt Neuseelands - Slope PointBluff, der schönste nicht ganz südlichste Punkt Neuseelands

Weiter ging es wieder gen Inland und gen Norden. Unser Weg führte uns über Invercargill, von dem alle sagen es gäbe hier nicht spannendes (und ich habe auch nichts weiter gesehen beim durchfahren), bis nach Te Anau, wo ein weiterer fahrreicher Tag sogar noch mit blauem Himmel endete. Der nächste Tag sollte schnell kommen, denn es war bereits für 6:30Uhr Abfahrt angesagt. In die Morgendämmerung hinein machten wir uns auf dem Weg zu einem der größten Highlights der Südinsel: dem Milford Sound. Nach 2 Stunden und 120km erblickten wir über den Bergkamm kommend den szenischen Fjord (ja, Milford Sound ist eigentlich kein Sound, sondern ein Fjord, also durch Gletscher und Eis entstanden und nicht durch einen Fluss, erkennbar an der typischen U-Form eines Fjordes) und konnten es kaum erwarten aufs Boot zu kommen, denn Milford Sound muss man einfach auf dem Boot erkunden. Zum Glück dauerte die Fahrt nur gute 1 3/4 Stunden, denn sonst wären wir definitiv an Deck erfroren und ich hätte mir für meine Fotos eine neue Festplatte kaufen müssen. Jede Ecke der imposant ins Wasser ragenden Berge ist einfach ein Foto wert und Millionen von Wasserfällen warten darauf abgelichtet zu werden (noch besser ist das übrigens an einem Regentag habe ich mir sagen lassen).

Mitre Peak im Milford Sound bei Morgendämmerungfrostige, schöne Landschaft im Milford SoundMilford Sound - szenischMilford Sound - szenisch 2

Im Auto wieder aufgetaut konnten wir auf dem Rückweg auch die Schönheit des Milford Highway endlich bei Tageslicht und ohne Zeitdruck bewundern. Beidruckende Wasserfälle, die höchsten alpinen Verkehrsampeln der Welt am Homer Tunnel, der szenische Mirror Lake (Spiegel-See) und überhaupt die ganze Landschaft an sich – wunderschön!

Mirror Lake mit sich spiegelnder Landschaft

Bis auf eine kurze Mittagspause in Te Anau (traditionell mit Pies, kleinen mit Fleisch gefüllten Küchlein) führte uns unser Weg dann ohne weitere größere Umwege nach Queenstown, der Abenteuerhauptstadt Neuseelands. Aber obwohl das Städtchen vor allem für seinen Reichtum an Aktivitäten wie Bungee, Rafting, Skydiving o.ä.berühmt ist lohnt sich auch für den nicht ganz so Adrenalingesteuerten Urlauber ein Besuch. Malerisch kuschelt sich das kleine fast Dorfähnliche Städtchen in die Berge und scheint sich am kristallklaren, unglaubliche Ruhe ausstrahlendem Wasser des Lake Wakatipu zu erfreuen. Es lohnt sich nicht nur ein Gang durch die Shoppingstraße oder ein Abendessen am Hafen, sondern vor allem die Fahrt in der Gondola auf den Berg hinauf, wo man den spektakulären Blick genießen kann oder bei Bedarf sich mit dem Mountain Bike oder dem Bungee Seil hinunter stürzen kann :-) .

Queenstown bei SonnenuntergangQueenstown von der Gondola aus

Mit meinem Besuch in Queenstown schließt sich auch der Kreis der Orte, die ich in Neuseeland noch nicht gesehen habe schon fast. Unsere nächsten Stationen Laka Wanaka, Blue Pools, Thunder Creek Falls, Haast, der gehasste Sandfly-Strandstopp am Ship Creek, der Fox Gletscher habe ich alle bereits auf meiner Reise mit Johanna erleben können. Ich erspare euch eine detaillierte Beschreibung an dieser Stelle, denn mein Eintrag wird auch so schon lang genug. Neu allerdings ist, dass ich diesmal dank besseren Wetters auch den Franz Joseph Gletscher sehen und am Fox Gletscher sogar die Anfänge des in den Bergen liegenden Tasman Gletschers ablichten konnte.

Fox Gletscher komplettFranz Josef Gletscher

Ebenfalls neu für mich war unser nächstes Tagesziel, die Pancake Rocks in Punakaiki, auch diese hatten wir beim letzten Mal wegen schlechtem Wetter ausgelassen und waren statt dessen durch das Inland gefahren – Johanna, ein großer Fehler! Die Pancake Rocks sind einfach ein weiteres Wunder der Natur. Wie riesige Stapel Pfannkuchen liegen die Felsen hier ungeschützt im Meer und werden Stück für Stück über hunderte von  Jahren von den Wellen und dem Wind aufgegessen. Was bleibt (oder beziehungsweise was wir aktuell sehen können) sind imposante Höhlen in denen sich das Wasser bricht, oder aus denen es bei Flut herausschießt. Schwer zu fotografieren, aber wunderbar anzusehen - wäre ich Mutter Natur, ich würde mir etwas Ähnliches als Spielzeug erschaffen.

Die Pancake RocksHolger und ich in den Pancake RocksPancake Rocks Blowhole mit Regenbogen

Kein Spielzeug der Natur aber sicher aus einer guten Laune heraus erschaffen ist der Abel Tasman Nationalpark, unser nächstes Ziel. Bereits bei meinem letzten Besuch im Regen war die Schönheit spürbar, aber erst jetzt bei einer Schiffstour entlang der wunderbaren Küste im strahlenden Sonnenschein kommt das volle Ausmaß der malerischen Buchten, weißen Strände und dunkelgrün bewaldeten Hügel zum Vorschein. 3h Ausflug ins Paradies, noch überwältigender stelle ich mir einen solchen Trip nur noch im Kanu vor, ganz nah dran.

Abel Tasman National Park bei Sonne

Panorama vom Abel Tasman National Park

Mittlerweile haben wir bereits knappe 2500km hinter uns gelassen und mit der letzten Strecke nach Picton zur Fähre komplettierten wir unsere Südinselreise, die uns insgesamt 2730km um fast die komplette Insel herum geführt hatte.

Panorama von den Malborough Sounds kurz vor Picton

Unsere letzten 3 Tage erspare ich euch an dieser Stelle, denn ihr kennt all das erlebte bereits. Mit der Fährfahrt von Picton nach Wellington, Wellington Te Papa Museum, der Overlander Zugfahrt von Wellington nach Auckland und Auckland City gehen 2 wunderbare, erlebnisreiche Wochen in toller Begleitung vorüber und wieder einmal hoffe ich, trotz meiner selbst begrenzten Kenntnisse, dieses wunderbare Land zwei Menschen auf die best möglichste Art nahegebracht zu haben.

Wie einige von euch bereits wissen hat sich auf dieser Reise auch privat etwas bei mir verändert. Nicht alle Momente waren freudig und ein bisschen Wehmut und Nachdenklichkeit hat uns stetig begleitet und letztendlich endet mit dieser Reise auch meine Beziehung zu Holger. Eine solch lange Reise wie die meine verändert manche Dinge und bringt andere zum Vorschein und ich habe daraus nun die Konsequenzen gezogen. Lieber Holger, ich danke dir für eine wunderbare Zeit, du bist ein toller Mensch und ich hoffe wir können uns im Juli als Freunde wieder begegnen.

Ihr habt es gelesen, meine Zeit neigt sich dem Ende zu, die letzten 3 Monate haben bereits begonnen. Ich bin nun auf dem Weg zur Kiwi-Ernte. Drückt mir die Daumen, dass das klappt, dann habt ihr bald wieder was zu lesen.

Alles Liebe, Marie

22März
2011

Altes Leben trifft neues Leben – eine Reisewoche mit meinem Papa und Petra

Neuseeland in einer Woche kennenlernen, das ist eigentlich ein schier unmögliches Ziel. Die meisten Reisenden kommen für 2-3 Wochen, ich halte 4 Wochen für die Minimalzeit, wenn man nicht hier und da kürzen will beim Reiseplan. Zwar ist Neuseeland flächenmäßig sogar ein bisschen kleiner als Deutschland, die schönsten Ecken sind aber praktischerweise gleichmäßig von der südlichsten Insel bis zum nördlichsten Cape verteilt, so dass es wenig Ecken gibt die man ohne schlechtes Gewissen auslassen kann. Da nun aber nicht jeder so viel Urlaub haben kann wie ich habe ich mich schon vor einigen Wochen der Herausforderung gestellt und für meinen Papa und Petra einen Reiseplan für eine Woche von Christchurch nach Auckland ausgeklügelt. Leider (und traurigerweise) kam das Erdbeben in Christchurch dazwischen, so dass ich kurzfristig noch mal umdisponieren musste. Unser fertiger Plan beinhaltete die größte realistisch umsetzbare Nord-Süd-Ausdehnung mit Start- und Zielpunkt Auckland, einen Fahrtag, einen Relaxtag, viel zu sehen und viel Abwechslung.

Letzten Montag war es dann soweit: bereits mit unserem Mietwagen (einem Nissan Sunny, ein gutes Omen auch für das Wetter?) wartete ich aufgeregt am Flughafen auf die Urlauber aus dem alten Leben. Wenn man so lange und so weit weg unterwegs ist wie ich, fühlt es sich manchmal tatsächlich an wie ein neues Leben und ein schöner Dauertraum und es ist ein spannendes Gefühl, wenn sich, z.B. in Form von Besuchern von zu Hause, das neue und das alte Leben treffen. Nach 4 Monaten Skype und Telefon konnte ich dann endlich (mit 30Min Verspätung) meinen Papi wieder in die Arme nehmen und das Wetter freute sich definitiv mit mir. Bei strahlendem Sonnenschein kehrten wir Auckland den Rücken und starteten in unser Abenteuer.

Unser Weg führte uns zunächst ins schöne Küstenstädtchen Mount Maunganui (kennt ihr ja schon aus früheren Berichten). Als gute Reiseleiterin hatte ich einen nachträglichen Geburtstagskuchen für Petra und frischen selbstgefangenen (und gefrorenen) Fisch fürs Abendessen im Gepäck. Ersteren gab es als Nachmittagssnack mit TakeAway Kaffee im grünen, letzteren als Fish and Chips zum Abendessen. Bei Fejioa-Saft (eine einheimische Fruchtsorte), Bier und Kaffee ließen wir den ersten Abend gemütlich im Latitude 37 (einer gemütlichen Bar im Zentrum von Mt. Maunganui) ausklingen, bevor wir uns mit ausreichend Schönheitsschlaf auf den nächsten Tag vorbereiteten.

 

Spaziergang am Mt. Maunganui

 

Für letzteren hatten wir einige Sehenswürdigkeiten auf dem Programm und so machten wir uns nach einem ausreichenden Frühstück und einem kurzen Verdauungsspaziergang mit Aussicht am frühen Vormittag auf den Weg Richtung Süden. Unser erster Stopp war Kiwi360°, eine Kiwifarm mit Führung, Shop und einer sehr fotogenen Riesenkiwischeibe im Hof. Die Führung war auch für mich Halb-Kiwi sehr interessant und die Bilder beweisen: Ihr bekommt auch dieses Jahr wieder ausreichend Kiwis in Europa; die Reben hängen voll!!! Wer es noch nicht wusste: Die Kiwi ist die gesundeste Frucht überhaupt und während ihr im Winter die Früchte von hier bekommt bekommen wir hier im Moment die Kiwis aus Italien im Supermarkt zu kaufen – lustig oder?

 

Ich und die RiesenkiwiMarie unter Kiwis

 

Weiter ging es dann nach Whakarawewa, dem lebenden Maori Dorf im geothermalen Rotorua (Auch das kennt ihr ja bereits aus meinen letzten Berichten). Damit war der Tag aber noch nicht geschafft, es stand noch eine Honigprobe in meinem Lieblingshonigshop an und die Besichtigung der sehr eindrucksvollen Huka Falls, bevor wir schlussendlich mit einem Ausblick auf den Lake Taupo zumindest Inputmäßig diesen Tag abschließen konnten.

 

Papi und Tochter mit Lake Taupo im Hintergrund

 

Die ersten 1,5 Tage fühlten sich zu diesem Zeitpunkt bereits wie eine ganze Woche an und so war es ganz gut, dass der nächste Tag als Fahrtag geplant war. Zur Erfrischung ging es aber morgens noch zum Hot Sands Beach am Lake Taupo, der als See mit Fußbodenheizung erwartungsgemäß beeindrucken konnte. Damit das ganze auch einen Hintergrund bekommt informierten wir uns im Taupo Vulcanic Information Center noch über die vulkanische Aktivität in Neuseeland und besonders rund um den Lake Taupo (der ja selbst ein riesiger, aktiver Vulkankrater ist). In Anbetracht aktueller Gegebenheiten war insbesondere die Simulation eines 6.3 starken Erdbebens und die Verbildlichung der Erdplatten sehr spannend. Danach ging es dann aber wirklich schnurstracks nach Norden. Unser Weg führte uns über Cambridge und Hamilton und durch Auckland Richtung Norden – die erste Schleife war geschafft. Tagesziel war die Little Earth Lodge in Whangarei, die es mir ja schon beim ersten Besuch sehr angetan hatte. Dass uns das Wetter einen weiteren wunderschönen Sonnentag beschert hatte, würdigten wir mit Kaffee und Kuchen am Strand von Waiwera. Besonderes Highlight ist hier ein lebensgroßer Bilderrahmen, der die Neuseeländische Traumkulisse erst richtig zur Geltung bringen konnte (so was brauche ich unbedingt zum aufblasen und mitnehmen).

 

Bilderrahmenfun in Waiweraein Bild am Strand, statt an der Wand

 

Mit All-you-can-eat Pasta und Pizza (sehr lecker!) bis zum umfallen nahm auch dieser Abend ein wunderbares Ende und wir kugelten uns gemütlich ins Bett (die Betten in der Little Earth Lodge sind wirklich ein Traum!). Den nächsten Morgen ließen wir ruhig angehen, genossen die Frühstücksidylle und machten uns dann auf die Sehenswürdigkeiten um Whangarei zu entdecken. Kiwis und Kiwis hatten wir nun schon kennengelernt (die Früchte und die Menschen), heute war der Kiwi (Vogel) dran. Im Kiwi-Haus versuchten wir dem scheuen nachtaktiven Tier auf die Schliche zu kommen. Leider war eine schwarzweiße Aufnahme eines Kiwihinterns so ziemlich das Beste was wir sehen konnten, er war nämlich so beschäftigt mit Kiste putzen, dass er sich zumindest in unser Gegenwart nicht rausbewegen wollte.

 

Dieser Kiwi ist leider nicht echtDafür ist der hier echt aber scheu..

 

Ein bisschen enttäuscht versuchten wir danach unser Glück bei den Whangarei Falls, die im Reiseführer als Paris Hilton der Wasserfälle von Neuseeland beschrieben werden (nicht die schönsten, aber wahrscheinlich die meistfotografiertesten). Das trifft es im Endeffekt ganz gut. Die Wasserfälle sind ohne Zweifel schön und fotogen, aber gehören nicht zu der Sorte von Wasserfall über die man noch Wochen später redet. Ganz anders dagegen unser Beach-Stopp in Matapouri. Die Bucht gehört wieder mal zu den Neuseeländischen Stränden, die einem den Atem rauben und die man nie mehr vergisst. Malerische Felsen rechts und links, weißer Sand, perfekte Wellen und türkises Wasser und ein paar perfekte Inseln am Horizont. Was will man mehr?

 

Die Whangarei Falls    Matapouri Beach oder auch kurz Paradies        Kurz vor Matapouri

 

Leider hatten wir noch ein Stückchen Weg vor uns und so reichte es nur für eine kurze Lunch-Badepause. Dafür gab es dann aber noch eine Eispause in Paihia und den schönsten Blick überhaupt bei der Ankunft im Ferienhaus in Whangaroa. Überaschenderweise war die Schönheit des Ausblicks trotz mehrfacher Posts im Block dennoch eine Überraschung für Papi und Petra – ich muss also davon ausgehen, dass auch ihr die tatsächliche Schönheit nicht annähernd erfassen könnt. Stellt es euch also einfach noch tausendmal schöner vor, als ihr es auf den Bildern seht, dann seid ihr nahe dran :-). Zum Abendessen hatte ich gleich die nächste Überraschung parat: Danny hatte mir zwei riesige Crayfische (Neuseeländische Rock Lobster) besorgt, die mit Nudelsalat und grünem Salat und einem Spontandessert von Karin und Henry ein traumhaftes Dinner ergaben (vorherige Massaker zum Auspulen natürlich inklusive).

 

Crayfish for DinnerPapi und ich mit Blick über Whangaroa Harbour vom St. Pauls Rock

 

Wie ihr an der Länge des Blogeintrags merkt hatten wir zu diesem Zeitpunkt bereits mehr erlebt, als wir Zeit hatten das zu verarbeiten. Der nächste Tag – sowieso regnerisch – war also der versprochene Erholungstag. Keine Pläne, nur ein kurzer Spaziergang, das tat gut und war mehr als nötig. Insbesondere, weil für den kommenden Tag schon wieder straffes Programm angesagt war. Wir hatten einen Cape Reinga Trip mit Marty gebucht. Der nördlichste Leuchtturm am Cape Reinga, Teebaum-Tee direkt vom Ast in Taputaputa Bay, Sandboarding in den Te Paki Dünen und jede Menge Informationen auf dem Weg. Ihr kennt das ja alles schon ausführlich von meinem Eintrag über Cape Reinga, daher erspare ich euch an dieser Stelle noch mehr zu lesen.

 

Ausflug zum Cape Reinga, mit Lighthouse im HintergrundDiesmal konnte man sehen wie sich der Pazifik und die Tasman Sea treffenCape Reinga Lighthouse --> ca. 18000km bis LondonWenn das kein frischer Tee ist weiß ich auch nichtletzte Instruktionen vorm SandboardingStolz wie Oskar nach zwei Mal hoch und runter

 

Wir nähern uns auch langsam dem Ende einer Erlebnisreichen Woche. Nach einer weiteren Nacht in Whangaroa machten wir uns am Sonntag wieder auf Richtung Auckland. Immer noch voller Eindrücke begnügten wir uns mit der szenischen Old Russel Road als Sehenswürdigkeit und verbrachten auch unseren letzten halben Tag in Auckland mit mehr oder weniger Fast-Sightseeing aus dem Auto oder Kaffee. Einzig den tollen Restaurants am Hafen schenkten wir mehr Aufmerksamkeit und futterten uns beim Abschiedsdinner fast ins Fress-Koma (aber es war einfach sooo lecker und wenn dann noch der Dessert-Trolley vorgefahren wird…..).

Ach, es war einfach eine sehr, sehr schöne und erlebnisreiche Woche. Ich hoffe und denke Neuseeland konnte überzeugen und ich habe meine Zeit als Reiseleiter sehr genossen. Weil die nächsten Abenteuer bereits auf mich warten nutze ich jetzt heute meinen freien Tag noch um mich ein bisschen zu erholen.

 

Lieber Papi, Liebe Petra, es war wunderschön euch hier zu haben!

 

Lasst mich wissen, wenn ihr auch mal einen NZ Reiseführer braucht. Ganz liebe Grüße aus meinem neuen in mein altes Leben, die in der letzten Woche ein Stückchen weiter zusammengerückt sind.

 

Marie

13März
2011

Neuseeland zu Wasser – Wie aus einem Stadt-Land-Kind eine Fischerin wurde

Wahnsinn, die Zeit rennt; seit meinem letzten Eintrag sind schon wieder zwei Wochen vergangen und dabei fühlt es sich an wie gerade mal zwei Tage.

Nachdem sich auf Grund unvorhersehbarer Naturereignisse in Christchurch meine Pläne ja wieder einmal spontan geändert hatten, hat es mich die letzten zwei Wochen wieder zurück ins schöne Whangaroa verschlagen. Nach 2 Reisewochen (und bereits über 4 Monaten Reisezeit) ist es immer besonders schön an Orte zurückzukommen, die man schon kennt und mit tollen Erinnerungen verbindet oder wo man nette Menschen wieder trifft. Auf Whangaroa und die Sunseeker Lodge trifft das gleich doppelt und dreifach zu: Es ist einer der schönsten, ruhigen, entspanntesten Orte, die ich in Neuseeland bisher kennengelernt habe, ich habe mich riesig gefreut Karin und Danny wieder zu treffen und ich habe noch vom letzten Besuch tolle Erinnerungen an meine ersten Angelerlebnisse und tolle Ausflüge zu Wasser und Land.

Whangaroa Harbour vom St. Pauls Felsen 1Whangaroa Harbour vom St. Pauls Felsen 2

Dies sollte also wieder ein Abschnitt Work UND Travel meiner Reise werden, denn für kostenlose Unterkunft möchte man auch ab und zu was arbeiten, aber Leben und Genießen möchte hier im Paradies auf keinen Fall vergessen werden. Dazu zählt insbesondere frischer Fisch jeden (oder fast jeden) Tag, es sei denn, man kann ihn nicht mehr sehen. Gebraten, gekocht, gerillt, gebacken, geräuchert, im Sandwich, im Omlette, als Sushi oder einfach pur – Fisch hatte ich in den letzten Tagen wirklich in JEDER Variante. Es versteht sich von selbst, dass der Fisch auch in Whangaroa nicht vom Himmel fällt, sondern mit viel Übung, Geduld und Geschick selbst aus dem Wasser geholt werden muss. Dank des guten Wetters war das zur Lodge gehörige kleine Bootchen fast jeden Tag in unterschiedlicher Besetzung im Wasser (einer muss immer im Hostel die Stellung halten) und es ergab sich auch für mich genug Gelegenheit, meine Angelkenntnisse (vorher nicht existent) auszubauen. Mittlerweile erkenne ich Snapper, Golden Snapper, John Dory, Kahawai, Kingfish und Yellowtails - was so die häufigsten Fischsorten sind die hier rumschwimmen (es gibt noch ein paar mehr, die ich aber entweder nicht schreiben kann oder noch nicht selbst gefangen habe). Ich kenne die Mindestgrößen, die man fischen darf, und weiß welcher Fisch sich als Köder für welchen anderen eignet und demnach auch, wie man welchen Fisch am besten fängt. Ich kann eine Angel selbstständig mit einem Köder bestücken und den gefangenen Fisch vom Haken befreien (klingt einfach, ist es aber nicht – die Biester zappeln nämlich und sind erstaunlich stachelig, und wenn man Pech hat, haben sie den Haken gleich ganz verschluckt). Natürlich lasse ich mittlerweile auch ganz brav und ohne Reue (zu) kleine Fische wieder ins Meer zurück und begnüge mich mit 2 Stunden Fische füttern, wenn es sein muss – wer nehmen kann, muss auch geben können. Nach dem Spaß kommt das Vergnügen, denn der Gefangene Fisch will natürlich auch bearbeitet werden. Zum Räuchern trennt man am besten nur den Kopf ab und nimmt den Fisch aus (eine ziemlich brutale, blutige und nicht besonders angenehme Arbeit) und schneidet ihn dann längs der Mittelgräte auf, für alles andere wird der Fisch in der Regel filetiert und gehäutet, was etwas mehr Geschick erfordert. Nach geschätzten 20 filetierten Fischen bin ich darin aber inzwischen schnell und routiniert und mache das geradezu gerne (vielleicht lande ich ja doch noch in einer Fischfabrik?!). Leider hatte das Fisch-Filetieren regelmäßig Nebenwirkungen: Entweder habe ich mir an den Spikes des Fisches in den Finger geschnitten oder versehentlich in eine Wespe gefasst oder ich wurde von Grund auf von Mosquitos und/oder Sandflies zerstochen – was tut man nicht alles für einen leckeren Fisch.

Mein erster selbstgefangener John DoryHochkonzentriert beim Filetierenfrischen Fisch auf den Tisch..

Einige Highlights meiner Fishing-/Bootsabenteuer sind der Bootsausflug auf Shannons Boot von der Bay of Island nach Whangaroa, bei dem ich unter anderem erstmals die süßen kleinen Pinguine, die hier rumschwimmen, vor die Linse bekommen habe. Die Szenerie der Bay of Islands ist einfach immer wieder unbeschreiblich, insbesondere an diesem Tag, als das Meer flach wie Teppich vor uns lag, türkis und ohne eine einzige Welle und mit strahlend blauem Himmel – mit Worten nicht zu beschreiben.

Bootsausflug und ich bin KapitäninBay of Islands vom Boot ausDie Schönheit der Bay of Islandsein süßer kleiner Pinguinnoch mehr schöner Blickich fühl mich wohl zu Boot...noch eben schnell Abendessen mitnehmen..

Weitere Highlights sind ein Fishing-Ausflug auf einem kleineren Boot in Mangonui (Mein erster und einziger Golden Snapper und mein erstes mal Seekrank auf einem Boot – ein aufregender Tag)

Ich - nicht mehr seekrank - mit einem goldenen (links) und einem

und der heutige morgen Fischen vom Kajak bei erneutem Traumwetter und kristallklarem Wasser. Ein wahnsinniges Gefühl alleine in einem Kajak zwischen Felsen und Inseln zu sitzen (Danny war irgendwo im Umkreis tauchen), die Angel ins Wasser zu halten und zuschauen zu können, wie die Fische am Köder knabbern – Wow!

Mahinepura Bay - schöne Kulissse

Jetzt bin ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge wieder unterwegs. Es geht wieder in Richtung Stadt und Lärm, Stress und geplantes Leben, aber ich freue mich sehr, morgen meinen Papa und Petra vom Flughafen abholen zu können und ihnen eine Woche lang zeigen zu dürfen, was Neuseeland zu bieten hat (soweit das in einer Woche geht). Es liegen zwei extrem entspannte, lehrreiche, schöne Wochen hinter mir und wieder einige hoffentlich schöne, interessante Reisewochen vor mir.

In Neuseeland wird es jetzt nachts langsam kühler, daraus schließe ich, dass bei euch bald der Frühling kommt. Bald könnt ihr mir die warmen Grüße schicken, aber noch bin ich dran.

Also sonnige Grüße

Marie

25Februar
2011

Aus gegebenem Anlass

In Anbetracht der aktuellen Ereignisse in Christchurch wollte ich euch nur kurz wissen lassen, dass es mir gut geht. Ich war am Dienstag in Auckland und habe vom Beben nichts gespürt, aber mit den Fernsehbildern gezittert. Meinen Flug für Donnerstag (gestern) nach Christchurch habe ich erstmal auf Eis gelegt und mich für eine Zwischenstation meiner Reise wieder in Whangaroa im Norden entschieden.

Darüber hinaus habe ich heute das Ergebnis meiner Diplomarbeit erfahren und bin dann damit wohl nun auch offiziell Diplom-Psychologin. Mit einer 1,0 in der Diplomarbeit sollte auch das Gesamtdiplom recht gut ausfallen, also gibt es allen Grund zu feiern.

Soviel für den Moment. Es ist komisch, dass das Leben einfach weitergeht, wenn ganz in der Nähe so schreckliche Dinge passieren.

Ich drücke euch alle ganz Fest aus der Ferne

Marie

22Februar
2011

Campervan die Zweite – 2731km zu Auto + 30km zu Fuß auf der Nordinsel Neuseelands (Teil 2 – East Cape und Coromandel)

So, da bin ich wieder mit Teil 2 meines Reiseberichts. Den Tongariro Crossing Bericht habt ihr hoffentlich besser verdaut, als wir das Crossing, den beim Aufwachen an Tag 1 und 2 nach der Wanderung hatten wir jeweils kurz die Befürchtung über Nacht einige Jahrzehnte gealtert zu sein ;-). Gejammert wurde diese Tage jedenfalls außerordentlich viel in unserem Camper, insbesondere beim ins Auto rein- und rausklettern.

Für unsere restlichen Tage hatten Selma und ich uns einen Trip ganz in den Osten Neuseelands vorgenommen und machten uns daher zunächst auf den Weg in die ArtDeco Stadt Napier an der Ostküste.

Süße ArtDeco Häusschen in Napierweitere schöne Häuser in Napier

Damit sollte eine sehr wasserreiche Zeit beginnen. Bereits auf dem Weg hüpften wir in einen kleinen, versteckten, mitten in den Bergen gelegenen Hot Pool und spätestens auf dem Weg von Napier nach Norden an der Küste entlang beehrten wir jeden schöneren Strand mit unserer Anwesenheit: Mahia Beach, Tatapouri Beach, Tolaga Bay (mit dem längsten Steg der südlichen Hemisphäre), Anaura Bay (angeblich einer der schönsten Strände an der Ostküste, mit freilaufenden Kuhherden am Strand).

Gisborne Beach am MorgenTolanga Bay WharfIch auf der Tolanga Bay Wharf (längste der südlichen Hemisphäre)Ich mit der Anaura Bay im Hintergrundtypisch Neuseeländische Landschaft

Unser Weg führte uns aber auch durch wunderschöne, kurvige, nicht sehr belebte Straßen mit typischen neuseeländischen grünen Hügeln, tollen Ausblicken und einfach nur ganz viel landschaftlicher Schönheit. Nach einer Übernachtung in Gisborne erreichten wir am zweiten Tag gegen Abend unser eigentliches Ziel: Das East Cape. Hier, am östlichsten Punkt Neuseelands geht als allererstes die Sonne auf (wenn man mal die paar Inselchen vor Neuseeland vergisst, sogar als allererstes auf der Welt). Das konnten wir uns nicht entgehen lassen, nahmen die in der Dämmerung und bei Nebel ein bisschen unheimliche Schotterstraße zum Leuchtturm in Kauf und parkten eine Nacht im ziemlichen Nichts am Beginn des Aufstiegs zum Leuchtturm (denn den Sonnenaufgang kann man ja auch hier nur morgens sehen). Um 5:30Uhr war daher unsere Nacht an diesem Tag auch schon vorbei und mit einem Müsliriegel bewaffnet und mit dem Restschlaf noch in den Augen erklommen wir im Dunkeln die Stufen den Berg hinauf. Leider war uns trotz Valentinstag nicht vergönnt einen wirklichen Sonnenaufgang überm Meer zu sehen, denn es war ein wenig wolkig. Dennoch, das erste Tageslicht des 14.02.2011 haben wir gesehen und schön war es allemal.

Szenische Fahrt zum East Cape East Cape Lighthouseszenisches East CapePanorama vom ersten Tageslicht des 14.02.2011 am East Cape

Reiseführer über Neuseeland sparen (zu recht) in der Regel nicht mit Superlativen. Der Pacific Coast Highway (State Highway 35), der sowohl von Süden als auch von Westen am East Cape entlang führt, wird als einer der Besten des Landes beschrieben und ich schließe mich diesem Urteil gerne an. In Whanarua Bay haben wir die beste Eiscreme meines Lebens gegessen: Macadamia-ManukaHonig-Eis, homemade, awesome, und auch der felsige Strand dort ist ohne Zweifel schön. Zur Feier des Tages wurden wir am Ende des Tages dann in Ohope auf einem Hügel auch noch mit einem weiteren atemberaubenden Valentinstags-Dinner/Nachtlager-Blick über Meer und Küste beschenkt. Die Stadt Whakatane bildete dann am nächsten Morgen mit einem Schnell-Sightseeing den Abschluss unser Ostküsten-Tour.

Valentinsdinner mit Ausblick auf Ohope Beachszenischer Sonnenaufuntergang irgendwo auf dem Weg

Nächstes Ziel war die Halbinsel Coromandel - der Auckländer liebstes Kurzreiseziel, dank der wunderschönen Landschaften, traumhaften Strände und natürlich der Nähe zu Auckland. Kaum auf der Halbinsel angelangt lagen wir daher natürlich auch schon wieder am Strand (Waihi Beach), betätigten uns danach aber auch noch mal ein bisschen körperlich mit einem 45-minütigen Weg um eine aktive, offene Goldmine in Waihi Stadt (ja, laufen ging mittlerweile schon wieder).

Panorama über die Martha Mine in Waihi

Gegen Abend erreichten wir dann schon recht weit im Norden Hahei. Da leider überall auf der Coromandel Halbinsel ‚Freedom Camping’ verboten ist und man sich auch schlecht irgendwo verstecken kann mussten wir wohl oder übel diese Nacht in einem Holiday Park einkehren – immerhin mal feste Toiletten und Duschen über Nacht ;-). Am nächsten Morgen wachten wir dann bei strömendem Regen auf, was unsere Pläne zumindest teilweise ein wenig durcheinanderbrachte, denn der geplante 30-minütige Strandspaziergang zur berühmten ‚Cathedral Cove’ (einem malerischen Felsentunnel am Strand) fiel so wortwörtlich ins Wasser. Unser zweites Ziel um Hahei sollte allerdings bei Regen am Ende sogar noch viel mehr Spaß machen. Nur ein paar km von Hahei entfernt gibt es nämlich den so genannten Hot Water Beach. Ein Strand, unter dem unsere Erde mal wieder geothermal recht aktiv ist und wo man sich daher seine eigene Badewanne buddeln kann. Die in den Sand gebuddelten Löcher füllen sich nämlich mit heißem Wasser aus dem Grund - an einigen Stellen so heiß, dass man nicht mal auf dem Strand stehen kann – Schaufeln gibt’s natürlich vor Ort zu mieten. Selten habe ich bei Regen so viele Menschen an einem Strand gesehen und genauso selten so viele Erwachsene die mit Begeisterung im Sand buddeln ;-).

Ich am Hot Water Beach beim Badewanne buddeln

Frisch (freiluft-)geduscht und natürlich entspannt ging es weiter den State Highway 25 entlang auf die andere Seite der Halbinsel nach Coromandel Town. Das Wetter war immer noch nebelig und grau, aber wir wagten trotzdem ein kleinen Spaziergang durch das süße Städtchen und seine Arts und Crafts Shops (nur gucken, nicht kaufen natürlich), bevor wir gegen Abend dann einen weiteren Campingplatz etwas südlich von Coromandel Town ansteuerten. Unsere gemeinsamen Tage waren zu diesem Zeitpunkt bereits gezählt, am nächsten Tag stand noch die Besichtigung einer alten Goldmine im Goldrauschstädtchen Thames an und dann bereits die Fahrt nach Auckland, ein Zwischenstopp am bekannten One Tree Hill (einem von Aucklands Stadtvulkanhügeln), ein letzter Beachstopp in Tekapuna Beach (nördlich von Auckland) und unser letzter gemeinsamer Abend in Devonport. Die besten Fish and Chips in Auckland mit Blick auf Aucklands Skyline beim Sonnenuntergang – wie ich finde ein würdiges Ende für eine tolle Reise.

One Tree Hill (ohne Baum aber dafür mit Denkmal)Ich auf dem One Tree Hill mit Auckland im HintergrundSonnenuntergang in Devonport mit Blick auf die Skyline von Auckland

Noch ein kurzer Bummel durch Auckland City am nächsten morgen und schon trennten sich unsere Wege am Flughafen Auckland. Selma dürfte bald schon wieder im schönen Deutschland angekommen sein, Fred (wie wir unseren Camper getauft haben) ist nach gemeinsamen 2731km mit mir wieder in der Verleihstation abgegeben und ich sitze in Auckland bei schönstem Wetter auf der Dachterrasse des Hostels, fühle mich nach Duschen, Wäsche waschen und mit einem „eigenen“ Bett wieder ziemlich zivilisiert und werde mich bald auf den Weg Richtung Christchurch machen, um dort die Zeit bis zur nächsten Reise mit meinem Papi und Petra zu überbrücken.

Liebe Selma, das war eine ganz, ganz tolle Zeit mit dir. Wir haben reisetechnisch super zueinander gepasst und zwei unvergessliche Wochen erlebt. Danke für Alles und für deine awesome company.

Ein von Herzen kommendes Dankeschön an dieser Stelle auch an alle anderen, die mir diese Reise und damit diese Erlebnisse ermöglicht haben und mich immer mit lieben Kommentaren und Emails unterstützen. Bis zum nächsten Bericht,

Ein sonniger Gruß

Marie

19Februar
2011

Campervan die Zweite – 2731km zu Auto + 30km zu Fuß auf der Nordinsel Neuseelands (Teil1 – Tongariro Alpine Crossing)

Unglaubliche zwei Wochen ist es jetzt schon wieder her, seit ich Auckland mit meinem neuen Reisegefährten – einem großen Toyota GrandHiace mit zwei Schlafplätzen, basic Kochutensilien, sowie einer Kühltruhe und einem Wasserkanister – verlassen habe. Genauso lange wartet ihr wahrscheinlich auch schon sehnsüchtig auf den neuen Bericht meiner Erlebnisse, den ich euch natürlich nicht vorenthalten will.

Von Auckland aus führte mich meine Reise zunächst mit Mel als Begleitung nach Mount Maunganui (ja, ihr erinnert euch richtig, da war ich mit Johanna schon mal, aber so ist das als guter Reiseführer nun mal). Als Langzeitbackpacker nicht mehr ganz so Sehenswürdigkeitenhungrig haben wir uns dort einfach 1,5 schöne Strandtage gemacht, viel gequatscht, gelacht und gelesen und uns vom vielen Arbeiten in Whangaroa erholt ;-). Erholung brauchten wir aber nicht nur rückwirkend sondern auch schon einmal vorsorglich, denn für den nächsten Tag hatten wir DIE Wanderung Neuseelands geplant: Das Tongariro Alpine Crossing. Die Wanderung gilt als die schönste Tagestour der Welt und führt 19,4 km und 400Höhenmeter durch eine einzigartige (aktive) Vulkanlandschaft. Zusätzlich liegt am Rand der Alpine Crossing Route auch noch der Mount Doom/Schicksaalsberg aus Herr der Ringe (der in echt übrigens Mount Ngauruhoe heißt und schlappe 2200m hoch ist) – da ist für einen echten HdR Fan die Besteigung natürlich ein Muss. Leider ist man in solcher Höhe ziemlich wetterabhängig, was dazu führte, dass wir unseren ersten Versuch der Besteigung leider verschieben mussten. Wir hatten uns in National Park Village mit Selma, die mich die restlichen 12 Tage im Campervan begleiten sollte, verabredet und trotz der sonnigen Aussichten auf der Südseite der Berge (von der Selma kam) war es bei uns grau, nieselig und für die Berge windig angesagt. Wie es hier in Neuseeland schon so oft vorkam haben wir also kurzerhand alle unsere Pläne umgeschmissen, und das Crossing auf zwei Tage später verschoben. Mel hatte andere Pläne und machte sich am nächsten Tag auf nach Wellington, während Selma und ich an dieser Stelle unsere Nordinselcampertour starteten.

Es ging zunächst wieder nach Norden und da das Wetter inzwischen merklich besser geworden war (oder zumindest 80km nördlich wesentlich besser war) nutzten wir gleich mal die Freiheit des Campervanlebens und schoben einen kurzen Badestopp am Hot Sand Beach des Lake Taupo ein. Diesen hatte ich beim letzten mal mit Johanna nicht finden können, dabei hätten wir einfach nur ins Wasser gehen müssen. Während letzteres nämlich angenehm erfrischend ist, ist der Sand am Grund des Sees auf Grund geothermaler Aktivität in der ganzen Region einfach mal angenehm warm (oder wenn man sich zu tief einbuddelt sogar heiß). Ein See mit Fußbodenheizung also gewissermaßen – cool! Weiter ging es dann frisch Richtung Rotorua, mit Abstechern zu den Huka Falls und zum BeeHive und einem Nachtlager in der Nähe der Rainbow Mountains (mehr dazu in meinem Bericht zu Johannas und meiner Reise). Am nächsten Tag schickte ich Selma morgens ins Whakarawewa Village (Maoridorf mit geothermaler Aktivität), denn manche Dinge muss man in NZ einfach gesehen haben. Noch mehr geothermale Aktivität gab es dann für uns beide im Kuirau Park in Rotorua (ein öffentlicher Park in dem es hier und da Dampft und sprudelt) und kurz drauf waren wir auch schon wieder on the Road, auf dem Weg nach Matamata, oder genauer Hobbiton, einem weiteren Herr der Ringe Filmort. Interessanterweise wird hier in wenigen Tagen der Film „Der Hobbit“ gedreht und das Filmset lässt sich aktuell originalgetreu besichtigen. Ein irres Gefühl, vor allem für eingefleischte HdR Fans wie Selma - mir reichte es „da“ gewesen zu sein und ich sparte mir die 66Dollar für die Tour. Ein Großteil dessen, was ein solches Filmset ausmacht bekommt man hier nämlich umsonst: Die Umgebung. Für die Nacht hatten wir uns eine süße Parkbucht, keine 5 Minuten von Hobbiton weg auf einem Berg, ausgeguckt und hatten damit wieder einmal den schönsten Ausblick aus dem Bett, den man sich vorstellen kann.

Ich im dampfenden Kuirau Park in RotoruaBett mit Aussicht bei Hobbiton

Am nächsten Tag ging es dann wieder zurück nach Süden (und ja, die Straße Taupo – National Park kenne ich jetzt auswendig und kann sie blind fahren) und die Aufregung stieg, denn diesmal sollte ES wirklich klappen. Gegen späten Mittag hatten wir unsere Tagesrucksäcke gepackt, uns organisiert, noch mal eine gute Portion Nudeln verdrückt und waren so was von bereit für den Walk der Walks. Zunächst stand uns für diesen Tag aber eine kurze 3 Stunden Wanderung von Whakapa Village zur Mangatepopo Hütte bevor (9km), von wo aus wir dann am nächsten Tag in aller frühe das Crossing starten wollten. Ein gutes Training über Hügel und Bäche immer mit unserem großen Ziel (Mount Doom) vor unseren Augen. Zur Belohnung gab es an der Hütte abends noch einen wunderschönen Sonnenuntergang und dann war (in Ermangelung von Strom und Licht und weil wir früh raus wollten) auch schlafen angesagt.

Die ersten Schritte auf dem Tongariro Northern CircuitDie ersten 9km geschafftSonnenuntergang auf der Mangatepopo Hütte

Noch im halbdunkeln machten wir uns nach einem kurzen Frühstück gegen 6:30Uhr dann auf den Weg in die Berge. Bereits nach einer knappen dreiviertel Stunde erwartete uns die erste größere Herauforderung. Der steilste Aufstieg des Alpine Crossings auf 1600 Höhenmeter (die Hütte liegt auf 1200m) zum South Crater.

Das Tongariro Alpine Crossing in der Übersicht

Von dort aus geht dann ein „Seitenweg“ ab auf den Mount Ngauruhoe, wobei hier von Weg kaum zu sprechen ist. Bereits an dieser Stelle war der Blick beeindruckend, aber wir gaben uns und dem Blick wenig Zeit, sondern wanderten nach einer kurzen Müsliriegelpause zielstrebig weiter nach oben. Mit dem Wandern war dann aber bald Schluss, der Rest des 2-stündigen Aufstiegs auf 2200m lässt sich besser mit kraxeln, klettern, kriechen, hochschleppen beschreiben. Ganz wie es sich für einen Vulkan gehört besteht dieser nämlich hauptsächlich aus Sand und kleineren und größeren Lavasteinen. Irgendwie haben wir es aber trotz des schier endlosen „ein Schritt hoch, zwei wieder runter“ irgendwann ganz noch oben geschafft. Völlig erledigt aber nicht weniger beeindruckt und stolz verbrachten wir eine geschlagene Stunde am Vulkankrater mit Fotosessions und Lunchbreak.

Vor dem ersten steilen Anstieg schöne Ausblickeauf dem Weg nach ObenIch am KraterOben und geschafftSuper Blick auf 2200m - im Hintergrund Mount Ruapehu

Alle weiteren Lunchbreaks in meinem Leben werden es schwer haben sich mit dieser messen zu müssen. Wieder ein wenig zu Kräften gekommen ging es dann also wieder an den – nicht weniger anstrengenden – Abstieg. Die einfachste Methode runter zu kommen ist, sich am steilsten Teil des Berges im Sand runterrutschen zu lassen. Klingt einfach, ist es aber nicht, denn um die 600m Höhenunterschied nicht Kopfüber zu nehmen und nicht ständig auf dem Hintern zu landen ist einiges an Konzentration gefragt.

Abstieg mit Blick auf den Mount Tongariro

Nach einer Stunde waren wir (und ein gefühltes Kilo Sand in meinen Schuhen) wieder unten und bereit für ein heißes Bad und eine gute Massage. Unglücklicherweise war davon mitten am South Crater nicht viel zu sehen und bis zum Kethati Car Park (dem Ende des Alpine Crossings) lagen noch 13 km (4h) vor uns – das eigentliche Tongariro Crossing. Viel zu sagen gibt es dazu nicht. Der Weg hat die Bezeichung beste Tageswanderung sicher zu 100% verdient. Durch eine bizarre, wunderschöne Landschaft führt der Weg an einem atemberaubenden (Aus)blick nach dem anderen vorbei. Da vergisst man gerne die Anstrengung weiterer (im Vergleich kleinerer) Anstiege. Seht selbst, denn wir haben natürlich geknipst was die Kameras hergeben.

Steiler AbstiegDa waren wir oben, jetzt gehts weiter!Schöne Berglandschaft mit Mt. Ngauruhoe im HintergrundEiner der schönsten Abschnitte des Crossings, Blick auf die Emerald Lakes (rechts) und links hinten der Blue Lake 

Panorama mit den Emerald Lakes

Gegen 16:30 Uhr, pünktlich zu unserem Fünf-Uhr-Shuttle, erreichten wir dann völlig erledigt den Kethati Car Park, unglaublich stolz und unglaublich kaputt. Wie ihr euch denken könnt, haben wir an diesem Abend nicht mehr viel unternommen, die Fahrt zurück nach Taupo, ein schnelles TakeAway Essen und dann ein weiches Himmelbett – ach nein, Schlafsack und Campervanmatratze. ;-) 

Nun ist es schon wieder so viel Text geworden, unsere weiteren Abenteuer gibt es dann die nächsten Tage im Teil 2 des Berichts, damit ihr auch noch zu was anderem kommt, als meine Berichte zu lesen (und damit ich vor allem noch zu was anderem heute komme, als ihn zu schreiben ;-) ).

Ich freue mich schon auf eure Kommentare. Bis bald. Marie

04Februar
2011

Urlaub vom Urlaub – 1,5 Tage Trip zum nördlichsten Punkt meiner Neuseelandreise (Cape Reinga) voller unglaublicher, beeindruckender Abenteuer

WOW, anders kann man die letzten 1,5 Tage einfach nicht zusammenfassen. Schon vor meiner Abreise war eines meiner großen Ziele in Neuseeland das Cape Reinga, der „nördlichste Punkt“ Neuseelands. Genaugenommen stimmt das nicht, denn wie ich gelernt habe liegt der nördlichste Punkt noch etwas weiter oben am North Cape. Das gehört aber den Maori (Ureinwohner Neuseelands) und ist für Touristen nicht ohne weiteres zugänglich. Somit ist Cape Reinga mit seinem malerischen Leuchtturm der nördlichste zugängliche Punkt Neuseelands und beherbergt zudem den nördlichsten Briefkasten des Landes. Abgesehen davon ist die Landschaft hier einfach nur umwerfend schön und es treffen sich hier der Pazifik und das Tasmanische Meer, was an guten Tagen auch gut sichtbar ist.

Aber von Anfang an: Nachdem Mel und ich unseren geplanten Cape Reinga Trip vor zwei Wochen wegen des ersten tropischen Zyklons für ein Besuch im Hot Pool aufgegeben hatten wollten wir diesen von Whangaroa aus nun endlich in Angriff nehmen. Wie üblich in Neuseeland konnten wir mit unser Idee schnell andere begeistern und im nu war ein neuer Ausflug geplant. Nach einem partyreichen Wochenende mit unseren Hostelgästen (einer Truppe neuseeländischer Jungs auf Jungesellenabschiedsreise (oder wie man das auch immer nennt) machten sich Karin, Danny, Mel und ich uns daher am frühen Mittwochmittag mit einem bis zum Anschlag voll bepackten Auto auf den Weg Richtung Norden. Danny, der diesen Teil Neuseelands besser als seine Westentasche kennt und schon diverse Touren zum Cape Reinga geführt hat, sollte für die nächsten 1,5 Tage unser Guide sein und hatte uns allerlei gut klingende Abenteuer versprochen. Im Nachhinein ist es kaum zu glauben, dass wir das tatsächlich alles in so kurzer Zeit geschafft haben, aber macht euch selbst ein Bild. Unsere erste Station war eine Art Schreinerei für Kunsthandwerk, Cafe und Souveniershop mit einem etwa 500.000 Jahre alten Kauri Baumstamm, den man begehen kann. Kauri-Bäume sind traditionelle Neuseeländische Bäume die der Maori Geschichte nach den Himmel tragen, damit er nicht herunterfällt. Sie sind dementsprechend in der Regel extrem alt, dick und hoch und natürlich beeindruckend anzusehen und ihr Holz ist extrem begehrt (wenn gleich sie nur noch in Ausnahmefällen gefällt werden dürfen).

alter Kauri TreeEin Stuhl aus Kauri mit Kiwi Kuscheltier

Weiter ging es Richtung Norden. Unterwegs noch eben ein Zelt und Gaskocher aufgesammelt und schon waren wir wieder unterwegs. Gegen frühen Abend erreichten wir unseren Campingplatz mit dem schönen Namen „Taputaputa Bay“. Dieser liegt in einer absolut malerischen Bucht zwischen zwei Bergen, etwa 10 km vom Cape Reinga entfernt und mit kristallklarem Wasser an einem schönen weißen Sandstrand und perfekten Wellen. Wie schon so oft bevor in Neuseeland habe ich mich die Landschaft auf Anhieb verliebt, was uns glaube ich allen dreien so ging. Nachdem wir nach einigen Anläufen unser Riesenzelt einigermaßen sicher aufgebaut hatten kühlten wir Mädels uns erstmal im Wasser ab und Danny schnappte sich seine Tauchausrüstung um für Abendessen frisch aus dem Meer zu sorgen. Unser Dinner war dann auch dementsprechend spektakulär gut: frischer Salat vom Nachbar und Brot mit Pasta und Tomatensauce mit frischem Lobster und Fisch. Wow. Neuste Mode unter Crayfish ist übrigens ein Hut aus Paua Muschel, wie ihr auf den Bildern sehen könnt – da lebte er noch ;-)

Wir vier mit Taputaputa Bay im HintergrundTaputaputa Bay... malerisch!und Taputaputa Bay am STrand mit szenischer SonneAbendessen noch lebend. Hinten Lobster mit Paua Muschel Hutund nun das Essen nicht mehr lebend, aber umso leckerer

In Anbetracht der Unmengen von Mücken um uns herum, denen wir auch mit Mücken- und Flyspray und Citronella kaum Herr werden konnten, endete unser Abend relativ früh; aber wir hatten ja auch noch große Pläne für den nächsten Tag.

Am Morgen stand erstmal der Besuch beim Cape Reinga an. Nach so viel Schönheit war die Anfängliche Aufregung ein wenig gewichen, aber am Cape angekommen wurde man dann doch wieder von der Szenerie gefangen genommen. Wir hatten das Glück, dass so früh am morgen noch kaum bis keine anderen Reisenden den Weg zum Cape gefunden hatten und so konnten wir einige spektakuläre Postkartenfotos und ein unglaubliches Panoramafoto schießen. Endlich DEN Leuchtturm selbst zu sehen war noch viel besser als in meiner Vorstellung. Cape Reinga hat einfach eine magische Ausstrahlung; Nicht umsonst befindet sich hier auch die Spirits Bay – der Ort an den der Geist eines jeden Neuseeländers nach seinem Tod zurückkehrt und „seinem“ Land auf Wiedersehen winkt, bevor er übers Wasser davonschwebt…

Ich mit dem Cape Reinga Lighthouse im Hintergrunddie letzten Meter zum LighthouseDER Wegweiser am Cape ReingaSpirits Bay mit dem heiligen Pohutukawa Baum

360Grad Cape Reinga

Zurück beim Campingplatz war es schon reichlich spät geworden und wir packten so schnell es ging unseren ganzen Krimskrams zusammen und machten uns wieder auf den Rückweg, auf dem wir einige Zwischenstopps eingeplant hatten. In Te Paki stand Sandboarding auf dem Programm – awesome!!!! Auf dem Bauch auf einem Bodyboard geht es riesige Sanddünen kopfüber hinunter - je steiler, desto schneller, desto anstrengender aber auch der Aufstieg und desto besser der Ausblick. Unnötig zu erwähnen, dass man spätestens nach dem ersten ride Sand praktisch überall hat, oder?

Vorbereitung zum Sand Dune Ridingauf dem Weg nach oben... Nach unten wars zu schnell für fotos

 Inklusive jeder Menge Sand fuhren wir weiter Richtung Parringaringa Harbour. Mit den dorthin organisierten Kajaks überquerten wir ein kleines Stück Wasser bis zu einer Art Sandinsel mit dem feinsten Sand, den ich jemals in meinem Leben gesehen habe. Unglaublich, noch ein bisschen mehr und es wäre nur noch ganz weicher Staub.. Wir waren aber nicht zum Sandliegen gekommen. Nein, wir waren zum Strandangeln gekommen. Zum Abendessen sollte es frischen Fisch geben und so stellten wir drei Wassernixen uns geduldig ins Wasser und warteten auf den Fisch. Natürlich nicht ohne vorher eine kleine Angeleinweisung erhalten zu haben und immer unter dem wachsamen Auge von Danny. Wir waren dann auch bald erfolgreich. Die Mädels haben drei tolle Snapper fürs Dinner gefangen und an meiner Angel hing immerhin ein großer Rochen, den wir aber wieder freigelassen haben, weil daran eh nicht viel zu essen ist.

malerischer Strand mit unseren Kajakszwei geduldige Mädels beim Fischenerfolgreicher Fang von Mel

Zurück zum Auto wurde natürlich wieder professionell gekajakt (ja, wir haben heute Muskelkater) und dann ging es weiter zum bekannten Ninety Mile Beach. Wohin man schaut sieht man hier rechts und links bis zum Horizont nur Strand, Strand und Strand. Harten, glatten, weißen Sandstrand, auf dem auch Auto gefahren werden darf und kann (Allerdings in der Regel nicht mit Mietwagen). Wir hatten aber anderes im Sinn und haben im seichten Flachen Wasser Tuatua-Muscheln gesammelt.

Ich am Ninety Mile Beach

 Mittlerweile war es schon recht spät geworden und wir hatten Hunger, waren müde und brauchten alle dringend bald eine Dusche. In Deutschland kaum vorstellbar, aber hier möglich brachten wir also in Monganui unseren frisch vor der Tür filetierten und gehäuteten Fisch in ein Fish und Chips Shop und ließen und unsere ganz persönlichen, selbst gefangenen Fish and Chips zubereiten. Extrem Lecker!!!!! Und ein extrem guter Abschluss für einen außergewöhnlichen Trip. Auch hier ist es wohl wieder unnötig zu erwähnen, dass der Abend ruhig und kurz ausfiel und wir wieder zurück im Hostel nach Dusche und ein bisschen Wäsche waschen nur noch ins Bett plumpsten (soweit das bei mir mit den unzähligen Mückenstichen und dem neuerworbenen Sonnenbrand an den Beinen möglich war ;-) ).

Wie ihr merkt bin ich noch immer ganz begeistert und hoffe ich konnte euch ein bisschen davon abgeben. Leider musste ich dem tollen Arbeitsleben in der Sunseeker Lodge nun schon den Rücken kehren und befinde mich zusammen mit Mel bereits auf dem Weg Richtung Auckland, wo wir morgen meinen Campervan entgegennehmen und uns mit einem kleinen Umweg auf den Weg zum Treffen mit Selma machen. Da erwartet uns dann die Besteigung des Schicksaalsbergs aus Herr der Ringe am Montag und Dienstag (19.4 km auf zwei aktive Vulkane, von 1200m auf 2287m.). Wer immer kann, möge uns also schönes Wetter wünschen und ihr alle könnt euch schon mal auf den nächsten Bericht freuen.

Ein sonniger Gruß aus aktuell Auckland.

Marie

28Januar
2011

Bay of Islands – Ein Leben im Urlaub

Die Bay of Islands („Bucht der Inseln“) ganz im Norden von Neuseeland: sie war bereits vor meiner Abreise einer meiner Favoriten und daran hat sich auch jetzt nichts geändert. Seit etwa 2 Wochen treibe ich mich nun schon hier oben rum. Erst eine Woche in Paihia und nun wie ihr schon wisst zum „Arbeiten“ in Whangaroa.

Die Bay of Islands besteht aus ca. 144 einzelnen Inseln in einem wunderschönen grün-türkisen Meer. Am besten lässt sich die Bay of Islands daher auch per Schiff, Boot, Yacht, Kajak oder sonstigem Wassergefährt erkunden. Paihia ist hierfür ein guter Ausgangspunkt. Von Segelturns über Schwimmende Hotels, Fishing-Trips aller Art, Delphin-Touren, Kajakverleih, Jetski über Speedbootfahrten kann man hier so ziemlich alles machen – zumindest gegen das entsprechende Entgelt. ;-) Glücklicherweise hatte ich ja noch von meinem letzten Besuch in Paihia einen Speedboat-Trip-Gutschein (den ich bei der Quiz Night gewonnen hatte – Danke Johanna! Du hast gefehlt in Paihia!) und nachdem wir den, in den ersten Tagen über den Norden Neuseelands hinwegfegenden, tropischen Zyklon Zahia überstanden hatten und endlich wieder die wunderschöne Sommersonne zurück hatten, habe ich diesen nun auch endlich eingelöst. Bei wunderschönem blauen Himmel habe ich mich gegen Mittag auf den Weg zum Hafen von Paihia gemacht. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung und ausgestattet mit Wasserjacke und Schwimmweste ging es dann auch schon bald auf die rasante Fahrt durch die Bay of Islands. Maximalspeed des Bootes ist für Interessierte übrigens 55Knoten (also stolze 101 km/h) – da hüpft es auf den Wellen schon ordentlich, wenn denn welche da sind. In meinem Fall war das Meer eher ruhig, dafür aber umso schöner anzusehen, wie euch die Bilder beweisen.

Marie ready für den Excitor Fast Boat TripBay of Islands vom Boot ausTHE Im Bay of Islands Karibik Flair

Auch sonst hat Paihia einige schöne Ausblicke und Anblicke zu bieten, insbesondere, wenn man in so netter Begleitung wie der von Mel und Mike reist :-)

 Mel und ich beim WeggehenPaihia-ImpressionSonnenuntergang in PaihiaPaihia bei Nacht

Letzten Freitag ging es dann, wie ihr wisst ganz spontan nach Whangaroa (statt nach Kerikeri) zum arbeiten. Die Arbeit die wir hier gefunden haben hat sich mittlerweile als absoluter Glücksgriff herausgestellt. Wir sind 7 Mädels, die gegen kostenlose Unterkunft alles was an Arbeit in der Sunseeker Lodge so anfällt erledigen. Im Durchschnitt hatten wir in der letzten Woche ca. 4-6 Gäste, d.h. maximal 3 Zimmer zu reinigen – das lässt sich zu siebt durchaus schnell schaffen. Ein Grund, warum wir trotzdem hier sind, ist die Tatsache, dass ein belebtes Hostel einfach wärmer und freundlicher wirkt, als ein einsames Hostel und da bereits die Gegend hier eher einsam ist (mehr Natur, weniger Menschen, Whangaroa besteht aus einem Hafen, einem Pub, einem Tante Emma Laden und einigen Ferienhäusern und Lodges, das wars) ist das durchaus auch angebracht. Wir 7 bringen hier also ordentlich Leben in die Bude und wenn es nicht gerade wie die ersten 2 Tage oder heute und morgen konstant durchschüttet, dann lässt sich auch die Umgebung hier wunderbar erkunden. So waren wir letzte Woche gleich zweimal zu Boot unterwegs. Einmal ein kleiner Ausflug auf Lindsays Boot mit Hund Ben (Lindsay ist der Besitzer der Sunseeker Lodge, der vor allem bei so vielen netten Mädels gerne mal nachmittags raus kommt) und einmal ein längerer Ausflug auf Danny’s Boot zum Fischen (Danny übernachtet hier regelmäßig oder unregelmäßig schon seit Jahren und gehört daher quasi schon zum Inventar). Leider haben uns Seekrankheit und Inselbesteigungen irgendwie vom Fischen abgehalten, aber immerhin hat uns Danny beim tauchen einen leckeren Crayfisch mitgebracht (eine Languste, später auf den Namen Charlie getauft), den es dann zum Abendessen gab *yummy*.

Bootsausflug - SchwerstarbeitIch im Boot - glücklichMel und Lindsay und Ben an einem einsamen StrandSchwimmen mit Aussichtein anderes Mel und ich auf dem Boot - glücklich  

Gestern dann haben sich 5 von uns auf einen kleinen Party-Ausflug nach Paihia gemacht und die anderen 2 hatten wohl auch beim Hostel hüten viel Spaß und so ist heute die Stimmung ganz gemäß dem Wetter – gemütliches Hangover auskurieren bei strömendem Regen (natürlich nachdem wir die heutige Arbeit erledigt haben!). Spätestens wenn dann das Wetter wieder besser ist werden uns neue Abenteuer einfallen. Lasst euch überraschen.

Verregnete Grüße mit ein paar eindrucksvollen Sonnenuntergangsbildern der letzten Tage.

Whangaroa Harbour bei Sonnenuntergang1Whangaroa Harbour bei Sonnenuntergang2und noch ein Sonnenuntergangein letztes Sonnenuntergangsbild

Marie

21Januar
2011

Backpackerleben in Auckland und anderswo

So, kurz bevor es nun weitergeht Richtung Norden (Paihia, Cape Reinga, Kerikeri) nutze ich noch mal die entspannte Nichts-tu-Stimmung meiner letzten Woche in Auckland um euch heute einen kleinen Einblick in mein Leben als Backpacker zu geben. [Anmerkung: Angefangen habe ich den Blogeintrag da jedenfalls, mittlerweile ist es eine Woche später und ich war ein paar Tage in Paihia und bin gerade in Whangaroa angekommen.. Es ändert sich alles immer so schnell ;-) ]

Der typische Backpacker hier kommt aus Deutschland, England, Kanada, Holland, Schweiz Schweden oder Irland (das sind zumindest die Nationalitäten die mir hauptsächlich begegnet sind) und ist zwischen 19 und 35 Jahre alt. Wichtigste Eigenschaft die man entweder schon mitbringt oder spätestens hier entwickeln sollte ist Kontaktfreude. Man schläft gemeinhin in 6-12 Bett Zimmern (Dorms) - in den größeren Hostels werden neben den gemischten Dorms auch reine Mädchendorms angeboten, was den Vorteil hat, dass man auch mal ohne sich Gedanken machen zu müssen in Unterwäsche durchs Zimmer laufen kann. Die Betten sind immer Doppelstockbetten, die mal mehr und mal weniger quietschen. Eine Vorliebe für das obere oder das untere Bett habe ich noch nicht entwickelt – beides hat Vor- und Nachteile.. Oben hat man seine Ruhe und sein eigenes Reich und vor allem Kopf-Freiheit und Unten kann man aufstehen wann immer man will ohne andere wach zu machen und kann im Liegen die neben dem Bett untergebrachten Schokokekse aus der Verpflegungstasche erreichen ;-) In einem solchen 6-12er Zimmer ist man eigentlich selten allein, wenn dann ist es aber um so schöner. Ab 14Uhr ziehen über den Nachmittag und Abend verteilt neue Zimmergenossen ein, die mit der Standardbegrüßung „Wo kommst du her?“ „Wie lange bist du (schon/noch) in Neuseeland?“ „Reist du nur oder arbeitest du auch?“ „Mit welchem Busunternehmen reist du?“ empfangen werden. Die Frage nach dem Namen bleibt da gelegentlich auf der Strecke und ergibt sich manchmal erst im engeren Gespräch die nächsten Tage und wer sich nach 2-3 Wochen nicht schon mal überlegt hat sich eine neue Geschichte auszudenken, weil er oder sie seine eigene nicht mehr hören kann, der möge mir bitte verraten wie das geht J  Nun ja, man kennt sich also; Mit manchen versteht man sich besser mit manchen hat man eher wenig zu tun. Manche bleiben lange, manche kommen spät und reisen früh wieder ab und manche sieht man nur kurz am Morgen, wenn sie ins Bett gehen, während man selber aufsteht. Sowieso ist so ein Hostel(-zimmer) ein einziges Kommen und Gehen. Wenn man Glück hat sind gerade alle in einem ähnlichen Rhythmus und gegen 23Uhr kehrt Ruhe ein, weil ¾ des Zimmers schlafen wollen – wenn man Pech hat kommen bis 3 Uhr alle halbe Stunde Zimmergenossen nach Hause und ab 6 Uhr fangen die ersten wieder an zu packen. Da hilft nur entspannt bleiben und trotzdem schlafen… Falls man es dann doch mal selbst irgendwann (je nach Tagesplan) selbst aus dem Bett schafft ist die erste Anlaufstelle (nach dem Gemeinschaftsbad)  die Gemeinschaftsküche. Idealerweise ist man schon vor 9 oder erst nach 11 Uhr wach, denn dann hat man auch ein bisschen Platz in der Küche. Frühstück kann als Backpacker so ziemlich alles bedeuten wie ich gelernt habe. Von Eiern mit Speck über Nudeln über Thunfischsandwich über Brot mit Marmelade, Müsli oder die hier sehr beliebten (weil gut transportierbaren) WheatBix (sehr trockene Weizenriegel, die mit Milch zu leckerer Weizenpampe werden ;-) ). Es ist alles zu finden je nach Budget, Geschmacksvorlieben und Tagesrhythmus. In jeder Küche gibt es ein so genanntes „Free Food Shelf“; eine kleine Kiste, in der man die Vorräte, die man nicht zum nächsten Reiseziel mitschleppen möchte, für die anderen dalassen kann. Besonders in Auckland, von wo aus viele nach Hause fliegen, lässt es sich daraus an manchen Tagen hervorragend leben (Jedenfalls, wenn man nicht mehr als trockene Nudeln, Tee und ab und zu Müsli und Marmelade braucht).

Wenn man das dann alles geschafft hat und nicht wie so oft vor lauter neuer Leute kennenlernen in der Küche den Tag verquatscht, dann verbringt man den Rest des Tages in der Stadt (irgendeine Sehenswürdigkeit gibt es immer zu entdecken), am Strand oder sonst wo in der Sonne mit einem guten Buch oder mit wichtigen Dingen wie Internet checken, Telefonate nach Hause, Reiseplanung, einkaufen, Jobsuche (und wieder ist ein Tag vorbei)… 

Soviel also zu einem durchschnittlichen Tag in einem durchschnittlichen, anonymen Stadt-Backpacker-Hostel, wie zuletzt bei meinem etwas über 1-wöchigen Aucklandaufenthalt.

Eine ganz andere Atmosphäre dagegen herrscht in den kleineren Hostels, wie zum Beispiel in Paihia. Die Dorms sind hier in der Regel nur mit 6 Personen belegt (also 3 Doppelstockbetten), Küche und Gemeinschaftsraum sind gemütlicher und persönlicher eingerichtet und meistens kleiner (was nicht immer ein Vorteil ist). Man begrüßt sich und kennt sich in der Regel recht schnell und fühlt sich spätestens nach einem Tag schon fast wie zu Hause. In Captain Bob’s Backpackers in Paihia, wo ich die 4 Tage verbracht habe, wurde so zum Beispiel abends von einigen Gästen die Gitarre ausgepackt und musiziert (wer nicht will geht eben aufs Zimmer). Es wurde viel gekocht und lecker gespeist und auch gerne mal geteilt; die Hostelmanager sind in der Regel hilfsbereit und verteilen auch gerne Sightseeingtipps. Je nach Art des Hostels trifft man dann auch gerne mal die reiferen Backpacker jenseits des Work and Travel Alters von 30 Jahren und neuseeländische Familien (die ihre Ferien auch gerne mal im Backpackerhostel verbringen).

Wenn man Glück hat, dann bieten einem sowohl die großen, als auch die kleinen Hostels immer wieder auch ein klein bisschen Luxus, wie zum Beispiel eine 1A sonnige Dachterrasse in Mitten von Hochhäusern in Auckland Central mit Blick aufs Meer und mit Whirlpool oder den Blick direkt aus dem Bett auf den nur 50m entfernten Strand in Paihia oder in meiner neuen Unterkunft heute einen 1A Blick vom Berg aus auf eine Meeresbucht mit türkisblauem Wasser sowie großem Garten.

Blick aus dem Fenster in PaihiaBackpackerfrühstückBlick aus dem Fenster in Whangaroagemütliches Hostelleben - unser Balkon in Whangaroa

Alles in allem ist das Leben im Hostel manchmal schwierig und machmal spannend, immer abwechslungsreich und in der Regel sehr lebenswert.

Ich hoffe ihr konntet einen kleinen Eindruck gewinnen. Ab sofort muss ich für meine Unterkunft 2h am Tag arbeiten. Davon und von meinen sonstigen Erlebnissen in der Bay of Islands (wie mein FastBoat Trip gestern) berichte ich dann beim nächsten Mal.

Ich drücke euch alle ganz lieb. Bis Bald,

Marie

06Januar
2011

Inselhopping für Fortgeschrittene – neue Erlebnisse auf der Nordinsel.

Ganz Stilecht und charakteristisch für meine Zeit hier kommt der heutige Beitrag aus dem Bus (zumindest so lange sich mein Mageninhalt damit zufriedengibt das Busgewackel ohne weitere Komplikationen zu überstehen). Wir (also ich und ihr mit mir) befinden uns gerade mal wieder auf dem Weg Richtung Auckland, wo ich (diesmal nicht wir) im neuseeländischen Sommerloch hoffe eine neue Arbeit zu finden (und sonst geht die Reise weiter gen Urlaubsregion Bay of Islands). 

Nach meiner letzten tierischen Station in Kaikoura (Südinsel) zog es mich zum Jahreswechsel wieder Richtung Wellington (Nordinsel). Damit habe ich bereits meine 4. Überquerung der Cook Street mit der Fähre hinter mich gebracht und so wie es aussieht folgen noch weitere. Die Fährfahrt war diesmal durchweg sonnig und ruhig und wie immer traumhaft schön. Erstmals konnte ich auch die Einfahrt in die Wellingtoner Bucht bei Sonnenschein erleben und genießen. In Wellington erwarteten mich zum Jahreswechsel alte Freunde, die es entweder ebenso hierher verschlagen hatte oder die bereits anfangen hier Wurzeln zu schlagen. Ein Kinoabend mit den Mädels zum Jahresausklang („The Tourist“) hatte wirklich ein wenig was von „nach Hause kommen“ – schön bei soviel Gereise! Den Silvesterabend selbst hatten wir zum Partyabend erklärt und stimmten uns bei Mel in der Wohnung mit Nudelsalat, Wein und kleinen Spielchen schon mal ein. Gegen 23Uhr zogen wir dann los, mit unseren Sektflaschen gut versteckt in der Tasche, denn in Neuseeland herrscht auf der Straße Alkoholverbot. Am Hafen war eine Silvesterveranstaltung angekündigt mit einer großen aufs Museum projizierten Uhr und „Programm“ (aber natürlich nur mit Kaffee- und Süßigkeitenstand). Insgesamt war die Veranstaltung einer Hauptstadt gänzlich unwürdig (obwohl einige Menschen da waren). Das Programm war ein Basketballartist, die Uhr war Analog, weshalb es drei verschiedene 12 Uhr Countdowns gab, von denen wohl keiner ganz richtig war und ein Feuerwerk suchten wir im sternenklaren Nachthimmel vergebens. Wir haben uns davon aber natürlich nicht entmutigen lassen, haben mit meinem Pulli auf das neue Jahr angestoßen (innendrin natürlich die Sektflasche) und haben dann die sehr gut besuchte Partymeile von Wellington (Courtenay Place) unsicher gemacht und einen wunderbaren Abend verbracht. Gegen 4 Uhr trudelten Mel und ich wieder zu Hause ein (ich hatte mich für meinen Besuch erneut bei Mel in der Wohnung einquartiert – Danke Mel) und als es bei euch erst richtig spannend wurde war ich schon wieder putzmunter und erlebte meinen ersten richtigen Countdown für 2011 mit Herzklopfen vorm Internetradio im Bett. Happy New Year 2011!

Silvester bei Mel in der WGunsere Silvestergruppe

Wie sich das für ein frisch gestartetes neues Jahr gehört haben Mel und ich den Neujahrstag ganz furchtbar gemütlich mit ausgeliehenen Frauenfilmen, Rest-Nudelsalat und Schokoloade auf der Couch verbracht – wenn das kein gutes Zeichen für ein zufriedenes entspanntes Jahr ist. Tag 2 wurde dann wieder etwas aktiver. Ich hatte mir vorgenommen den Mount Victoria zu besteigen, den größten hauseigenen Berg Wellingtons von dem man eine wunderbare Sicht haben sollte.

Blick auf die Oriental Bay (Wellington)Blick auf die Innenstadt Wellingtons

Und es wurde mir nicht zu viel versprochen. Der mühsame 30minütige Aufstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt, wieder einmal wurde ich von einem unbeschreiblich schönen, atemraubenden Blick belohnt, wie so oft in Neuseeland.

Blick auf Wellington vom Mt. Victoria

und noch ein Panorama vom Mt. Victoria aus

Kaum zu glauben, aber auch Tag 3 sollte sich in diese Serie wunderbarer Tage zum Jahresanfang nahtlos eingliedern. Mel hatte mich eingeladen sie zu einem Arbeitskollegen zum Grillen zu begleiten, was ich gerne annahm. Niall (der Kollege) wohnt in Porirua in einem kleinen Häuschen mit großen Gemüsegarten und Blick auf eine Meeresbucht – ein Traum. Nach einem gigantisch guten Barbecue (mit frischen gegrillten Pflaumen aus dem Garten in Schokolade gedippt) konnten wir uns allesamt kaum noch bewegen, aber nach einer kurzen Ausruhphase schafften wir es doch noch irgendwie uns aufzuraffen und an den Strand zu fahren. Es war ein wenig wolkig und windig, aber dank einer windgeschützen Bucht und des sehr warmen Wassers wurde es doch noch ein wunderbarer Tagesabschluss (inklusive Sandschlacht :) ).

Grillen mit AusblickMel und ich in unserer Strandecke

Am nächsten Tag war dann für mich schon wieder Abreise angesagt. In Wellington ist derzeit mehr Sommerloch denn sonstwo und so hatte ich beschlossen einfach den Urlaubern in die Urlaubsregion hinterherzufahren. Auf eine 12h-Busfahrt hatte ich dieses Mal allerdings keine Lust und so habe ich mir zur Feier des neuen Jahres einen Zwischenstopp in New Plymouth (Westküste der Nordinsel) gegönnt, von wo aus ich jetzt gerade komme. Auch diese Entscheidung hatte sich mal wieder als goldrichtig herausgestellt (ich frage mich wohin das dieses Jahr noch führen soll, wenn das so weitergeht), denn noch bis Mitte Januar ist in New Plymouth das Festival of Lights. Das bedeutet nichts anderes, als dass in einem sehr süßen Park ganz viele bunte Lichter verteilt sind, die diesen jeden Abend in einen einzigartigen Zauberwald verwandeln. Der Park liegt ein wenig im hügeligen, hat viele Bäume, Palmen, zwei Seen und einen Wasserfall und ist einfach die perfekte Kulisse. Zusätzlich gibt es jeden Abend ein Liveprogramm – mal für Erwachsene, mal für die ganze Familie. Leider ist es trotz meiner tollen Kamera (über die ich mich jeden Tag aufs Neue freue) schwierig Lichter und Atmosphäre auf einem Foto einzufangen, aber ich habe mein Bestes gegeben.

Beleuchteter Springbrunnen beim Festival of Lightsein bunter Zauberwald beim Festival of LightsMehr Athmosphaere geht nicht als dieser bunte Zaubersee

Gestern habe ich dann noch eine schöne (lange) Wanderung an der Küste entlang und zurück an  einem Fluss unternommen und so behalte ich auch New Plymouth in sehr guter Erinnerung.

Kuestenspaziergang in New PlymouthIch am schwarzen Sandstrand von New PlymouthSpaziergang am Fluss zurueck

Nun mal schauen, was mich in Auckland erwartet. Nach dieser wunderbaren ersten Woche 2011 vertrage ich jetzt auch erstmal etwas weniger Erlebnisse – Wir werden sehen.

Glückliche Grüße aus kurz vor Auckland und euch allen noch einmal Frohes Neues.

27Dezember
2010

Weihnachten in der Sonne

So, nun ist der Spuk vorüber und es dauert wieder ein Jahr bis wir Kerzen anzünden können. Auch im sonnigen, warmen Neuseeland haben wir Weihnachten standesgemäß gefeiert: Nämlich am Strand!

Aber von Beginn. Beschehrung gab es dieses Jahr schon am 23.12., denn am Abend des 23.12. wurde hier ein kleines süßes Eselbaby geboren. Soo süß!!!! Jeden Tag eine Freude anzusehen!

Esel Mama Janu mit Baby HollyUnd Baby Holly mit mir

Den heiligen Abend habe ich Ermangelung anderer Weihnachtsaktivitäten (Scheiße sammeln zähle ich mal nicht dazu) in der Kirche verbracht. In Neuseeland wird tradtionell auf Grund der englischen Wurzeln erst am 25.12. der Weihnachtstag gefeiert, aber das kirhcliche Fest beginnt eben überall am 24.12. abends. Bei Weihnachtsliedern und der Weihnachtsgeschichte hatte ich endlich ein richtiges Weihnachtsgefühl - wunderschön. Am 25.12. haben wir dann unsere Aufgaben so schnell wie möglich erledigt und sind gegen Mittag alle gemeinsam zum Strand aufgebrochen.. Das war dann auch meine erste Begegnung mit der einzigartigen Strandkulisse von Kaikoura. Was kann es wunderbareres als Weihnachtsgeschenk geben?

Weihnachten in der TierfarmWeiohnachtskulisse am Strand

Naja, vielleicht die Tatsache, dass ich am 2.Feiertag zufällig auch meinen freien Tag hatte (weil ich genau vor einer Woche angekommen bin) :-) Das habe ich natürlich genutzt und gleich noch einen Ausflug in die Stadt als Weihnachtsgeschenk drangehängt. Kaikoura ist ein süßes kleines Städtchen, das unter Touristen hauptsächlich für WhaleWatching und Delfinschwimmen bekannt ist und ansonsten eigentlich nur eine wirklich beeindruckende Lage zu bieten hat. Von der Tierfarm aus brauche ich ungefähr 20 Minuten mit dem Fahrrad in die Stadt und weitere 20 Minuten bis zum Ende der Halbinsel, wo man Robben einfach beim auf den Steinen liegen beobachten kann. Nicht besonders spannend, aber süß und ein Weihnachtsfoto wert.

Robbe mit AussichtDie Robbe und ich

Auf dem Rückweg habe ich mich noch ein wenig am Strand erholt und mir tausende kleiner Souvenierläden angeschaut.. Vorlieben? :-)

Kaikoura-Panorama (ohne Worte)

Nun ja, nun nährt sich meine Zeit hier dem Ende, morgen werde ich mich wieder auf die Reise machen und versuchen bis Slvester wieder nach Wellington zu kommn. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn die letzten Tage waren doch ganz schön - aber mein Heuschnupfen wird es mir sicher danken.

Ihr lieben, kommt gut ins neue Jahr und denkt an mich, denn ich werde das neue Jahr schon 12 h vor euch begrüßen dürfen. Wir lesen uns wieder in 2011!

Marie

24Dezember
2010

Merry Christmas vom anderen Ende der Welt

Merry Christmas

Ich wünsche euch allen, meinen Lieben daheim in der Ferne oder meinen neu gewonnenen Freunden ganz in der Nähe oder irgendwo in der Welt, ein besinnliches und fröhliches Weihnachtsfest. Ihr alle lest diese Zeilen, weil ihr ein wichtiger Teil meines Lebens seid und ich möchte jedem einzelnen von euch Danke sagen, für die Liebe, Freundschaft, Aufmunterung, Hilfe, das Vertrauen, das Glück und die Freude die ihr mir in diesem Jahr bereits geschenkt habt. Genießt die Feiertage und kommt gut in ein neues, wunderbares Jahr 2011.

Frohe Weihnachten, Merry Christmas oder Meri Kirihimete.

Marie

22Dezember
2010

Work and Travel für hartgesottene: die ersten Tage im Kaikoura Farm Park

Wie versprochen gibt es noch vor Weihnachten die ersten Eindrücke von meiner Arbeit auf der Tierfarm, die nicht ganz so enthusiastisch sind wie meine letzten Reisebericht - aber schließlich bin ich ja auch hier zum arbeiten. Am Sonntag endete meine 37-stündige Reise von Auckland aus im wunderschönen Kaikoura auf der Südinsel Neuseelands. Nach 12h Busfahrt, 3h Fähre, 3h Zug und zwischendrin noch einem Abstecher ins Wellington’er Nachtleben waren meine Augen mehr zu als offen, aber ein paar allererste Eindrücke hatte ich noch zu sammeln.

Szenisches Kaikoura am Bahnhof

Zum Glück wurde ich am Bahnhof abgeholt, denn laufen hätte ich die knapp 4km bis zum Kaikoura Farm Park, der etwas außerhalb von Kaikorura liegt mit meinen 20kg Rucksack wirklich nicht. Die drei anderen Woofer (ein Begriff dafür, dass man für Unterkunft und Verpflegung ein paar Stunden am Tag arbeitet) hatten mit der Fütterungszeit auf mich gewartet und so kam ich kaum angekommen gleich in den Genuss alle Tiere kennenzulernen, die ich euch gerne einmal versuche aufzuzählen, damit ihr wisst, welcher Informationsüberfluss mich erwartete: Wir haben hier 2 Esel, 2 Ponys, 2 Ziegen, 12 Schaafe/Lämmer, 10 Lamas, 3 Alpakas, 1 Reh, 1 Wallaby, viele Hasen und Meerschweinchen, Enten, Hühner, ein Pfauenpärchen, zwei Emus und zwei sehr süße (Haus-) Hunde. Viel zu sehen – und viel zu füttern – und viel Futter, was wieder irgendwo rauskommt.

Alpakas im GartenHershey, das Wallaby und ichBambi und ich

Mein erster Abend bestand dann nur noch im Kennenlernen der anderen drei (ein Pärchen und ein Mädchen aus England) und im Kennenlernen meines Bettes :). Wir vier teilen uns eine kleine Hütte vor dem Haus der Farmbesitzer. Unser Domizil besitzt einen kleinen Aufenthaltsraum, dessen Fußboden schon ein wenig unter gelegentlichen Tierbesuchen (zb. von den Eseln, die im Garten frei rumlaufen) gelitten hat sonst aber durchaus ausreichend mit einer Couch und einem TV mit DVD Player ausgestattet ist. Zu beiden Seiten  schließen sich kleine Schlafräume mit je drei Betten an, die aber jeweils nur von zwei Personen bewohnt werden. Wie für das Farmleben angemessen ist hier alles ein bisschen dreckig und muffig und einfach offen. Zum Duschen und auf Toilette dürfen wir tagsüber (zwischen 7:30 und 8:00, tagsüber und nach der Arbeit bis spätestens 21Uhr) ins Haupthaus, wo wir auch unser essen finden. Wir dürfen uns einfach am Kühlschrank bedienen und bekommen Abends meistens ein sehr leckeres Essen gekocht.

Mein Tag beginnt daher morgens um 7:30Uhr mit einem schnellen Besuch im Bad und einen schnellen Frühstück. Um 8:15Uhr beginnt der Arbeitstag mit der Fütterung aller Tiere. Es folgen weitere Aufgaben, die jeden Morgen erledigt werden müssen und die wir unter uns aufteilen: Wasser und Heu auffüllen, Futter für den Nachmittag und den nächsten Morgen vorbereiten, Gras für die Kaninchen auf der Wiese schneiden und alle Plätze auf denen die Tiere sind (also überall) vom Tierkot befreien. Da ich mit meinem Heuschnupfen nicht unbedingt noch zusätzlich ins Gras will bin ich die letzten Tage vormittags hauptsächlich mit Kacke sammeln beschäftigt gewesen. Wenn diese Aufgaben erledigt sind können wir uns eine Nachmittagsaufgabe von der Liste aussuchen, wie z.B. Zäune bauen oder Zäune streichen oder Dinge aufräumen oder putzen, oder was immer eben so anfällt. Das machen wir dann bis 15:30Uhr, bis wieder Fütterungszeit ist… und dann haben wir gegen 16Uhr Feierabend. Was bedeutet: Duschen (denn wir sind immer sehr, sehr dreckig) und ein bisschen Tv oder Mails checken o.ä. bis zum Abendessen und dann wieder TV oder Dienstags und Donnerstags ein Ausflug in die Stadt zum Pub Quiz. Alles in allem viel Arbeit für gutes Essen und eine mittelmäßige Unterkunft – lange wird es mich hier nicht halten. Auch die Familie (ein Ehepaar aus England) hat mich nicht vom Hocker gerissen – statt der neuseeländischen Offenherzigkeit bekommen wir hier Regeln werden größtenteils einfach nicht beachtet, aber wenn man mit ihnen redet sind sie ganz nett. Nun ja, die meiste Zeit des Tages habe ich sowieso mit mir, der Mistgabel und der Wiese (und meinem Heuschnupfen) für mich allein. Zwei wirklich gute Punkte gibt es allerdings bisher zu berichten: Einen beeindruckenden Ausblick direkt vor der Tür und die Sonne bei 27 Grad den ganzen Tag auf dem Rücken zum braun werden.

Unsere Hütte im AbendrotDer Blick aufs Lama Feld

Nun steht Weihnachten vor der Tür und ich werde schauen, was ich draus machen kann. Am 24.12. wird hier gar nichts besonderes passieren, da ja in England/Neuseeland Weihnachten erst am 25.12. gefeiert wird. Am 25. haben wir voraussichtlich den Nachmittag frei und am 26.12. habe ich (der Zufall ist doch auf meiner Seite) meinen freien Tag. Da wird sich hoffentlich was draus machen lassen. Ich werde an euch denken und wünsche euch schon jetzt eine wunderschöne Weihnachtszeit.

Weihnachtliche (Sommer-)Grüße aus Kaikoura. Mäh.

17Dezember
2010

Teil zwei der Reise: Marie und Johanna erobern die Nordinsel Neuseelands

Ich weiß, ihr wartet schon darauf und jetzt ist es endlich soweit – es folgt der Reisebericht zum zweiten Teil meiner gemeinsamen Erlebnisreise mit Johanna: Die Nordinsel Neuseelands.

Nach einer sehr erholsamen Nacht in Wellington und einem traumhaften Frühstück bei Mel setzten wir unsere Reise frisch gestärkt und bei wunderschönem Wetter (Danke, lieber Wettergott, dass du uns doch noch erhört hast) fort Richtung Norden. Um nicht jeden Tag einige Stunden im Auto verbringen zu müssen, hatten wir beschlossen lieber eine größere Strecke an einem Tag zurückzulegen und bereits am ersten Tag die „Mitte“ der Nordinsel zu erreichen. Da vor allem im Süden der Nordinsel die Straßen sehr gut ausgebaut sind und größtenteils kilometerlang nur geradeaus führen war das auch durchaus schaffbar. Am frühen Nachmittag erhaschten wir bereits den ersten Blick auf den Mount Ruapehu, einen riesigen schneebedeckten Vulkanberg der weithin sichtbar ist (und von der anderen Seite (=Osten) aus bereits Holgers und meine Mittagspausenphotos von der Overlander-Fahrt dekoriert hat). Direkt neben dem Mount Ruapehu liegt der Mount Tongariro, besser bekannt bei den Filmfans auch als Mount Doom/ Schicksalsberg aus Herr der Ringe. Leider waren wir zeitlich etwas zu spät dran für das Tongariro Crossing, eine 16km lange Wanderung über den Berg die hier sehr beliebt ist, aber ca. 9h dauert. Wir erkundeten daher nur ganz entspannt die ersten 1,5 km und kehrten dann um – alles zu seiner Zeit.. Weiterer Punkt auf unserem Reiseplan war ein laut unseres Reiseführers unvergesslich schöner Jade-See ganz in der Nähe. Nach einer ca. 15-minütigen Wanderung erreichten wir dann auch einen sehr stillen inmitten von Bergen gelegenen See – die erwartete Jade Farbe hatte er aber eher nicht. Trotzdem ein sehr idyllischer Platz für unseren Abendessen-Salat!

Blick auf den Lake TaupoWeihnachtsstimmung am Lake TaupoKajak auf dem Lake Taupo Der Mt. Ruhapehu

Da es schon langsam dämmerte suchten wir uns, wieder zurück im Campervan, bald einen Schlafplatz. Schon langsam abgehärtet stellten wir uns einfach auf einen sehr kleinen, sehr grünen Parkplatz im Nirgendwo, dessen einzige Verbindung mit der Zivilisation das Bauarbeiterauto war, welches die ganze Nacht die Straße auf und ab fuhr und an unserem Parkplatz gewendet hat ;-) Gut schockgefrostet über Nacht, aber durch wunderschönen Sonnenschein geweckt machten wir uns am nächsten Morgen auf zum Lake Taupo, einem unvorstellbar großen Kratersee, den wir schon nach wenigen Kilometern zu Gesicht bekamen, aber erst nach einer guten Stunde halb umrundet hatten. Ebenso mühsam (aber schön) war unser Kajakausflug auf den See, den wir von der Stadt Taupo, die am Nordende des Sees liegt, starteten. Wegen des gegen uns arbeitenden Windes konnten wir auch hier nur einen Bruchteil des Sees erpaddeln, waren danach aber trotzdem ganz schön erschöpft (und ganz schön nass). Zur Belohnung gab es einen Weihnachtsmann mit frischen Erdbeeren – sehr lecker – können wir nur empfehlen die Kombination! Weiter ging es Richtung Norden, wobei der Weg hier hinter jeder Kurve Sehenswürdigkeiten bietet, denn das Zentrum der Nordinsel ist ein geothermal sehr aktives Gebiet, voller Geysiere, Hot Pools, Quellen, Dampfenden Löchern etc. Zunächst jedoch erwarteten uns noch die schönsten und schnellsten Wasserfälle die ich bisher gesehen habe: die Huka Falls. Tiefblau-türkis und rasend schnell fallen sie nicht besonders tief, aber dafür umso krafvoller – was eine Power!

Huka FallsJohanna und ich an den Huka Falls 

Die „Craters of the Moon“ (ein nicht allzu beeindruckendes, dampfendes Kraterfeld) würdigten wir nur vom Straßenrand, dafür war uns der Eintritt zu teuer. Statt dessen Besuchten wir eine Honigmanufaktur und probierten uns durch die diversen Honigsorten – lecker! Besonders der von hier stammende Honig aus der Manuka Pflanze, den wir auch jeden Tag zum Frühstück hatten ist sehr zu empfehlen!

Es trieb uns immer weiter nördlich, denn wir hatten bereits einige Tage vorher einen freien (nicht kommerziellen) Hot Pool etwas südlich von Roturua empfohlen bekommen, den wir uns fest vorgenommen hatten zu finden. Leider wissen wir bis heute nicht ob uns das gelungen ist, denn am vermuteten Platz angekommen fanden wir nur einen verlassenen, badewannenwarmen, dampfenden See, in den wir uns beim besten Willen dann doch nicht reingetraut haben. Dafür entdeckten wir noch einen tollen kurzen Wanderpfad durch die Rainbow Mountains mit Blick auf einen anderen Thermalsee und konnten sogar ganz in der Nähe noch einen tollen Schlafparkplatz mit Blick auf einen weiteren kleinen See ausmachen – schön! Am nächsten Tag hatten wir einen Ausflug zum Whakarawea Thermal Village geplant, einem Maori Dorf inmitten einer sehr aktiven geothermalen Region. Diesmal hat unser Reiseführer nicht zu viel versprochen. Es ist mehr als beeindruckend zu sehen, wie die Maori hier nicht nur mit sondern auch von der Natur leben und es dabei schaffen, ihre Tradition und die Moderne wunderbar zu vereinen. Im Dorf dampft und brodelt es an jeder Ecke und manche Häuser sind nicht bewohnbar, weil es zu gefährlich ist. Der Dampf und das brodelnde Wasser wird aber gleichzeitig auch zum kochen, Dampfgaren, als Badewasser etc. genutzt, die Schlammpools als Heilmittel und Fußbodenheizung gibt es an der ein oder anderen Stelle auch gratis ;-). Zur Tour durch das Dorf gehört auch eine kleine Show traditioneller Tänze – wenn es klappt lade ich euch ein kleines Filmchen davon hoch.

WhakarwarewaWir mit den Maori von der ShowEin geothermal erwaermter Seenoch mehr DampfEin See in den Rainbow Mountains

Dies war dann auch unsere letzte Station im Vulkangebiet, denn unser Weg führte uns nun weiter Richtung Norden an die Küste zum Mount Manganui (und dem dazugehörigen Ort). Selbst bei leicht bewölktem Himmel war auch hier der Aufstieg alle Anstrengung wert wie die Bilder zeigen. Eine Traumküste lag uns zu Füßen – bei Sonne hätte der Anblick wahrscheinlich unsere Kamera gesprengt (und die Hitze unsere Köpfe ).

Blick vom Mt. ManagnuiAm Mt. Manganui

Da unsere Tage mit dem Campervan gezählt waren versuchten wir am Abend noch einige Kilometer in Richtung der Halbinsel Coromandel zu machen, die Dunkelheit zwang uns dann aber noch vor unserem eigentlichen Ziel zu einem eher semilegalen Nachtlager am Strand von Wirihoa. Das Schicksal meinte es aber wohl gut mit uns, denn wir wachten am nächsten Morgen bei wunderschönem Sonnenschein (und ohne Strafzettel) an einem wunderschönen, unbelebten, gelben Sandstrand auf. Bei dieser Traumkulisse war gar nicht an Weiterfahrt zu denken und so schoben wir einen ganz entspannten, sehr warmen Strand-Entspannungstag ein. Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen und so nahmen wir auch die „Dusche“ in Form eines 50cm über dem Boden liegenden Wasserhahns in der öffentlichen Toilette gerne in Kauf um das Salzwasser wieder abzuwaschen. Was tut man nicht alles für ein kleines bisschen Privatstrand. Noch eine Nacht auf der Strandpromenade wollten wir allerdings nicht riskieren und fuhren am Abend noch weiter nach Miranda, wo wir eine für unsere letzte Nacht im Camper sehr angemessene, sehr beeindruckenden (und auf den Fotos sehr surreal wirkenden) Kulisse vorfanden.

ich am StrandSzenisches Nachtlager

 Am nächsten Tag ging es dann auf die letzten Kilometer Richtung Auckland. Da unser Camper mit leerem Tank zurückgegeben werden musste und wir den Weg zur Abgabestation in einem Vorort von Auckland eher erahnen konnten als wussten hatten wir an diesem letzten Tag noch mit einigem Herzklopfen zu kämpfen; letztendlich haben wir aber alles geschafft und gefunden und unseren kleinen Kiwi-Camper heil und fast pünktlich wieder abgegeben. Trotzdem hatten wir am Abend ein wenig Entspannung im Whirlpool auf der Dachterrasse unseres Hostels dringend nötig (ist eben doch was anderes als Camping).

Noch 4 gemeinsame Tage hatten wir nun übrig, die wir für den letzten noch nicht gesehenen Zipfel von Neuseeland nutzen wollten: die Bay of Islands ganz im Norden der Nordinsel. Da hier gerade die Sommersaison beginnt waren leider bei unser Ankunft bereits alle Mietwagen ausgebucht (bis Januar!) und so mussten wir spontan auf eine andere Reisevariante umsteigen: Die Busreisen. Eine 2-Tagestour mit Verlängerungsoption traf genau unsere Route und stellte sich am Ende sogar noch als billiger als Mietwagen heraus, also buchten wir kurzentschlossen. Gleich am nächsten Morgen um 7:30Uhr ging es dann auch schon los. Unser Bus sammelte uns bei grauem Dauerregenwetter direkt vor der Hostel-Tür ein und nachdem alle an Bord waren ging es mit Musik und netter Unterhaltung gen Norden. Unser erstes Ziel war das Goat Island Marine Reserve, in dem man (bei Sonne) wunderbar schnorcheln kann, aber auch mit einem Glasboot die Fische bestaunen. Da der Regen inzwischen nachgelassen hatte kamen wir in den Genuss von letzterem (in unserer Tour inbegriffen) und bestaunten ein paar schöne Fischschwärme und entdeckten sogar ein paar junge im Wasser herumtollende Jung-Pinguine (die sich aber irgendwie nicht so richtig ablichten lassen wollten). Unser Tagesziel war Pahia (eine Stadt in der Bay of Islands), welches wir gegen 15Uhr erreichten. Nach dem Check-in im Hostel blieb noch genügend Zeit für einen kleinen Spaziergang und ein kurzes Bad im Meer (denn es hatte inzwischen ein wenig aufgeklart). Am Abend trafen wir dann noch unsere Mit-Busreisenden in einer kleinen Backpackerbar wo ausgerechnet an diesem Abend eine Quiz Night stattfand. Unsere Gruppe konnte am Ende einen guten 3. Platz von 12 Gruppen erreichen und bei einem kleinen Zwischenspiel haben Johanna und ich in perfektem Teamwork sogar noch eine Fahrt mit einem Speedboat gewonnen – der Abend hatte sich also gelohnt.

Die gewonnene Speedboat-Fahrt werde ich mir für den nächsten Besuch in der Bay of Islands aufheben, den am nächsten Tag hatten wir eine etwas längere Wanderung zu den Hurura Falls geplant. Die Wasserfälle waren, verglichen mit den bereits gesehenen, eher unbeeindruckend, aber die zweistündige Wanderung  (hin und zurück) durch den Wald war durchaus sehr schön! Noch am selben Nachmittag ging es mit dem Bus wieder zurück, allerdings erstmal nur nach Whangarei, wo wir noch eine weitere Nacht bleiben wollten. Ein Taxi musste uns noch die letzten Kilometer bis zu unserem Hostel bringen. Die „Little Earth Lodge“ hat nur etwa 10 Zimmer und liegt etwas außerhalb der Stadt mitten im Grünen. Etwa 10 Minuten zu Fuß über die Felder erreicht man von hier aus 3 unberührte Höhlen, die man besichtigen kann. Dies hatten wir am nächsten Morgen geplant, weil wir dachten, dass wir so dem Regen entfliehen könnten. Allerdings wussten wir da noch nicht, dass in den Höhlen sowieso das Wasser steht. Wir liehen uns also im Hostel Helm, Kopflampe, Wasserschuhe und eine Karte und stiefelten durch das nasse Gras in Richtung der Höhlen. Man hatte uns gesagt, dass die erste Höhle zu steil (und bei Regen wahrscheinlich zu rutschig) und die dritte Höhle bei diesem Wetter schulterhoch mit Wasser gefüllt sein würde und so trauten wir uns sicherheitshalber nur in die mittlere Höhle rein. Innen war es stockdunkel und sehr steinig, aber nachdem sich unsere Augen ein wenig an die Dunkelheit gewöhnt hatten und wir ein wenig weiter gekraxelt waren konnten wir auch endlich die versprochenen Glühwürmchen sehen, die wir natürlich nicht fotografiert haben, weil sie davon nämlich sterben.

Wanderung durch die Mangroven WaelderIch vor der HoehleEin Blick aus der Hoehle

Nach diesem Abenteuer machten wir uns glücklich und mit nassen Füssen auf den Weg zurück ins Hostel, später auf den Weg zum Bus-Stopp und dann mit dem Bus wieder auf Richtung Auckland und so endete auch unser vorletzter Tag zusammen in Neuseeland wieder im Dachterassen-Whilpool. Das waren sie schon unsere gemeinsamen zwei Wochen Reisezeit, die sich wirklich gelohnt haben. Neuseeland macht Johanna den Abschied heute leicht, denn es ist grau und regnerisch – perfektes Shoppingwetter. Die Taschen voll, den Geldbeutel leer und um viele Erfahrungen reicher ist Johanna nun wieder auf dem Weg Richtung Australien und ich mache mich morgen auf eine lange Reise Richtung Süden, denn ich werde am Sonntag eine neue Arbeit antreten auf einer Tierfarm in Kaikoura auf der Südinsel. Dazu aber dann nächstes Mal mehr, denn für heute habt ihr definitiv genug zu lesen gehabt!

Johanna, tausend Dank für 2 wunderbare Wochen. Ich bin gerne mit dir gereist, du warst eine tolle Begleitung, mit dir kann man jeden Unsinn machen – have a wonderful last month in Australia!

08Dezember
2010

WIWIexperience – Johanna und Marie entdecken die Südinsel Neuseelands

Wie versprochen kommen heute die ersten Eindrücke meiner zweiwöchigen Neuseelandrundreise mit Johanna druckfrisch online. Wir sind heute nach 5 ½ Tagen Südinsel mit dem Campervan sehr schaukelig und wellig wieder im schönen (aber heute kalten und grauen)Wellington angekommen und genießen unsere erste Nacht mal wieder in einem richtigen Bett – Danke Mel für deine Gastfreundschaft!

Aber von Anfang: Begonnen hat unsere Reise am Freitagmorgen in Christchurch. Nach einem schier endlosen Marsch von der Bushaltestelle zur Campervanvermietstation (das lag wohl an dem massiven Übergewicht von 20+kg auf dem Rücken) waren wir sehr gespannt was uns erwartet. Wir hatten dank eines unschlagbaren Angebots einen Campervan für 7 Tage umsonst (da eine Rückführung des Autos nach Auckland) gebucht und diese Buchung noch um 4 bezahlte Tage erweitert. Die Wicked Camper sind allesamt Nissan Transporter die außen bemalt sind und innen mit einer umklappbaren Bank, ein paar Matratzen, einem kleinen Waschbecken mit Wasserkanister, Gaskocher, etwas Besteck und Campingstühlen ausgestattet sind. Also alles was man so zum Leben braucht. Wir waren ganz froh, als klar war, wir würden kein Auto mit Totenkopf oder ähnlicher Bemalung erhalten, sondern eines mit einem süßen Kiwi-Vogel auf der einen und der Aufschrift WiWiexperience (eine Anspielung au die KiwiExperience-Busse die hier immer die Backpacker durch die Gegend fahren). Mit klopfendem Herzen machten wir uns auf den Weg gen Süden und meisterten unsere Jungfernfahrt mit Camper und Manueller Schaltung auf der linken Seite mit Bravour. Die Inland Scenic Route 72 entlang ging es in die Berge und am frühen Abend hatten wir unser Tagesziel, den Lake Tekapo, erreicht. Besser hätte es gar nicht anfangen können, denn wir standen einem kristallblauen Bergsee inmitten von Alpenpanorama gegenüber – Idylle pur! Natürlich machten wir das obligatorische Foto an der Church of the Lonely Sheppard, wagten uns dann aber (wohl zum Erstaunen der anderen Touristen) sogar ins kalte Bergseewasser für eine Erfrischung (unsere Schätzung: 12Grad Wassertemperatur). Danach schmeckte unser erstes Abendessen (Lammwürstchen und geröstetes Toastbrot) umso besser und wir genossen noch die letzten Sonnenstrahlen. Zur Nacht suchten wir uns ein etwas außerhalb des Örtchens gelegenen Parkplatz, da sonst überall Camping verboten ist.

Der zweite Tag führte uns noch vor dem Frühstück zum nur 40km entfernten Lake Pukaki, wo wir selbiges dann vor ebenso einmaliger Kulisse zu uns nahmen. Im Laufe des Frühstücks hatten die am morgen noch aufgezogenen Wolken dann sogar erbarmen mit uns und machten den Weg frei für die Sonne und den Blick auf den schneebedeckten Mount Cook in der Ferne.

Lake PukakiUnser Kiwi-Auto

Unschlagbar! Trotzdem zog es uns auch an diesem Tag weiter in die Berge. Unser Ziel war der Lake Wanaka, der etwa 200km weiter westlich lag. Über Bergpässe und dürre Landschaften führte uns unser Weg auch vorbei an türkisenen Flüssen und: einer Lachsfarm. Unser Luxusabendessen war gerettet. Ein viertel frischesten Lachs für nur 7$ - dafür sparen wir gerne an anderer Stelle! Am Lake Wanaka angekommen mussten wir die angedachte Kajaktour aufgrund enormen Windes leider verschieben, machten dafür eine wunderschöne Wanderung entlang des Sees zum Waterfall Creek (dessen Schönheit sich hier leider in keinster Weise wiedergeben lässt). Zum Abend suchten wir uns dann ein ruhiges Plätzchen am 10 km entfernten Lake Hawea, wobei die Windverhältnisse auch zum Abendessen alles andere als ruhig waren. Zum Glück wurde unser Lachs nicht weggeweht, sonst hätten wir diese unglaublich Mahlzeit (Nudeln mit frischem gebratenem Lachs) wohl wirklich vermisst!

Lake WanakaEin Fluss in der Nähe des Lake Wanaka

Tag drei sollte uns bereits Richtung Westküste führen. Er begann ebenfalls windig und leider bedeckt und es sollte auch so bleiben. Auf der Fahrt machten wir immer wieder kurze Zwischstopps an den so genannten Blue Pools, einem beeindruckenden Wasserfall oder einem Sandflies (so was ähnliches wie Mücken) verseuchten aber wunderschönen einsamen Küstenstrand. Bei Nebel und Nieselregen erreichten wir dann unser letztes Tagesziel: Den Fox Glacier, einem (auch bei schlechtem Wetter) beeindruckendem Berggletscher. Nach einer recht feuchten Wanderung zum Gletscheranfang und zurück beschlossen wir den nahegelegenen Franz Joseph Gletscher auf Grund schlechter Witterungsbedinungen auszulasssen und gleich ein Nachtlager zu suchen, was auch hier (wegen der Campingverbote) nicht einfach war. Zum Glück wurden wir (mehr oder weniger legal) doch noch fündig und versteckten uns in der Nische eines Rastplatzes an einem See. Dort bekamen wir dann noch nette Gesellschaft von zwei ebenfalls im Campervan reisenden Österreichern mit denen wir (wie früher mal) fleißig Lebensmittel tauschten (Butter gegen Bier, Bananen gegen Brot, Zucker gegen Käse usw.).

Blue PoolsWir bei den Blue PoolsWasserfallFox Glacier

Leider war uns der Wettergott nicht wohlgesonnen (obwohl die ersten zwei Tage wirklich schön waren) und so begann auch Tag 4 mit Regen. Wir beschlossen also dem Regen zu entfliehen und fuhren gegen Norden mit dem Ziel das knapp 300km entfernte Nelson zu erreichen. Da uns aber bereits auf 3/4 der Strecke die Sonne ins Gesicht lachte legten wir eine verspätete Mittagspause in Murchison ein und kamen überraschend auch noch zu einem Nikolaus-Kaffe (den wir uns am Tag zuvor bei einer Starthilfe für ein liegengebliebenes Auto verdient hatten) und einer warmen Dusche (für 2$).

Nur ein paar Kilometer weiter folgten wir wieder einmal der Ausschilderung zu einem Lookout auf einem Berg und konnten der unglaublichen Kulisse nicht wiederstehen und beschlossen (vor allem da keine Verbotsschilder zu sehen waren) hier die Nacht zu verbringen. Wir genossen die Abendsonne in unseren Campingstühlen und entwickelten schließlich sogar noch das ultimative Campingrezept: Hartz-IV-Ritter (englisch: Camper Toast – Rezept s.u.).

Unser Kiwi mit AussichtDie Aussicht von unserem Schlaf-LookOut

Am nächsten Morgen brachen wir dann früh auf um nun endlich wirklich nach Nelson zu gelangen. Leider hatte uns inzwischen der Regen eingeholt und so konnten wir die etwas nordwestlich von  Nelson gelegenen, wunderschönen, gelben Sandstrände des Abel Tasman Nationalparks leider nur im grauen bewundern. Wie eindrucksvoll muss das erst bei Sonne sein???

Ich im Abel Tasman Nationalpark

Wir nahmen trotz des Regens ein paar kurze Wanderwege in Angriff auf denen wir (leider tote) Zwergpinguine, Baby-Enten, Krabben und viele einheimische Vögel sahen. Heute morgen nun nährte sich unser Südinseltrip dem Ende. Wir brachen früh auf um die 200km nach Picton zur Fähre zurückzulegen – trotz 3h geplanter Fahrtzeit nicht früh genug wie sich herausstellen sollte. Nach einer rasanten, nervenaufreibenden Fahrt über Baustellen in den Bergen, Kühen auf der Straße und missverständliche Wegbeschreibungen kamen wir aber schließlich ein paar Minuten zu spät zum Check in aber noch rechtzeitig vor der Abfahrt doch noch in Picton am Fährterminal an.

 

Was ab morgen passiert erfahrt ihr dann im nächsten Blog. Das war nun eindeutig genug zu lesen. Viele liebe Grüße auch von meiner bezaubernden Reisebegleitung Johanna.

Marie

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Rezept Harzt-IV-Toast:

Man braucht: billigsten Toast, Margarine, Honig, Gaskocher und Pfanne

Wie es geht: Eine Scheibe Toast mit Butter bestreichen und auf der Butterseite rösten. Kurz auch auf der anderen Seite anrösten. Runternehmen und auf der Butterseite dünn aber gleichmäßig mit Honig bestreichen. Mit der Honigseite noch mal in der Pfanne rösten/karamellisieren. Genießen!!

02Dezember
2010

Vorbereitung auf ein neues Abenteuer: Mein Weg auf die Südinsel

Morgen beginnt ein neues Abenteuer meines Neuseelandaufenthaltes – ich werde 2 Wochen gemeinsam mit Johanna und einem kleinen Camper so viel Neuseeland wie möglich erkunden. Dafür musste ich die letzten Tage aber von Wellington erstmal nach Christchurch kommen, also von der Nordinsel Neuseelands auf die Südinsel.

Nachdem ich mich am Montag mit einem gemütlichen Strandtag noch von meinen neuen Freunden in Wellington verabschiedet hatte ging es am Dienstag in aller frühe auf die große Interislander Ferry. Eine 3-stündige Fährfahrt über die Cook Street verbindet die Hauptstadt Wellington auf der Nordinsel und das kleine Hafenstädtchen Picton auf der Südinsel.
Die Fähren-Route
Der Weg führt durch das weit verzweigte Fjiordland, genauer der wunderschönen Queen Charlotte Sound, so dass ich von der Südinsel gegen Mittag mit wunderschönen Ausblicken begrüßt wurde. Die noch am Morgen tief über Wellington hängenden Wolken bildeten ein wunderschönes Motiv, wie sie so an Berggipfeln hängen blieben und die Sonne ließ das Wasser teils wunderschön türkis scheinen. Viele dieser Ausblicke sind einfach unbeschreiblich, vielleicht können wenigstens die Bilder ein teil dessen wiedergeben.

Licht im DunkelWolkenstapel in den BergenIch auf der Fähreeinfahrt in den Queen Charlotte Soundder Queen Charlotte Soundschöne SträndePicton vom Wasser aus

In Picton hatte ich mir eine Übernachtung im Backpacker-Hostel „The Villa“ organisiert. Das ist ein süßes, kleines, blaues, von blühenden Blumen umgebenes Häuschen, welches im Hinterhof einige Schlafräume, einen Whirlpool und einen kleinen Garten inkl. Baumhaus beherbergt. Abends gibt es hier, zumindest im Winter, freien Apfelkuchen - dieses Jahr anscheinend auch etwas länger… Einfach, aber insgesamt total süß. Bereits auf der Fähre hatte ich Aurelia und Saskia aus Heidelberg kennengelernt und auf Grund meines bereits weihnachtlich geschmückten Rucksacks (3 rote Schleifen mit einem Glöckchen dran) fragten mich die beiden Nachmittags, ob ich mit ihnen Plätzchen backen wolle. Da war ich natürlich dabei und so haben wir (gefühlt mitten im Sommer) abends fleißig ausgerollt, ausgestochen und dekoriert. Herausgekommen sind viele kleine runde Miniplätzchen mit Mandeln und Cranberries, die auch hierher ein bisschen Vorweihnachtsstimmung transportieren (rund deshalb, weil unsere Plätzchenformen einzig aus einzigen Wasserflaschendeckeln bestanden).

Hostel In der PlätzchenbäckereiDrei stolze Plätzchenbäckerinnen

Am Mittwoch sollte meine Reise dann mitsamt meiner Plätzchen weiter nach Christchurch gehen. Transportmittel war diesmal wieder der Zug, der so genannte TranzCoastal (eine der drei großen, schönen Zugstrecken hier, der Overlander, der TranzCoastal und der TranzAlpine, von denen ich nun schon zwei gesehen habe). Auch hier gab es wieder eine Aussichtsplattform, auf der man sich den Wind um die Ohren wehen lassen konnte und tolle Fotos schießen. Leider war es ein bisschen bewölkt und außerdem musste ich nach einem Ausflug auf die Plattform immer erst 10 Minuten meinen Heuschnupfen bekämpfen. Ein paar schöne Fotos von Flüssen und Meer habe ich euch aber trotzdem mitgebracht.

Ein weit verzweigter Fluss zwischen Picton und ChristchurchDie Ostküste der Südinselein weiterer Fluss zwischen Picton und Christchurch

In Christchurch wurde ich schließlich von einer sehr netten Familie abgeholt, bei der ich gestern und heute Unterschlupf gefunden habe. Den Kontakt hatte ich von Tina erhalten, die hier die letzten 7 Monate verbracht hat und die mir schon den ein oder anderen sehr wertvollen Tipp mit auf den Weg gegeben hat. Heute Abend werde ich/wir Johanna vom Flughafen abholen und dann geht es morgen um 10 Uhr auf die Reise. Freut euch auf viele neue spannende Berichte – die Südinsel hat viel zu bieten.

Ein Küsschen in das Winterwunderland Deutschland,
Marie

28November
2010

Zwischenbericht

Wow, nach 3 Tagen harter Arbeit konnte ich den heutigen ersten Advent ganz entspannt bei angenehmen 20 Grad in der Sonne genießen. Wunderbar!

Fazit der letzten Tage: Tausende Gläser abgetrocknet, Millionen von Bestecken poliert, Teller voller Essen rein und wieder rausgetragen, Literweise Wein, Sekt und Wasser und anderes serviert - gefühlte 1000km in 3 Tagen mit insgesamt 33 Arbeitsstunden gelaufen.. Jetzt habe ich mir die nächsten Wochen Urlaub redlich verdient!!

Am Dienstag geht es voraussichtlich weiter auf die Südinsel. Die Fähre wird mich wohl früh am morgen in einer 3-stündigen Fahrt von Wellington nach Picton bringen. Dort plane ich eine Nacht zu bleiben und dann geht es weiter mit dem Zug nach Christchurch, wo ich am Donnerstag Johanna vom Flughafen abholen werde.

Ab Freitag sind wir zwei hübschen dann mit unserem gemieteten Campervan unterwegs und machen zwei Wochen lang so viele Plätze wie wir schaffen auf der Süd und Nordinsel unsicher.

Ihr könnt euch also schonmal auf baldige neue Reiseberichte freuen.  

Marie in Vorweihnachtsstimmung im Christmas-Shop 
Bis dahin schicke ich euch ganz liebe sonnige Grüße in das winterliche vorweihnachtliche Deutschland.

Marie    

21November
2010

Erster Job in Neuseeland - work and travel becomes real

Heute keine Bilder und Reiseberichte zum Thema Travel, dafür aber ein kurzes Update zu meinen Workerfahrungen, denn gestern war mein erster Arbeitstag in Neuseeland.

Am Freitag hatte ich - vermittelt von Melanie, die schon etwas länger als ich in Neuseeland ist und die ich hier im Hostel kennengelernt habe  - mein erster "Vorstellungsgespräch". Das Interview beschränkte sich auf die wichtigsten Fragen und drehte sich dann vor allem darum, was mich bei dem in Frage stehenden Job erwarten würde und um jedes Detail des zu unterschreibenden Vertrags. Ich bin nun also Casual Worker (also so was wie freier Mitarbeiter) bei einem Catering Service im Convention Center Wellington. Das bedeutet sehr flexible Arbeitseinsätze, je nachdem wie viel Arbeit da ist und in welche Schichten man sich einträgt. Perfekt für Reisende und kurzentschlossene und auch wenn ich im Moment nur noch kurz hier in Wellington bin auch eine gute Möglichkeit für Januar/Februar nochmal an ein bisschen Geld für Unterkunft und Essen zu kommen..

Gestern war es dann auch gleich soweit und ich hatte meine erste Schicht. Samstag nachmittag 16:30 Uhr ging es los und ich war schon ein bisschen nervös, ob ich das mit bedienen und so alles schaffen würde. Das war aber spätestens bei Arbeitsbeginn verflogen, denn es gab genug zu tun. Wir hatten ein knapp 500Personen Gala-Dinner zu bedienen. Allein der Raum mit den gedeckten Tischen war schon sehr beeindruckend.
Im Laufe des Abends durfte ich Sekt servieren, Gläser abräumen, Tische abräumen, Hauptspeise und Nachtisch servieren, Teller wieder einsammeln, dreckige Gläser einsortieren und später die sauberen trocken putzen...... 9h lang gab es genug zu tun und auch wenn meine Füsse danach kurz davor waren mich umzubringen fand ich den Abend doch sehr spannend, interessant und gelungen (was doch mal positive Bezeichnungen für Arbeit sind, oder?)

Nächsten Samstag habe ich voraussichtlich die nächste Schicht und freue mich schon.

Bis dahin bringe ich die Zeit irgendwie rum. Sightseeing, Strandtag, heute Rosen-Fest im Botanical Garden.... Ich/Wir sind beschäftigt :-) und wenn nicht freue ich mich auch darauf einfach mal Zeit zu haben zum Bücher lesen oder Musik hören.

Ein lieben Gruß nach Hause, ich hoffe euch bleibt im bevorstehenden Vorweihnachtsstress auch noch irgendwie Zeit für ein gutes Buch.

Marie

PS: Die Pinguine bekommen eine zweite Chance auf der Südinsel, die ich in knapp 2 Wochen mit Johanna unsicher machen werde. Bisher habe ich leider noch keine Kiwis probiert, weil ich die wegen der Säure normalerweise nicht so gut vertrage -  Aber eines Tages mache ich das auf jeden Fall noch. Allerdings habe ich immerhin schon Kiwi-Eis probiert und das war sehr lecker!

17November
2010

Gemeinsam allein – Die ersten Backpackererfahrungen

Jetzt ist es also soweit: Das Abenteuer „Marie allein in Neuseeland“ hat begonnen und die ersten 4,5 Tage habe ich auch bereits erfolgreich überstanden. Keine Sorge, ihr werdet noch weitere 228 Tage lustige, spannende und hoffentlich nur positive Erlebnisse von mir mitverfolgen können und ich hoffe ihr seid weiterhin so fleißig im liebe Kommentare schreiben. Ich freue mich immer sehr darüber!

Nun jedenfalls habe ich mich hier schon ganz gut eingelebt. Seit Freitagabend ist das obere Bett eines etwas wackeligen, einfachen Hochbetts in der linken hinteren Ecke im 8er-Schlafraum im Nomads Hostel Wellington mein temporäres zu Hause. Hier werde ich wohl nach aktuellem Stand auch noch die nächste Woche bis Ende des Monats verbringen, bevor die nächsten Neuseelanderlebnisse auf der Südinsel auf mich warten.

Während ich den ersten Tag mit entspanntem Rumgammeln, Leute kennenlernen und Aufarbeiten meines Lebenslaufes für kommende Bewerbungen vertrödelt habe wurde mir Tag zwei gleich durch ein erstes Event versüßt: Die alljährlich stattfindende Santa Parade, die hier die Weihnachtszeit einläuten soll. Wir (zwei Zimmerkameradinnen von mir und ich) waren sehr gespannt was uns erwarten würde und dann letztendlich ein wenig amüsiert ob dem, was uns geboten wurde. Zwar gab es durchaus Weihnachtliches zu sehen (wie zum Beispiel Santa Claus mit seinen Rentieren), zwischendurch fuhren aber auch Pokemon, Spongebob, Alice im Wunderland oder andere Figuren des Kinder-Unterhaltungsprogramms vorbei, deren Zusammenhang mit Weihnachten sich zumindest mir nicht direkt erschloss (außer vielleicht als Geschenk unterm Weihnachtsbaum :-) ). Bei 20 Grad und wunderschönem Sonnenschein war das ganze irgendwie skurril, aber auch irgendwie süß und regte zum Nachdenken über den idealen Ort für das bevorstehende Weihnachtsfest an (Was das angeht ist aber noch keine Entscheidung gefallen).

Eine Frohe Weihnachten Wunsch im NovemberSchottische MusikerBeach and Christmas? Endlich: Santa Claus

Der Montag verlief ruhig, dafür hatten wir für Dienstag zu dritt einen Ausflug entlang der Küste von Wellington geplant. Obwohl das Wetter leider nicht so gut wie die Tage davor aussah machten wir uns morgens optimistisch auf in Richtung Mietwagenverleih und starteten gegen 10 gut gelaunt in das bevorstehende Abenteuer. Mein Reiseführer behauptet, die Küste der Wellington vorgelagerten Halbinsel Miramar sei eine der schönsten hier – vor allem bei Sonnenschein. Letzteres konnten wir leider nicht überprüfen, die Küste begeisterte uns aber auch bei grauem Himmel und gefühlter Windstärke 200 recht schnell. Obwohl die Küste nur etwas über 30km lang ist brauchten wir dank vieler, vieler kleiner Foto- und Guck-Stopps etwa 1,5 Stunden – aber wir haben ja schließlich auch Urlaub und Zeit.

Schöne KüsteNoch eine schöne Küstestürmische Küsteich vor der schönen Küste

Weiter ging es dann, wieder an Wellington vorbei Richtung Norden an die südliche Westküste Neuseelands. Wir machten einen kurzen Zwischenstopp in Paekakariki zum Lunch und passierten dann Raumati und Paraparaumu (mit einem Knoten in der Zunge vom Ortsnamen aussprechen üben). Kurzentschlossen entschieden wir uns den Rückweg durch die Berge über Reikorangi und Akatarawa zu nehmen, was sich als Abenteuer und Glücksgriff entpuppte. Die Straße über den Akatarawa Pass sah aus wie eine verlassene Einbahnstraße, war aber tatsächlich eine „zweispurige“ Straße (mit nur einer Spur), bei der hinter jeder der zahlreichen Kurven ein Auto lauerte. Letztere begegneten uns dann auch tatsächlich das ein oder andere Mal und wir rätseln noch immer, was Männer im Anzug und Porsche-Fahrer auf eine solche verlassene Bergstraße führt?!

Blick in ein Valleykurvige Straße AtakawaraEin Wasserfall in den Bergen
Schließlich hatten wir die kurvenreiche Straße aber unbeschadet hinter uns gebracht und fuhren erschöpft durch die Vororte Upper Hutt und Lower Hutt wieder Richtung Wellington City. Für den Abend war nur noch Ausruhen angesagt, denn wir hatten ein besonderes Highlight für den nächsten morgen geplant: Die Pinguine! Auf der bereits erwähnten Küstenstraße in Miramar lassen sich mit viel Glück gelegentlich bei Dämmerung kleine neuseeländische Zwergpinguine beim überqueren der Straße beobachten und wir wollten unser Glück versuchen. Leider sollte es trotz enormen Einsatzes unsererseits (also Aufstehen um 5 Uhr, Abfahrt 5:20Uhr) nicht sein und es blieb uns „nur“ das Beobachten eines wirklich wunderschönes Sonnenaufgangs und der Pinguin-Warnschilder ;-) Damit haben die Pinguine wohl ihre einmalige Chance verpasst uns vor Gesicht zu bekommen und wir hoffen auf die nächste Gelegenheit. Nachdem wir das Auto wieder sicher abgegeben haben brauchen wir nun erstmal eine Mütze Schlaf und träumen einfach von Pinguinen.

Ich und das Pinguin-SchildDie Küste bei SonnenaufgangDer Sonnenaufgang

und nochmal ein Sonnenaufgangs-Küsten-Panorama

12November
2010

Beeindruckende Landschaften auf dem Weg nach Wellington

Nun nährt sich unsere Reise langsam dem Ende. Dies wird unser letzter gemeinsamer Reiseblog sein, bevor sich Holger auf den weiten Weg zurück nach Hause macht. Auf den letzten Metern unserer halben Weltreise durften wir noch einmal wunderschöne Landschaften und beeindruckende Aussichten erleben, denn wir hatten uns für eine Zugfahrt mit dem historischen, szenischen Overlander-Zug entschieden, was sich als absolut richtige Entscheidung herausgestellt hatte. Die 12 Stunden lange Fahrt, die bereits am frühen Morgen gegen 7:25Uhr in Auckland im Britomart (dem größten Untergrund-Dieselbahnhof der Welt) begann führte uns vorbei an Flüssen und Bergen, schneebedeckten Vulkangipfeln, Millionen von Schaafen auf satten grünen Wiesen und Hügeln und schließlich sogar am Tasmanischen Meer, bis sie schließlich im idyllisch an einer Bucht zwischen den Hügeln gelegenen Wellington endete. Besonderes Highlight war die Aussichtsplattform am Gepäckwagen, auf der man sich auf ca. 6qm den Wind um die Nase blasen lassen konnte und von der aus sich die Landschaft ganz ohne störende Scheibe genießen ließ.

Berge aus dem OverlanderLandschaft mit FlussBerge mit SteinenMittagspause mit grandiosem AusblickSpannende Streckenführung über ein Viaduktnoch mehr LandschaftLandschaft mit Bergenkurz vorm Ziel: Blick auf das Tasmanische Meer

Kaputt von so viel Eindrücken gestaltete sich unser Abend in Wellington dann eher ruhig, mit Zimmer beziehen und Essen suchen.

Dafür war am nächsten Tag wieder Sightseeing angesagt. Wellington begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und so beschlossen wir kurzerhand unser Frühstück in den Botanischen Garten von Wellington zu verlegen, der auf einem der zahlreichen Hügel liegt und mit einem historischen Cable Car zu erreichen ist. Wir hatten einen wie man hier sagen würde „ stunning view“, also einen beeindruckenden Ausblick, über Wellington, den Hafen und die süßen kleinen Häuschen der Vororte auf den umliegenden Bergen.

Cable Car mit Ausblick

Nach dem Frühstück wanderten wir dann durch den Botanischen Garten wieder abwärts Richtung Stadt. Wir schlenderten entlang der imposanten Parlamentsgebäude (und dem Bienenstock  genannten runden Gebäude, welches charakteristisch das Stadtbild von Wellington prägt und die Büros der Politiker beherbergt) und landeten schließlich auf der Suche nach der Old St. Pauls Cathedral bei der neuen St. Pauls Cathedral, die nicht nur ein beeindruckenden 77m hohen Innenraum besitzt, sondern auch das größte Glockenspiel der südlichen Hemisphäre. Dank eines sehr engagierten Kirchenmitarbeiters mittleren Alters kamen wir dann sogar in den Genuß das Glockenspiel ganz aus der Nähe zu betrachten und ganz wie es die Art der Neuseeländer ist bekamen wir noch jede Menge Erklärungen und eine Führung durch das Dach der Kirche hin zum auf der Vorderseite gelegenen Balkon, von dem aus man einen genialen Blick auf die Stadt hatte (und außerdem, wann kommt man schon mal dazu im Dach einer Kirche spazieren zu gehen?).

Parlamentsgebäude und der so genannte Innenraum der St. Pauls Cathedral

Nach so viel Input und Sightseeing beschlossen wir noch gemütlich am Hafen entlang zu spazieren und dort in der Sonne Postkarten zu schreiben und zu entspannen. Für den letzten Abend hatten wir uns vorgenommen noch einmal gemeinsam Essen zu gehen und so machten wir uns dann etwas später auf Richtung Courtenay Place – der Party-Meile von Wellington, wo wir nach einigen Auswahlproblemen schließlich in einem Japaner landeten.

Der Civic Square: Treffpunkt der KulturszeneHolger an einer Hafenmauer

Nun ist heute schon unser letzter Tag (oder besser halber Tag) angebrochen. Ein Muss in Wellington ist das TE PAPA- Museum, das Museum of New Zealand, welches auf 6 Etagen die Geschichte Neuseelands interaktiv und anschaulich erklärt. Wir wissen nun also wie es sich in einem Haus bei einem Erdbeben anfühlt, wie sich die Erdplatten unter Neuseland verschieben und besitzen einen eigenen interaktiven Squid (Tintenfisch – Website zum angucken folgt an dieser Stelle noch). Nun sitzen wir wieder am Hafen in der Sonne und Holger verabschiedet sich schon mal von Wellington und dem Frühling/Sommer und bald machen wir uns ganz gemütlich auf zum Flughafen.

Panorama über den Hafen

Und ich? Ich habe zum mindest mal bis nächsten Freitag ein Zimmer im gleichen Backpacker Hostel in dem wir bereits die letzten zwei Tage untergebracht waren – allerdings nun im 8er Dorm (Schlafraum). Alles Andere wird sich zeigen – lasst euch überraschen, ich tue das auch ;-).

09November
2010

Frühling in Neuseeland: Auckland in FlipFlops und Pulli

Endlich sind wir angekommen; angekommen am wirklich anderen Ende der Welt und dazu noch an einem der schönsten Enden. Auckland hat uns (wahrscheinlich dank eurer guten Wünsche) nach einer ersten endlich mal wieder etwas längeren Nacht mit wunderschönem Sonnenschein durch unsere Balkontür geweckt – ein sehr netter Empfang. Wir wohnen – so schreibt es der Lonely Planet (DER Reiseführer für alle Backpacker) – im wohl stylischsten Hotel von Auckland (The Quadrant) und fühlen uns (wohl auch auf Grund der ungewöhnlich langen Aufenthaltsdauer von 5 Nächten) schon richtig wohl. Nach den letzten anstrengenden Woche hatten wir beschlossen unsere Kraftreserven hier ein wenig wieder aufzutanken und mal einen Gang zurückzuschalten. Den ersten Aucklandtag verbrachten wir daher hauptsächlich nur mit gemütlichem durch die Stadt schlendern, was bei Auckland City wohl auch als Sightseeing erstmal ausreichend ist. Nebenbei versorgten wir uns mit allerlei Zettelkram, Flyern und Werbeprospekten, um für die nächsten Tage genug Auswahl bei der Tagesplanung zu haben. Wir entschieden uns für Tag zwei schließlich für einen Ausflug nach Rangitoto, einer süßen Vulkaninsel vor Aucklands Küste, die in ca 25 Minuten mit der Fähre zu erreichen ist. Wir wählten beim Aufstieg zum Vulkankrater immer kleine Umwege um nicht mit den zahlreichen weiteren Touristen, die mit uns mit der Fähre gekommen waren laufen zu müssen und wurden mit wunderschönen süßen kleinen Waldpfaden belohnt, auf denen der Aufstieg wirklich Spaß machte.

Marie im VulkangesteinDer Blick über Rangitotosüße Waldwege auf Rangitoto und Holger mittendrin

Auf dem Rückweg machten wir noch einen kleinen Zwischenstopp in Devonport, einem noch sehr ländlichen „Vorort“ oder Ortsteil von Auckland mit vielen alten und wunderschönen Victorianischen Villen, die wir uns sehr passend in einer Pferdekutsche zeigen ließen. Da es bereits später Mittag war gönnten wir uns danach Fish & Chips vom einzigen Take Away Laden in der Nähe – der aber, wie wir aus der hohen Frequentierung durch andere Devonportler und Besucher schlossen, durchaus qualitativ gut sein musste. Im Vergleich zu Deutschland war er das auch auf jeden Fall – oder schmeckte der Fisch nur auf Grund der Meeresnähe in der er verzehrt wurde so gut??

Devonport zu PferdFish and Chips in DevonportBlick auf Auckland von DevonportEinfahrt in den Hafen von Auckland

Um den Tag perfekt zu machen hatten wir für den sonnigen Nachmittag noch den Besuch des SkyTowers eingeplant (mal wieder ein Turm, der sich rühmt der höchste der Südhabkugel zu sein – wir wissen langsam nicht mehr, was wir glauben sollen und was nicht). Unabhängig davon war der Blick vom SkyDeck über das hügelige Auckland und seine Buchten und vorgelagerten Inseln grandios und ein sehr sehr schöner Abschluss für diesen schönen Tag.

Blick vom Sky Tower

Für Tag Drei hatten wir Kelly Tarlton’s Antarctic Encounter and Underwater World geplant und wurden bei diesem Besuch von David begleitet, der schon ein paar Monate länger hier in Neuseeland ist und dessen erste Schritte hier ich aus Deutschland schon fleißig über das Internet verfolgen konnte. Kelly Tarlton’s ist ein unterirdisches Aquarium mit Pinguinen, Stachelrochen, Haien und ein paar weiteren Aquarien. Ein Highlight waren die Pinguinbabies, die man bei einer Fahrt durch das Antarktisgehege in einer kleinen Bahn ganz aus der Nähe besichtigen konnte. Aber auch die Fütterung der riesigen Stachelrochen war beeindruckend – obwohl diese in dem kleinen Becken sicher nicht nur glücklich sind. Der Unterwassertunnel mit den Haien war nicht so beeindruckend, wie wir ihn uns vorgestellt hatten und in den Aquarien gab es nur einige wenige Fische und Lobster zu sehen und einen Kugelfisch, der trotzt intensiven Zuredens einfach keine Kugel werden wollte. Alles in allem war Kelly Tarltons schön gemacht, aber wenn man nur wenig Zeit hat gibt es sicher auch besseres zu sehen.

Pinguine bei Kelly TarltonsPinguin mit Baby

Der Rest des Tages verbrachten wir dann mit den ersten organisatorischen Vorbereitungen für meinen Work und Travel Aufenthalt, wie zum Beispiel der Eröffnung eins Bank-Accounts bei der Kiwi-Bank, der Beantragung meiner Steuernummer und dem Kauf von Prepaid Hand-Karten, um  mit zu Hause in Kontakt bleiben zu können. Nebenbei kennen wir jetzt auch jeden Souvenirladen der Queen-Street (der Haupt-Einkaufsstraße hier) persönlich :-)

Für den heutigen letzten Auckland-Tag hatten wir uns spontan für den Besuch des Zoos entschieden. Er soll nicht nur einer der schönsten Zoos sein, wir stellten ziemlich schnell fest, dass er diesem Versprechen auch wirklich gerecht wird. Große, offene, naturnah gestaltete Gehege für alle Tiere, die sich dort wohlzufühlen scheinen. Gleich am Eingang aber das wichtigste aller Tiere (jedenfalls für den Moment): Der Kiwi. Dieser flugunfähige, nachtaktive Vogel, der das Wappentier Neuseelands ist und den man auch nur in Neuseeland´s Natur zu sehen bekommt. Das Kiwi-Haus durfte man daher nur flüsternd, ohne Foto-Blitz und fast im ganz dunkeln betreten – aber immerhin sahen wir dann einen kleinen Kiwi (der gar nicht so klein war wie wir dachten) durch die Gegend wanken – und waren glücklich.

Glückliche Wallabies im Auckland Zoo Der KIWI (versehentlich mit Blitz fotografiert)

Nun neigt sich unsere Zeit in Auckland dem Ende zu – heute Abend werden die Rucksäcke gepackt und morgen früh geht es in aller Frühe (Abfahrt 7:25 AM) auf eine spannende Reise mit dem Overlander (-Zug) quer durch die Nordinsel Neuseelands nach Wellington. Wir sind gespannt und schicken einen lieben Gruß nach Hause.

Holger und Marie  

06November
2010

Australisches New York: 2 Tage Sydney zu Fuß

Auf unserer Reise nach Sydney hatten wir es zwischenzeitlich schon fast begriffen, dass wir am anderen Ende der Welt sind, aber spätestens bei unserer Ankunft in Sydney fühlten wir uns irgendwie als wären wir in der falschen Stadt gelandet. Nicht nur der Verkehr, sondern auch die quadratischen Hochhausblocks in der Innenstadt und eigentlich alles erinnerte irgendwie permanent an Amerika. Das Autofahren waren wir – wie schon im letzten Blog beschrieben – schon relativ schnell leid und so erkundeten wir Sydney an unserem ersten richtigen Sightseeing-Tag ausschließlich zu Fuß (was am zweiten Tag zu leichten Ausfallerscheinungen dank Muskelkater an den unmöglichsten Stellen führte).  Startpunkt war der Stadtteil Woolloomooloo (wo die Avis Rückgabestation liegt und dessen Aussprache uns jetzt noch ein Rätsel ist).

Woolloomooloo im Frühling

An der Woolloomooloo Bay mit dem charakteristischen FingerWarf ging es durch den Domain-Park (an der Art Gallery of New South Wales vorbei) zu einer Reihe süßer kleiner Häuschen aus früheren Zeiten, wie den Hyde Park Barracks, dem Sydney Hospital und dem Parliament House (welches wir uns sogar von innen anschauten).

Das Glücks-Wildschwein am Sydney HospitalIm Parliament House

Zielstrebig den Berg wieder hinunter (im Gegensatz zu New York liegt Sydney in einem leicht hügeligen Terrain) führte uns unser Weg zu einem der berühmtesten Wahrzeichen der Welt: Der Sydney Opera, deren Anblick uns dann doch wieder zurück nach Australien holte. Vorbei am Circular Quay, wo viele Fähren und Boote ablegen und durch den ältesten Stadtteil von Sydney „the Rocks“ führte uns unser Weg dann auf die Harbour Bridge. Dem regnerischen, grauen Wetter zum trotzt konnten wir gar nicht genug Fotos von der Sydney Opera aus der Ferne schießen (vor allem als die Sonne dann einmal kurz erbarmen hatte und einen kleinen Sonnenstrahl auf den Bennelong Point (wo die Oper steht) schickte.

Blick auf die Harbour Bridge von der OperaDie Sydney Opera von der Harbour BridgeNochmal die Sydney Opera

Unsere Füße hatten nach diesem ordentlichen Fußmarsch schon eigentlich schon genug vom Sightseeing, aber wir hatten noch einen wichtigen Punkt auf unser Australien-Sightseeing-Agenda, den wir leider vorher noch nicht abhaken konnten: Einmal Kängurus sehen!!

Wir machten uns daher auf den Weg zur Sydney Wildlife World in der es vom Krokodil über Spinnen bis zu Koalas jegliches australisches Getier zu sehen gibt. Leider zwar in viel zu kleinen Gehegen und wenig artgerecht sondern mehr touristengerecht, aber wir können doch nicht nach Hause fliegen ohne Kängurus gesehen zu haben?! Dank eines Coupons kamen wir zusätzlich noch in den Genuß eines einmaligen Fotos zusammen mit einem sehr sehr süßen Koala und natürlich haben wir auch die Kängurus und Wallabis, und das Riesen-Krokodil gefunden.

Wir und ein süßer KoalaHolger mit KänguruFaule Kängurus

Glücklich machten wir uns langsam auf den Heimweg, nicht ohne dabei an der ein oder anderen Ecke noch die belebte Innenstadt von Sydney zu bewundern (die übrigens vor allem in den Kaufhäusern bereits in Vor-Weihnachtlichem Glanz erstrahlt). Für das Abendessen suchten wir einen der zahlreichen Food-Courts in den Untergeschossen der Einkaufszentren auf, deren vielfältige Auswahl wir ja schon in Dubai schätzen gelernt hatten.

Für den zweiten Tag Sydney hatten wir uns nicht mehr viel Sehenswürdigkeiten übrig gelassen – uns stand auf Grund unseres Weiterflugs nach Neuseeland gegen 18:00Uhr aber auch nur ein halber Tag zur Verfügung. Nach dem Frühstück wanderten wir daher an der Town Hall vorbei (konnte man leider nicht rein, wir hätten sonst gerne die 800Pfeifen-Orgel besichtigt) und durch das Queen Victoria Building (mal wieder eine Mall) und dann durch die Fußgängerstraße „Martins Place“ zu den Royal Botanic Gardens, deren Besuch sich wirklich lohnt. Wunderschöne Palmen, riesige Bäume, einen Rosengarten, ein Kräutergarten und vieles vieles mehr (aber nicht alles) haben wir gesehen. Besonders süß fanden wir die vielen Flughunde die überall in den Baumgipfeln hingen.

Impressionen aus SydneyDie Town Hall von außenDas Queen Victoria BuildingIm Queen Victoria BuildingFlughunde in den Royal Botanical GardensIm Farm House der Botanical GardensDie Kräutergärten

Die gepflegten Botanischen Gärten bildeten einen gelungenen Abschluss für unseren kurzen Sydney Trip und so machten wir uns danach wieder auf den Weg zu unserem Gepäck und dann zum Flughafen, von wo aus uns die süße JetStar Maschine gerade sicher nach Auckland fliegt, wo wir heute Nacht wohl nur noch müde in unser Hotelbett fallen werden.

Freut euch auf unsere Erlebnisse in Auckland und wünscht uns ein bisschen besseres Wetter als in Sydney – zwei Tage grau und bewölkt muss genug sein für 3,5 Wochen ;-) Wir haben nun genau 12 Stunden Zeitverschiebung zu euch (voraus) und wenn ihr aufsteht, haben wir schon fast den ganzen Tag hinter uns. Verrückt.

Liebe Grüße

Holger und Marie

05November
2010

Links entlang der Küste – mit dem Mietwagen von Gold Coast nach Sydney

Nach dieser grandiosen Überschrift fällt es schwer einen ebenso guten Anfang für unseren zweiten Reisebericht aus Australien zu finden. Wir hatten uns vorgenommen die 854,2km von Selma (Gold Coast) nach Sydney mit dem Mietwagen entlang der Australischen wunderschönen Ostküste zurückzulegen und da wir dafür nur zwei Tage eingeplant hatten brachen wir am Dienstag (2.11.) auch schon früh auf (8:30Uhr). Zudem sollten wir am ersten Tag auch noch 1h Zeit verlieren, da wir die Grenze von Queensland nach New South Wales überqueren mussten und in New South Wales Sommerzeit ist, während dies in Queensland nicht ist.

Unsere Route führte uns die meiste Zeit entlang des Pacific Highway, der zum Teil als Motorway (also Autobahn) und zum Teil als Highway (Durchgangsstraße) konzipiert ist. Von Zeit zu Zeit wagten wir kleine Abstecher direkt an die Küste und folgten schönen „Tourist Routes“ was dazu führte, dass wir am Ende sogar ganze 1048 km Fahrstrecke zurückgelegt hatten.

Unser erster kurzer Abstecher führte uns durch Kings Forest und am Hastings Point vorbei und später nach Byron Bay zu einem wunderschönen Leuchtturm mit tollem Blick auf den Pazifik und die Küste. Es sollte nicht der letzte bleiben. Kurz vor Coffs Harbour durchquerten wir noch einmal süße kleine Örtchen und machten einen Abstecher zum Sapphire Beach, wo wir uns aber auf Grund der noch bevorstehenden Strecke bis zu unserem Zwischenziel Port Macquarie und wegen der hohen Wellen gegen das Baden und nur fürs Staunen und Genießen entschieden. Letzter Abstecher für diesen Tag war Crescent Head für den wir einige Kilometer in Richtung Küste fahren mussten, aber mit einem Wahnsinnsausblick belohnt wurden (siehe Photo).

In der Nähe vom Sapphire BeachMarie am Sapphire BeachHolger am Sapphire BeachCrescent HeadKangaroo Road Sign

Pünktlich mit dem Sonnenuntergang erreichten wir Port Macquarie und unser gemütliches Hotelzimmer im Herzen des süßen Städtchens. Wir belohnten uns für die erfolgreiche Fahrt mit frischen Fish and Chips im angeblich besten Imbiss der Stadt und fielen dann erschöpft ins Bett.

Am nächsten Morgen waren wir früh auf den Beinen, um das Koala Hospital in Port Macquarie zu besichtigen. Um 8 Uhr ist dort Fütterung und man hat Glück und die eigentlich sehr faulen Koalas kommen auch mal von den Bäumen runter. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Koala Hospitals waren sehr gesprächig und erzählten uns allerlei Geschichten über die im Hospital ansässigen Koalas, die wir einfach alle nur total süß fanden und die nach ihrer Genesung alle wieder ausgesetzt werden (wenn möglich).

Koalas im Koala HospitalNoch ein KoalaKoala Road Sign

Unsere Weiterfahrt begann an der Küste, denn etwas südlich von Port Macquarie liegt das Tacking Point Lighthouse, deren Besuch sich auf jeden Fall lohnt. Einer der schönsten Ausblicke, die wir auf unserer Fahrt gesehen haben (zusammen mit Crescent Head) und dazu noch ein weiteres Highlight: Delphine, die wir zusätzliche im küstennahen Wasser unter uns beim herumtollen entdeckt haben.

Wasser am Tackling Light HouseTackling Light HouseWir am Tackling Light House LookoutDelphine

Weiter ging es am Lake Cathie und den Bonny Hills vorbei und dann wieder auf den Pacific Highway – den wir dank unseres tollen Navis (was uns übrigens super geführt hat, aber leider in der deutschen Einstellung kein Englisch aussprechen kann) nur unter „Pazifik H.W.Y.“ kennen ;-). Kurz nach Taree konnten wir einer ausgeschilderten „Tourist Road“ nicht widerstehen und fuhren kurzerhand eine schöne Schleife entlang der Küste (durch das Örtchen Forster mit wunderschönen türkisenen Meeresbuchten in süßen kleinen Städtchen… )

In Forster

Irgendwie waren wir durch die vielen Abstecher am zweiten Tag gegen Mittag noch nicht sehr weit gekommen und so legten wir die restliche Strecke auf dem Highway zurück.

Eine wirkliche Herausforderung war dann der Stadtverkehr in Sydney. Unser Hotel lag und liegt direkt in der Innenstadt von Sydney in der Nähe des Hauptbahnhofs und ist von zum Teil 3-4 spurigen Einbahnstraßen, mit oder ohne Busspur (die nur zu bestimmten Zeiten gelten) oder mehrspurigen Straßen mit Gegenverkehr umgeben, so dass man nie so genau weiß wo man lang fahren kann und zudem Parken eine äußerst schwierige Angelegenheit ist. Irgendwie haben wir es dank Navi und mit einigen Nerven weniger dann doch noch geschafft und waren sind nach einer weiteren Irrfahrt heute auf der Suche nach einer Tankstelle und der Rückgabestation nun tatsächlich ein wenig froh das Auto hier los zu sein, obwohl wir mit ihm zwei wundervolle Autotage erleben durften!

Vielen Dank an den Wettergott für den wunderschönen Sonnenschein. Beim nächsten Mal nehmen wir uns etwas mehr Zeit zum Baden und gucken, aber ansonsten machen wir alles wieder ganz genauso.

Sonnige Grüße nach Hause und seid nicht zu neidisch – in Sydney regnet es und ist kühl, davon aber beim nächsten Mal (morgen) mehr.

Holger und Marie

02November
2010

Goldene Küste Australiens – Besuch an der Gold Coast

Es ist kaum zu glauben: jetzt sind wir tatsächlich auf der anderen Seite der Welt. Auch nach drei Tagen Australien fällt es uns noch ein bisschen schwer, das zu glauben, denn irgendwie ist immer noch der Boden unten und der Himmel oben und die Sonne geht morgens auf und abends unter (mal abgesehen davon, dass sie mittags nicht im Süden, sondern im Norden steht).

Unsere ersten 3 Tage haben wir an der Gold Coast verbracht, einem wunderschönen Küstenstreifen einige Kilometer südlich von Brisbane. Wir durften dabei die Gastfreundschaft von Selma, einer guten Freundin von mir, in Anspruch nehmen, die uns in ihrer bescheidenen Studentenwohnung ihres Auslandsaufenthaltes untergebracht hatte. Lustigerweise erreichten wir nach unserem 8-stündigen Flug und einer knapp 2-stündigen Zugfahrt die Robina Train Station, an der uns Selma abholte ausgerechnet an ihrem Geburtstag (was wir natürlich wussten, aber was dennoch zufällig bei der Planung der Reise so entstanden war). Dementsprechend wurde am ersten Abend (wir waren ja erst gegen Mittag „zu Hause“) typisch australisch mit einem Barbecue gefeiert. Unsere vom scharfen und ungewohnten Essen gebeutelten Mägen freuten sich deutlich über so viel Heimatgefühle bei Würstchen und selbstgemachtem Nudelsalat. Da derselbe Tag zudem der Halloween-Samstag war, wurden wir dann zurück in der WG-Villa noch Zeuge von allerhand wild verkleideten Frauen und Männern und weil Selma und mir das noch nicht genug war stürzten wir uns etwas später noch in das Gold Coast Nachtleben, um auch die letzten Stunden von Selmas Geburtstag gebührend zu feiern.

Birthday Barbecue

Am nächsten Tag war die Hauptattraktion der Gold Coast geplant: Der Strand! Wir starteten in Broadbeach mit einem gemütlichem Sonnenbad und einem aufregenden Bad in den Wellen des Pazifiks. Nach einer Abkühlung bei Cold Rocks (einem sehr leckeren Eis zum selbst zusammenstellen) wanderten wir dann am Strand entlang nach SurfersParadise, der Touristen und Party-Location an der Gold Coast. Zum Glück waren mittlerweile alle am Vormittag noch vorhandenen Wolken verschwunden, denn unser nächster Programmpunkt war der Q1-Tower, das aktuell 27. höchste Gebäude der Welt, und das höchste Gebäude der Südhalbkugel. Unabhängig davon war aus dem 77. Stock (den wir in 43 Sekunden erreichten) der Blick einfach umwerfend. 360 Grad Paradies bis zum Horizont; leider können wir euch davon nur einen kleinen Ausschnitt mit Bildern verdeutlichen.

Blick auf BroadbeachBlick auf Surfers ParadiseQ1 TowerSurfers Paradise von obenBroadbeach von obenSurfers Paradise im Dunkeln

Nach einem leckeren Abendessen in einem kleinen Lokal in Surfers Paradise machten wir uns auf den Heimweg und vielen nach einer Gegenseitigen Reisebildershow müde und glücklich ins Bett.

Tag 3 sollte aufregend werden, denn wir hatten für die weitere Reise bereits aus Deutschland einen Mietwagen besucht, den wir nun abholen mussten (und dann natürlich auch das erste Mal im Linksverkehr fahren dann…).  Zunächst brachten wir aber Selma zur Uni und besichtigten bei dieser Gelegenheit gleich einmal den schönen Campus der Bond University. Also falls wir noch mal studieren sollten….  – wobei nein, noch mal studieren wir bestimmt nicht ;-)

Nach einer Stunde Busfahrt konnten wir dann am Gold Coast Flughafen unseren Mietwagen entgegennehmen und mit viel Herzklopfen machten wir uns auf den Rückweg zu Selma. Bis auf die Tatsache, dass wir unseren Wunsch abzubiegen immer mit dem Scheibenwischer versuchten anzuzeigen (weil der Blinker rechts statt links ist). Da die Straßen in Australien aber zum Glück nicht so voll sind wie bei uns haben wir trotzdem den Weg gut hinter uns gebracht. Zurück bei Selma packten wir noch etwas zu trinken und feste Schuhe ein und machten uns dann zu dritt auf den Weg in das Hinterland der Gold Coast. Ein Besuch im Tamborine Nationalpark hatten wir uns ausgesucht – den hier war auch Selma noch nicht. Schon der Weg über den Tamborine Mountain und durch den Regenwald war wunderschön. Unsere erste Wanderung führte uns dann zu den Cedar Creek Falls, einigen wunderschönen Wasserfällen und natürlichen Pools. Da wir hier nur knapp 1,5 km zu laufen hatten entschieden wir uns noch für einen zweiten Wanderweg im weiter oben gelegenen Regenwald. Wir wanderten zunächst noch einmal 1,5 km zum Curtis Fall (ebenfalls ein kleiner süßer Wasserfall) und dann noch mal den 4,2 km Lower Creek Circuit (Rundweg). Dieser hatte es spätestens ab der Hälfte in sich, als wir feststellten, dass mit der Bezeichnung „Boulder Crossing“ tatsächlich gemeint war, dass wir auf ein paar rutschigen Steinen irgendwie über das ca 3m breite Flüsschen klettern mussten, was wir aber ohne nasse Schuhe oder unfreiwillige Badeausflüge meisterten.

Holger und ich vorm Cedar Creekein geübter Köpfsprung....Regenwald im TamborineCurtis FallsNatur im TamborineWir beim Klettern

Nach diesen insgesamt nun fast 7 km Wanderung hatten wir uns das Abendessen redlich verdient und so kochten wir uns nach einem kleinen Einkauf im ALDI (Jaaa, den gibt es hier auch) einen sehr leckeren und gesunden Reis-Gemüse-Hähnchen-Pfannen-Eintopf. Einen wunderbaren Abschluss fand unser Besuch bei Selma mit einem Glas Sekt im auf dem Gelände vorhandenen Whirlpool.

Liebe Selma, wir haben uns bei dir sehr wohl gefühlt – vielen Dank für alles!

Heute morgen sind wir nun auf unsere 2-tägige Reise nach Sydney entlang Australiens Ostküste aufgebrochen – davon erzählen wir euch dann aber beim nächsten Mal mehr…  

30Oktober
2010

Bewegtes Bangkok – Vom Stau in den Traffic

Nun liegen schon wieder 3 Tage in einer neuen Stadt hinter uns und so langsam wird es schwierig, die ganzen neu gewonnen Eindrücke zu verarbeiten ;-) Aber wir schlagen uns tapfer.

Auch unser Aufenthalt in Bangkok begann (wie alle vorherigen) am frühen morgen am Flughafen. Immerhin gewöhnen wir uns so langsam ans Schlafen beim Fliegen und konnten von den  3,5 Stunden von Colombo etwas über 2 Stunden schlummern. Ob wir uns im Laufe der Reise noch an eine große Portion Lamm oder Hühnchen um 3 Uhr nachts gewöhnen bleibt jedoch abzuwarten. Ohne größere Zwischenfälle meisterten wir den Weg in den Südosten Bangkoks – mit Taximeter kein Problem.

Untergebracht waren wir diesmal privat bei Swenja in einer größeren Wohnanlage, was uns in die komfortable Lage versetzte direkt nach unserer Ankunft ein Teil des verlorenen Schlafes nachzuholen. Überhaupt nutzten wir unseren ersten Tag erstmal um ein bisschen auszuruhen und wieder etwas Energie zu tanken. Wir waren gemeinsam mit Swanja und Maria (deren Zimmer wir übrigens bewohnen durften – tausend Dank dafür!!) sehr gemütlich Thai-Food essen. Es sollte nicht das letzte Mal in diesen 3 Tagen sein – es gab aber auch einfach zu viel leckeres Essen zu probieren. Umso besser, dass in der Regel mehrere Gerichte bestellt werden und jeder bekommt einen leeren Teller, auf dem er von jedem Gericht probieren kann. Ausgeschlafen und gesättigt gönnten wir uns dann eine 2-stündige Thai Massage oder wie Swenja es sehr treffend formuliert hat: „Ihr bezahlt dafür, dass jemand anderes auf euch Yoga macht“. ;-) Die rohe Gewalt bei der Massage war ungewohnt, aber sehr sehr entspannend für unsere durch 20kg Rucksäcke geplagten Rücken und Schultern und unsere, uns durch jegliches Sightseeing tragende, Beine ;-). Einen schönen Ausklang fand der Abend in einer sehr verrückten Bar in Downtown Bangkok mit ein paar Freunden von Swenja (International – daher gut für unsere Englischkenntnisse). Zu lange wurde er aber nicht, denn für den zweiten Tag hatten wir uns Sightseeing vorgenommen.

Lustige Bar

Noch in der Nacht wurden wir von Swenjua intensiv gebrieft – insbesondere was den Umgang mit Touristenabzockern bei den Sehenswürdigkeiten angeht. Taxi nur mit Taximeter, es ist kein Buddistischer Feiertag und Preise über 40 Baht sind für die kleinen Strecken von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit völlig unangemessen.

Um dem täglichen Verkehrschaos zu entgehen wählten wir den Skytrain und den Weg über den Fluss, was uns bereits erste tolle Ansichten ermöglichte. Wir besichtigten danach den Königspalast, der wo man hinschaut nur glitzert und glänzt, blinkt und funkelt und sehr sehr beeindruckend ist. Leider lässt sich das mit Fotos kaum einfangen.

View from RiverKönigspalastKönigspalast2Im KönigspalastBeim lucky BuddaWir und ein BuddaWir vor dem lucky Budda

Zweiter Punkt war der liegende Budda, der auch Glück bringen soll. Natürlich haben auch wir dafür – wie alle anderen – Münzen in viele an der Wand aufgereihte Eimerchen geworfen und hoffen es hilft. Es folgte die erste wirkliche Herausforderung:  Der Weg in die Khao San Road, die bekannte Backpacker Straße. Wir wollten ihn gerne mit dem TucTuc zurücklegen – und haben das letztendlich sogar geschafft – allerdings nur mit Hilfe einer netten Dame aus Phuket die für uns verhandelt hat – irgendwie wollten alle anderen Fahrer immer einen  Zwischenstopp machen, was wir natürlich immer abgelehnt haben ;-). Die Khao San Road ist völlig chaotisch, aber gerade deshalb sehr beeindruckend und ein bisschen überfordernd auf Grund des Überangebots an allem.Khao San Road

Für den Abend war feines ausgehen geplant, also wollten wir uns frühzeitig auch wieder auf  den Heimweg machen – was uns der Verkehr ein wenig zu Nichte machte, denn wir brauchten bereits für die ersten 1,5 km bis zur Metro knapp 45 Minuten, kamen aber am Ende doch irgendwann an.

Am Abend ging es in die angesagtesten Clubs Bangkoks. Wir statteten dem Shirocco einen Besuch ab: einer Skybar im 64.Stock mit überwältigender Aussicht über die ganze Stadt, wo uns erstmals die Ausmaße dieser Riesenmetropole bewusst wurden. Weiter ging es dann zum Bed Supper Club, in dem wöchentlich die angesagtesten DJs auflegen und der als schickster Club Asiens gehandelt wird, was wir natürlich nicht beurteilen können, weil wir die restlichen Clubs Asiens ja nicht kennen – wir können es uns aber durchaus vorstellen.

Da uns in der folgenden Nacht schon wieder ein Flug drohte gönnten wir uns eine etwas längere Nachtruhe bis 10 Uhr und ließen unseren dritten und letzten Bangkok-Tag gemütlich angehen mit einem ausgiebigen Frühstück, einen Besuch im Pool und einer dringend nötigen Kofferneusortierung. Danach ging es in eine riesige Shopping Mall – das MBK – wo wir eine weitere Seite Bangkoks als Shoppingparadies kennenlernen durften. Auch diesmal hatten wir wieder alle Mühe uns durch den Verkehr zu kämpfen, sind aber immerhin mittlerweile Profis im Taxis rufen ;-). Leider mussten wir uns dann schon von Swenja verabschieden, um uns rechtzeitig auf den Weg zum Flughafen zu machen. Dank Metro und Flughafen ExpressZug kamen wir aber pünktlich an und sitzen nun bereits irgendwo über den Wolken zwischen Bangkok (Thailand) und Brisbane (Australien).

Wir sind gespannt auf Australien und haben schon viele Pläne für die nächsten Tage: Eine Geburtstagsparty, ein RoadTrip an der Ostküste entlang und die Mega-Stadt Sydney. Wir denken an euch und halten euch auf dem Laufenden. Einen lieben Gruß von über den Wolken. (Online stellen wir das ganze natürlich erst wenn wir wieder festen Boden unter den Füßen haben).

26Oktober
2010

Natürlich schön – Sri Lanka: „Land in dem es alles gibt“

Und wieder ist eine erlebnisreiche Etappe auf unserer Reise geschafft. Drei Tage Sri Lanka liegen hinter uns, in denen wir viel Grün gesehen haben, Berge bestiegen und noch höhere Berge mit dem Auto erklommen haben. Tage, in denen wir Affen, Elefanten, Chamäleons, Pferden, Kühen, Wasserbüffeln, Streifenhörnchen, Hunden, Mücken, Käfern und Kakerlaken begegnet sind. Ab unserer Ankunft in aller Frühe am 24.10. war unser Weg das Ziel. Kirthi, unser einheimischer Reiseleiter holte uns am Flughafen ab und chauffierte uns viele Kilometer quer durchs Land – was bei dem eher weniger als mehr gesitteten Verkehr in Sri Lanka und unserem durchaus anspruchsvollen Programm sicher nicht ganz einfach war ;-) Ausgeklügelt hat dieses Programm meine liebe Mama, die wir nach unserer Ankunft im Hotel abholten und die vor 45 Jahren als Kind bereits ein paar Jahre in diesem wunderschönen Land gelebt hat. Unser Weg führte uns zuerst zum Elefantenwaisenhaus nach Pinnawela. Leider war gerade keine Badezeit, aber ein paar Elefanten konnten wir dennoch beim Bad im Fluss erwischen.

 Elefanten in PinnawelaElefanten beim Baden

Weiter ging es dann nach Dambulla zum Höhlentempel, den wir trotz der gerade mal 2 unbequemen Stunden Schlaf im Flugzeug natürlich zu Fuß bestiegen, aber durch eine tolle Aussicht, schöne buddhistische Statuen und die ersten freilebenden Affen entschädigt wurden.

Budda am HöhlentempelAffen auf dem Weg zum Hölentempel

Gegen Abend kehrten wir müde und voller Eindrücke im Hotel Sigiriya direkt am Fuße des berühmten Sigiriya-Felsens ein.

Hotel Sigiriya

Da dessen Besteigung am nächsten Morgen (Treffen 6:45Uhr) geplant war und wir den Tag über nurmehr Kekse, Sandwiches und Kleinigkeiten zu uns genommen hatten, plünderten wir noch das Hotel-Abendessen-Buffett (wofür wir die gesamte angesetzte Dinner Zeit von 19:30 bis 21:30Uhr benötigten) und plumpsten dann mit ausreichender Bettschwere sehr sehr müde ins Bett. Vom nächtlichen Besuch eines wildlebenden Elefanten erfuhren wir daher erst am nächsten Morgen – die Anlagen sind aber zum Glück gut gesichert und bewacht.

Am Morgen noch vor dem Frühstück stand also der Aufstieg auf den Sigiriya-Felsen an. Schatten, noch erträgliche Temperaturen und keine weiteren Touristen machten den Aufstieg mit über 300Stufen einigermaßen erträglich – der Ausblick von oben war einfach gigantisch. Fotos von den weltbekannten Wolkenmädchen (Malereien der 500 Konkubinen des hier auf dem Felsen wohnenden Königs) und uns auf dem Berg haben wir euch angehängt.

Auf dem Sigiriya FelsenDie Wolkenmädchen am Sigiriya FelsenWir drei auf dem Sigiriya FelsenHolger auf dem Sigiriya Felsen

Nach Dusche und Frühstück ging es im Auto weiter nach Kandy zum Zahntempel. Aufgelockert wurde die Fahrt durch kleine Zwischenhalte in einer Holzwerkstatt, einer Baumwolldruckerei und dem Highlight: dem Besuch auf der Gewürzplantage, der neben einem Rundgang auch eine tolle Nacken und Kopfmassage beinhaltete. In Kandy beschlossen wir den Tag nach dem Besuch im heiligen Zahntempel mit dem Besuch einer traditionellen Tanzvorführung mit viel Getrommel, bevor wir in unser Guesthouse auf dem Hügel einkehrten und zwei der 4 Zimmer dort bezogen.

Unsere Unterkunft

Nach der leckeren Hausmannskost zum Abendessen gab es zum Frühstück eine besondere Beilage: eine große Kakerlake in der Bananenschale, die uns aber nicht daran hinderte die leckeren einheimischen Bananen zu essen. Unser dritter und damit auch letzter tag in Sri Lanka sollte mit viel Obst weitergehen. Auf der Fahrt in die Teeberge von Nuwara Eliya

Mama und ich beim Kokusnuss trinken

 hielten wir mehrfach, um Kokosnüsse zu trinken und essen, rote Bananen, Mangos, einheimische grüne Mandarinen und andere Früchte zu kaufen, deren Namen wir uns leider nicht merken konnten. Auch heute machten wir in kleinen Manufakturen Halt – diesmal Edelsteine und Seide. Ihr seht: wir haben also auch viel lernen können. Der Rest des Tages war geprägt durch viel Sitzen und tolle Ausblicke

Die Tee-BergeWir vor einem Wasserfall in den Tee-Bergen

 – dafür mussten wir aber viele viele Serpentinen auf der zum Glück gut ausgebauten Straße in  Kauf nehmen. Wir besuchten eine Teeplantage in der wir auch den original Ceylon-Tee probieren durften (lecker!) und fuhren durch Nuwara Eliya (auf 2000m Höhe). Der Rückweg war lang und anstrengend – das aber wohl vor allem für Kirthi auf Grund des Straßenverkehrs. Er hat uns aber sicher nach Colombo gebracht und (nicht nur heute) viele unser Fragen zu Sri Lanka beantwortet. Hier ist nun unsere Sri Lanka–Etappe zu Ende und damit auch dieser Eintrag. In 1,5 Stunden (1:40Uhr nachts) geht es weiter nach Bangkok zu Swenja. Wir freuen uns schon auf weitere Erlebnisse und schicken auch diesmal ganz liebe Grüße in die Heimat – Holger und Marie

PS: Liebe Oma, tausend Dank fürs fleißige Wolkenschieben – es hat wunderbar funktioniert und wir hatten drei Tage lang Sonnenschein! Istuti! (Singalesisch für Danke)

@ Mami-Oma und Mami-Opa: Ein tolles Land, hoffentlich können wir mit den Fotos einige eurer Erinnerungen wecken.

23Oktober
2010

Groß, größer, Dubai - 3 Tage Superlative

GROSS. Das beschreibt Dubai wohl am allerbesten, denn alles, was man hier findet ist GROSS, größer, am größten.

Aber von Anfang. Unser Reisestart am Mittwochabend ist soweit geglückt. Damit uns am Flughafen nicht langweilig werden konnte, wurde von der Frankfurter Flughafenpolizei in Terminal 2, direkt vor dem Emirates Schalter, noch das Schauspiel: „Sprengstoffalarm durch eine herrenlose Tüte“ aufgeführt. Es waren ca. 200 Zuschauer anwesend – wir natürlich in der ersten Reihe. ;-) Danach ging dann aber alles wieder seinen gewohnten Gang -  das Gepäck über das Gepäckband und wir über die Gangway. Unser erster Flug mit Emirates war spannend, aber auf Grund der fortgeschrittenen Uhrzeit konnten wir nicht alle Spiele und Filme des umfangreichen Entertainmentprogramms testen. Gegen 6 Uhr morgens (incl. 2h Zeitverschiebung) erwarteten wir müde aber erwartungsvoll die Landung und wurden erneut Zeuge eines seltenen Schaubilds – denn es schien auf dem Monitor, als würden wir wieder umkehren.

Flug nach Dubai (und zurück) 

Der Pilot klärte uns aber bald darüber auf, dass wir auf Grund schlechter Sicht noch keine Landeerlaubnis hatten und nun so lange wie unser Treibstoff reicht Runden fliegen und hoffen, dass die Sicht besser wird. Wie schlecht es um die Sicht bestellt war sollten wir dann spätestens bei der Landung ca. 1,5h später erfahren, als wir uns noch in den Wolken wähnten und plötzlich der Boden vor uns auftauchte. Aber der Pilot hatte uns sicher zu Boden gebracht und im Laufe des Tages verschwand auch der dicke Bodennebel. Wir machten uns per Metro auf den Weg zu unserem Hotel direkt in der Stadt (wobei das schwer zu sagen ist, denn Stadt ist hier irgendwie überall -  wer suchen will: wir waren im Ibis Deira City Centre). Wir hatten im Vorfeld bereits einen Hop-on Hop-off Bus gebucht, der in zwei Routen durch Dubai fährt und an vielen Stationen hält, an denen man jeweils alle 30min beliebig aus und einsteigen kann.

Holger und ein typischer Windturm im Sheik Saed Al-Maktoum House

Die Investition dafür hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn wir kennen Dubai nach 4 kompletten Rundfahrten nun schon ziemlich gut und haben alle wichtigen Punkte gesehen, fotografiert und besucht (zum mindest die für uns interessantesten).

Burj Kahlifanochmal Burj KahlifaMarie vor dem Burj Al ArabDubai wächst und wächst...am Dubai Creek

Unser wichtigstes Fazit steht wie gesagt schon in der Ersten Zeile dieses Eintrags: Dubai ist einfach GROSS. Es beherbergt nicht nur das größte Gebäude der Welt (den Burj Kahlifa), sondern auch das einzige „7 Sterne-Hotel“ der Welt (das Burj Al Arab Hotel) die selbsterschaffene Palmeninsel mit dem eindrucksvollen Atlantis on the Palm-Hotel und duzende von riesigen Freizeitparks und Büro- und Hotelhochhäusern, sondern auch einige der größten Malls der Welt,  in denen mal eben ein dreistöckiges Aquarium, ein Wasserfall und eine Eislaufbahn zu finden sind ;-).

Ein Aquarium in der Mall

 Da vergisst man schnell, dass man sich eigentlich in der Wüste befindet – wäre da nicht die brütende Hitze von 35Grad im Schatten und doch hier und da mal eine Baustelle, auf der dank der fehlenden Bewässerung feiner, weißer Wüstensand zu sehen ist.

Wir sagen: Wow. Dubai und seine überdimensionalen Sehenswürdigkeiten sind auf jeden Fall eine Reise wert und in drei Tagen inkl. Dubai Museum und einem kurzen Strand-Abstecher (dessen einzige Abkühlung im Wind auf der nassen Haut besteht, denn das Meer-Wasser hat Badewannentemperatur und beim Abduschwasser muss man aufpassen, dass man sich nicht verbrüht) durchaus machbar.

Wir sind gespannt auf Sri Lanka – unser nächstes Reiseziel. Zum mindest an die Nachtflüge und den daraus resultierenden Schlafmangel sollten wir uns dann bald gewöhnt haben. Viele warme Grüße in die kalte Heimat. Holger und Marie

01Oktober
2010

Willkommen in meinem Auslandsblog

Hallo ihr Lieben,

schön, dass ihr den Weg hierher gefunden habt. In den nächsten 9 Monaten werde ich euch an dieser Stelle über meine Erlebnisse auf der anderen Seite der Welt auf dem Laufenden halten.

Nun, da meine Diplomarbeit so gut wie abgegeben ist rückt der Abflug auch in meinen Gedanken langsam in greifbare Nähe. Am 20. Oktober 2010 geht es abends ab Frankfurt zunächst auf eine dreiwöchige Rundreise über Dubai, SriLanka, Bangkok, GoldCoast (Australien), Sydney, Auckland (Neuseeland) nach Wellington (Neuseeland). Begleitet werde ich dabei von meinem lieben Schatz Holger, den ich dann am 12.11.2010 in Wellington für lange 7,5 Monate verabschieden muss. Danach werde ich die neuseeländische Arbeitswelt beim Kiwis ernten oder Schafe hüten auf den Kopf stellen - dazu dann aber mehr, wenn es soweit ist.

Nun rückt also erstmal der Abschied näher. Es ist noch viel zu tun bis dahin. Rucksack packen, einen englischen Lebenslauf erstellen, die letzten Einkäufe tätigen.... Bis ich dann schließlich am 16.10.2010 meine Wohnung in die guten Hände meiner Zwischenmieterin Simone übergebe und die letzten Tage bis zum Abflug bei Holger in Baden-Baden verbringe.

Ich freue mich, wenn ihr ab dem 20. Oktober ab und zu einmal hier vorbeischaut und mir einen lieben Gruß aus der Heimat dalasst. Im Gegenzug nehmen Holger und ich (und später ich allein) euch mit Bildern und Geschichten gerne mit auf unsere Reise.

Liebe Grüße

Marie